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Verein Berliner Künstler

MIA_BER Eine Ausstellung von Künstlern aus Miami

Gruppenausstellung


MIA_BER
19. Juni - 13. Juli 2014

Eröffnung
18. Juni 2014, 19.00 Uhr

Begrüssung
Sabine Schneider

Einführung
frency (Englisch)

Projektleitung
Andrea Sunder-Plassman

Kurator
William Cordova

KünstlerInnen:
Barron Sherer, Carlos Sandoval de León, Dona Altemus, Donald McKnight, Ena Marrero, Ernesto Oroza, Gary Moore, Gean Moreno, Glexis Novoa, Jorge Pantoja, Juana Valdes, Karen Rifas, Lou Anne Colodny, Onajide Shabaka, Pervis Young, Ralph Provisero, Rhea Leonard, Robert Mcknight, Robert Thiele, Rosemarie Chiarlone, Victor Gomez, Yanira Collado

in der Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin

Die Ausstellung ist der erste Teil eines Künstlerischen Austausches zwischen Miami und Berlin. Der zweite Teil findet im Winter 2015 im ArtCenter South Florida, Miami, statt.


Ernesto Oroza, Untitled (de la serie architectura de necesidad)

"we should want... [our] relationship to space to evoke architecture as it is informed by the humanities, not architecture simply as a technical art"
LaVerne Wells-Bowie (Art On My Mind / Visual Politics, bell hooks)


Süd-Florida besteht aus mehrfach geschichteten und ineinander verschachtelten Landschaften, die zwar einerseits ineinander verschmelzen, dennoch gleichermaßen von einander getrennt sind durch politische, rassistische, ökonomische etc. Bedingungen. Miamis unterschiedliche Kunstszenen haben eins gemeinsam, und das ist das Gefühl von Isolation, hervorgerufen durch den Mangel eines kritischen künstlerischen Diskurses innerhalb der Hochschulen bis hin zu einem Mangel an öffentlicher Unterstützung und Finanzierung für Graswurzel Organisationen. Die Künstler sind, ebenso wie die Arbeiter, auf sich selbst gestellt mit nur minimaler städtischer und staatlicher Unterstützung. Die Arbeiter sind, anders als die Künstler, oft besser darin geschult, sich auf ein sich veränderndes wirtschaftliches Umfeld, gepaart mit fehlender externer Unterstützung, einzustellen, während die Künstler zu schnell bereit sind, teilzunehmen an der Gentrifizierung ehemaliger Arbeiter Bezirke. Hier entsteht für die Künstler ein vordergründiges Gefühl von Gemeinschaft, welches auf der Verdrängung und dem Entfernen ganzer Nachbarschaften basiert. Dies ist kein neues Phänomen, es wird seit vielen Jahrzehnten in diversen großen Städten in den USA praktiziert: New York, Chicago, Los Angeles, San Francisco, Houston, Austin, New Jersey, Detroit usw. Im Unterschied hierzu verfügt Miami aber nicht über die Infrastruktur, bildende Künstler zu unterstützen, aufgrund der Tatsache, dass Miami die Tourismusindustrie zu seiner wichtigsten Einnahmequelle gemacht hat. Heute spüren viele Miami Künstler die negativen Auswirkungen, die ihre eigenen Rollen innerhalb des Immobilienmarkts gespielt haben: Stadtteile, die kulturell reichhaltig und divers waren, sind degradiert zu kulturell verwaiste Wohnstätten.

Die für das MIA _BER Ausstellungprojekt ausgewählten Künstler repräsentieren verschiedene Künstler Generationen, deren künstlerische Praxis in Süd-Florida verwurzelt und auch davon inspiriert ist. Mit großer Ausdauer haben sie ihre Kunst praktiziert trotz großer Entbehrungen und damit einen immensen kulturellen Beitrag geleistet, der über alle Erwartungen hinaus geht.

