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Zeichnen mit dem Kopf, Ellbogen, Bauch und Knie (verbundene Augen): nicht metaphorisch, sondern real

Daniel Ben-Hur


Daniel Ben-Hur ist Zeichner, die Linie ist das Grundelement seines künstlerischen Werks. Er entwickelt seine Zeichnungen in Serien, die den Alphabeten entsprechen und die durch die jeweils identischen, von ihm vorher festgelegten äußeren Umstände des Werkprozesses, wie Material, Bearbeitungsdauer und –technik zusammengehören.
Ein Blatt ist dabei meist nur einem einzigen Buchstaben gewidmet, der nicht flüchtig geschrieben, sondern konzentriert gezeichnet ist. So stehen in einigen Serien nur wenige Exemplare desselben Schriftzeichens auf der Fläche nebeneinander und wirken in ihrer Einfachheit fast monumental. In anderen Serien wiederum erscheinen die Buchstaben unzählige Male in Zeilen nebeneinander oder palimpsestartig übereinander. Sie verdichten sich auf dem Blatt zu energischen Linienbündeln, die sich mit einem lockeren Strichgeflecht abwechseln, sie verschwimmen als Buchstaben und nähern ihre Erscheinung einer rein graphischen an.



Im Entstehungsprozess, der manchmal vom Sprechen oder Singen des Buchstabens begleitet wird, ermöglicht die konzentrierte kontinuierliche Wiederholung der Zeichenbewegung eine Annäherung an das Zeichen selbst, eine Verinnerlichung seiner Form. Die immer gleiche Form, die durch die immer gleiche Bewegung hervorgerufen wird, versetzt den Ausführenden in einen quasi meditativen Zustand. Die Meditation durch die Beschäftigung mit einem einzelnen Buchstaben erinnert an die Praxis des spanischen Mystikers und Kabbala-Lehrers Abraham Abulafia (1240–um 1292), der seine Schüler dazu anhielt, Meditation zu üben, indem sie einen oder mehrere Buchstaben denken sollten, isoliert und nicht im Zusammenhang eines Wortes.

Daniel Ben-Hur strebt nicht nach künstlerischer Vollendung und kalligraphischer Perfektion, im Gegenteil, er versucht diese zu verhindern, indem er seiner Arbeit vor Beginn einen strengen zeitlichen Rahmen setzt. Diese festgelegten Regeln und Beschränkungen geben jeder Arbeit und jeder Serie einen Rahmen und ein Gerüst. Innerhalb dieser festen Struktur versucht der Künstler alle Kontrollmechanismen auszuschalten, etwa, indem er mit verbundenen Augen zeichnet. Insbesondere durch das Ausschalten des Sehens als Korrektiv kommen die anderen Sinne im künstlerischen Prozess stärker zum Tragen. Die künstliche Aufhebung des Sehsinns verstärkt die Sensibilität der zeichnerischen Formungen.
Angesichts von Daniel Ben-Hurs Werken tritt der Betrachter in eine reflektierte Beziehung zu dem von ihm als alltäglich wahrgenommenen und verwendeten Medium Schrift und gelangt dadurch zu einer neuen Perspektive hinsichtlich seiner Sprache und seiner Kultur. Er wird mit Goethes Faust sagen: „Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen“, denn es wird offenbar, ein wieviel stärkeres ästhetisches Potential der Buchstabe im Vergleich zum Wort birgt. Der Buchstabe ist weit mehr, als ein dem Wort untergeordnetes Hilfsmittel der Kommunikation, wenn er durch den kreativen Prozess mit Sinn, Kraft und Tat bereichert wird. Geht man mit Daniel Ben-Hur vor das Wort, vor Logos und Ratio zurück zum einzelnen Buchstaben, so ist das – „Im Anfang war die Tat“ – eine Hinwendung zur Aktion: „Ich tue etwas und über dieses Tun entsteht etwas.“ Für ihn hat die Ratio im künstlerischen Schaffensprozess selbst keinen Platz: „Das Denken steht immer davor oder danach. In der Tat selbst steht die Intuition. Handeln ist immer auch intuitiv.“


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