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Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

12x12. Die IBB-Videolounge

Cathleen Schuster




Cathleen Schuster, Unfinished Business, 2009, © Cathleen Schuster

In der IBB-Videolounge werden über den Zeitraum eines Jahres (05.06.2013–23.06.2014) zwölf Künstler präsentiert, die in den letzten Jahren durch ihren innovativen Umgang mit den Medien Film und Video aufgefallen sind.

Zum Abschluss werden im Juni Werke von Cathleen Schuster (*1977 in Lu?nen) gezeigt, die sich in ihren Arbeiten häufig mit den Ausprägungen und Folgen der Globalisierung aus-einandersetzt. Insbesondere nimmt sie die damit verbundenen Forderungen nach Flexibilität in der Arbeitswelt in den Blick. Die beiden in der Berlinischen Galerie gezeigten essayisti-schen Filme haben ihren Ausgangspunkt in der Familiengeschichte der Ku?nstlerin. Sie weisen in ihrer Komplexität jedoch u?ber diesen persönlichen Aspekt hinaus und zeigen Be-zu?ge zwischen dem Privaten und dem Globalen, zwischen lokalen Ereignissen und deren medialer Rezeption. Cathleen Schuster studierte an der HGB Leipzig. Schuster wurde 2010 mit dem Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium ausgezeichnet und erhielt 2012 gemeinsam mit Marcel Dickhage den GWK-Förderpreis. 2013-14 war sie Researcher an der Jan van Eyck Academie in Maastricht. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Die in der IBB-Videolounge gezeigten Arbeiten:
Unfinished Business, 2009
Unfinished Business verhandelt den Bau des Atomkraftwerks Buschehr im Iran, an dem Cathleen Schusters Vater in den 1970er Jahren als Ingenieur beteiligt war. Während dieses Vorhaben damals ein lukratives Geschäft fu?r deutsche Konzerne wie Siemens oder Krupp darstellte, besteht heute der Verdacht, dass der Reaktor zur nuklearen Aufru?stung genutzt wird. Mit sogenanntem Found Footage, angeeignetem Material wie Fotos aus dem Famili-enarchiv oder Ausschnitten aus Zeitungsartikeln, erzählt Schuster von den Vorkommnissen auf der Baustelle, dem Verhältnis zwischen Europäern und Einheimischen und der Irani-schen Revolution, die 1979 Anlass fu?r einen Baustopp und die Ausreise der Familie war.

Not a waste, 2013
In Not a waste beschäftigt sich Schuster mit dem Thema Kunststoff-Recycling in Indien. Diese Arbeit kommt im Gegensatz zu Unfinished Business gänzlich ohne Videoaufnahmen aus und besteht aus Reisefotografien ihres Vaters aus dem Jahr 1986. Schuster themati-siert anhand dieser Branche beispielhaft wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse und weiterhin bestehende (post)koloniale Strukturen. In beiden Werken entstehen durch die Montage verschiedener Perspektiven vielschichtige, zum Teil widerspru?chliche Erzählungen. Diese tragen der Komplexität historischer Entscheidungen und Entwicklungen Rechnung und sind gleichsam eigentu?mlich poetisch.

Die Realisierung der IBB-Videolounge erfolgt mit Unterstützung der Investitionsbank Berlin (IBB).

ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch–Montag 10:00–18:00 Uhr
Dienstag geschlossen

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