Hintergrund
"those who ain´t got it can´t show it, those who got it can´t hide it" Zora Neale Hurston

Vier Generationen von in Miami ansässigen Künstlern nehmen an diesem internationalen Projekt teil. Ihre Arbeit ist in mehreren Jahrzehnten gereift.

Die 1970’er Miami Künstler: Bildhauer, Maler und interdisziplinär Praktizierende, deren Werke klein und manchmal einschüchternd, gleichzeitig subtil poetisch sein können. Eine Generation von Künstlern, deren Werk an die fragile Natur unserer Existenz erinnert durch die Verwendung von Materialien wie Ölfarben, Holz, Textilien, Zement, Glas, Papier und recycelte Materialien und durch eine Sprache, die über die Natur des Menschen, seine Verluste und seine Errungenschaften spricht.


Glexis Novoa – Benares (The last photograph), 2013

Die 80er Jahre produzierten eine Generation von Künstlern, deren Werke ein Spiegelbild der ökonomischen Entwicklung in Süd-Florida bildeten. Viele Künstler aus dieser Phase beschäftigten sich mit Zeichnung, Video, Performance und Installation und reagierten auf die klimatischen Bedingungen einer Zeit, die von sozialen Unruhen, wirtschaftlichen Rezessionen, Rassenunruhen, politischer Korruption und dem Flüchtlingsstrom aus Kuba und Haiti geprägt ist. Die Stadt Miami polarisierte sich zwischen Besitzenden und Nichtbesitzenden. Miami Vice (TV -Show) bezog die Geschichten seiner wöchentlichen Episoden aus den Seiten der Tageszeitungen „The Miami News“ und dem „Miami Herald“. Ganze Gemeinden gaben Süd-Florida auf und Süd-Floridas Politiker gaben ganze Gemeinden auf während eines Jahrzehnts des wirtschaftlichen Überflusses und der Verzweiflung. Die 80er Jahre waren allerdings auch eine Zeit, in der Miami zum wichtigsten Einwanderungsziel wurde für viele Migranten auf der Suche nach einem besseren Leben. Mittelamerikaner, Südamerikaner, Kariben, Russen, alle umgesiedelt und neuangesiedelt, ergänzten und beeinflußten Süd-Floridas Landschaft. Hier sei zu bemerken, dass Florida eine lange Geschichte der Präsenz von amerikanischen Ureinwohner und Schwarzen aufweist, im 17.Jahrhundert durch die Tequesta, die Maroons, die Black Seminal Indianer oder auch Gullah Geechees, die der britischen Sklaverei entfliehen konnten und über Süd Carolina und Georgia nach Fort Mose und St. Augustine, Florida bis nach Ceiba Mocha auf Kuba entkamen.
Schwarz Miami hat eine Fülle von lokalen Künstlern verschiedener Metiers hervorgebracht, deren Beiträge für die Gesellschaft als Ganzes häufig nicht anerkannt wurden und die von einem größeren gesellschaftlichen Diskurs ausgeschlossen waren: in den 80er Jahren die Artifacts Artists Group, das South Florida Art Center, der Bakehouse Art Complex und das Española Way Art Center. Kollektive und Non-Profit Organisationen entstanden in genau den Teilen von Miami, die zu jenem Zeitpunkt als unbewohnbar galten. Die so neu entstandenen Räume konnten bis in die 90er Jahre Hunderten von lokalen Talenten kostengünstig Ateliers und Ausstellungsräume zur Verfügung stellen.


Yanira Collado-Tan temprano y descuidado, 2013

In den 90er Jahren dann gründeten viele lokale Künstler ihre eigenen artist-run Räume auf Grund eines Anstiegs von jungen Künstlern in Süd-Florida: The Box, The House, The Warehouse, the Alliance Theatre Gallery. Die Künstler begannen, eine Präsenz in Süd-Florida zu entwickeln, trotz des Mangels an qualitätsvollen Kunst-Programmen der lokalen Universitäten und der Unterstützung durch Museen und kommerzielle Galerien. Die Künstler der 90er Jahre standen unter dem Einfluss ihrer Kindheit in den 80er Jahren und durch die Kunst Programme des Miami Dade Community College, dessen Dozenten eine Mischung war aus Künstlern der 60er und 70er Jahre. Diese Mischung aus Lehrern und Schülern hat eine Mentoren Bewegung entstehen lassen in einem Jahrzehnt, welches durch alternative Methoden der Kultivierung von Gemeinschaft angeheizt wurde.

Die Jahre nach 2000 brachten das Phänomen ArtBasel Kunstmesse mit einer immensen wirtschaftlichen Stärke, welche Miami in einen Ort für kommerzielle Galerien, Unternehmen und Immobilieninvestoren verwandelte, was wiederum bedeutete: eine rasche Entwurzelung und Auslöschung vieler kleiner Kulturinstitutionen und der lokalen Kunstszene. Ein korporativer Wind wehte, genauso wie in den 80er, 90er und 2000er Jahren in Soho, East Village, West Village, Williamsburg, Lincoln Park und Harlem in New York.

Die MIA_ BER Künstler sind diejenigen, deren künstlerische Fragen um die Politik herum navigieren, deren dicke Haut sie davor schützte, konsumiert zu werden von Kommerz oder Desinteresse. Alle Künstler der Ausstellung wurden in Nordamerika, in der Karibik und in Südamerika geboren. Sie teilen eine einzigartige Erfahrung und einen gemeinsamen Kampf und artikulieren dies in ihrer Arbeit. Die MIA_BER Künstler bilden die Schichten der Landschaft Süd-Floridas. Ihre Erfahrung und Ausdauer steigen immer wieder auf. William Cordova, 2014


Barron Sherer+Graham Lambkin-Title Lansky Bloop! 2001-2010 video still

William Cordova, geboren 1969 und aufgewachsen in Lima, Peru, studierte an der Miami Central High School, am Miami Dade College, am Art Institute of Chicago und an der Yale University. Er war artist-in-residence im Studio Museum in Harlem/New York von 2004- 2005, im Core/MFAH von 2006-2008 und in der American Academy in Berlin, 2013. Seine Arbeit wurde unter anderem 2008 auf der Whitney Biennale im Whitney Museum, 2010 im Museum of Modern Art und im PS1 und 2012 im Guggenheim Museum, New York und an der Yale University gezeigt. Für 2014 ist er eingeladen, an der Prospect III, der Biennale in New Orleans, teilzunehmen.

MIA_BER ist ein künstlerisches Austauschprojekt zwischen Miami und Berlin und den Institutionen ArtCenter South Florida/Miami und dem Verein Berliner Künstler/Berlin. Die Ausstellung der KünstlerInnen aus Miami, die am 18.06.2014 in den Räumen der VBK Galerie eröffnet wird, wird kuratiert von William Cordova. Die Ausstellung der Berliner KünstlerInnen, die im Winter 2015 in Miami stattfinden wird in den Räumen des ArtCenter South Florida in Miami, wird kuratiert von Glexis Novoa Vian. Projektleiterin für das gesamte Projekt ist Andrea Sunder-Plassmann.
Das Projekt wurde initiiert und konzipiert von William Cordova, Glexis Novoa Vian und Andrea Sunder-Plassmann in Zusammenarbeit mit dem ACSF/Miami und dem VBK/Berlin.

Ort
Galerie VEREIN BERLINER KÜNSTLER
Schöneberger Ufer 57
10785 Berlin
Fon 0049 - (0)30 - 261 23 99
Fax 0049 - (0)30 - 269 31 916
Verein Berliner Künstler






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    19 Uhr: how does the world breathe now? Session N°38: Lying Truths with Ulf Aminde
    SAVVY Contemporary | Plantagenstraße 31 | 13347 Berlin

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