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kunst.licht gallery

Shanghai Meets Chicago, Chicago Meets Shanghai

Vivian Maier und Lu Yuanmin



Eröffnung: Donnerstag, 30. April 2015, 18 - 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. Mai - 26. Juni 2015
Der Künstler Lu Yuanmin wird anwesend sein.


Film Screening
Vivian Maier - Who Took Nanny´s Pictures? (BBC Imagine, R: Jill Nicholls, UK 2013, 70 min)
Donnerstag, 14. Mai 2015, 20 Uhr

Neue Fotoausstellung konfrontiert das Amerika der Nachkriegszeit mit seinem modernen Gegenüber: China

Ab dem 1. Mai 2015 präsentiert kunst.licht gallery Berlin die Arbeiten von zwei Künstlern, die auf intime Art und Weise das Leben auf der Straße in verschiedenen Jahrzehnten, auf verschiedenen Kontinenten und unter unterschiedlichen politischen Systemen dokumentiert haben.


VIVIAN MAIER ‚NEW YORK (MAN AND WOMAN TALKING)‘ (1959). Gelatin Silver Print, 30,5 x 30,5 cm, Edition:15. Courtesy kunst.licht gallery and the artist.

Vivian Maier wuchs in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in den französischen Alpen auf und immigrierte später in die USA. Dort begann sie in den 50er und 60er Jahren die amerikanische Industriemetropole Chicago mit verblüffender Klarheit in Fotografien einzufangen. So entstanden Bilder, die überwiegend die Menschen in den Straßen der Großstadt zeigen. Gewöhnliche Menschen, gewöhnliches Leben. Insgesamt machte Vivian Maier mehr als 100.000 dieser Fotografien, Momentaufnahmen, die sie zu Lebzeiten mit niemandem teilte. Erst durch Zufall wurde wenig später ihr fotografisches Vermächtnis entdeckt und Vivian Maier stieg als eine Meisterin der „Street Photography“ in den Olymp der schönen Künste auf.

Während der Zeit, in der Vivian Maier mit ihrer Rolleiflex durch die Straßen Chicagos zog, wuchs im fernen Shanghai, in einer anderen Welt, Lu Yuanmin auf. Seine Jugend war verzerrt und geprägt durch das Chaos der Kulturrevolution und ihrer Nachwehen. Doch seine Erfahrungen während dieser dunklen Episode in der Geschichte Chinas hinderten ihn nicht daran später mit seiner Kamera das einfache, normale Leben der Leute mit Liebe abzubilden. Wenn überhaupt, so hatten die Ereignisse dieser Zeit in ihm eine tiefe Passion für das Menschliche und Imperfekte genährt.

Und auch wenn es auf den ersten Blick erscheint, als ließen sich die 50er und 60er Jahre in Chicago nur schwer mit dem Shanghai der 90er vergleichen, so ist die Gegenüberstellung in der Ausstellung natürlich nicht zufällig. Sie dient vielmehr dazu Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich herauszuarbeiten. Während dieser wichtigen Zeiträume war in beiden Städten ein Gefühl des Neuanfangs spürbar, mit aufregenden Perspektiven, die sich für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft eröffneten. Und diese spannende Atmosphäre des Umbruchs wurde gestaltet und gelebt von eben jenen Menschen, die sowohl Vivian Maier als auch Lu Yuanmin in ihren Bildern einfingen. Und doch, bei allen Gemeinsamkeiten, hätten die Umstände, unter denen diese Paradigmenwechsel in den USA und China stattfanden, unterschiedlicher nicht sein können.

Im Amerika der Nachkriegszeit regierten Individualismus und persönliche Freiheit absolut und wurden zu einer Art Ideologie des Staates, zum reinsten Ausdruck des „American Way of Life“, in dem jeder vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigen konnte. Aber während diese sozioökonomische Neuausrichtung eine “Boom Economy” initiierte, die den USA den Aufstieg zur Supermacht ebnete, so setzte sie den Einzelnen auch den unnachgiebigen Gesetzen und Kräften des Kapitalismus aus und teilte die Gesellschaft gnadenlos in Gewinner und Verlierer auf.


LU YUANMIN ‚THE WINTER OF SHANGHAI‘ (2013). Gelatin Silver Print, 54 x 64 cm, Edition:15+2AP. Courtesy kunst.licht gallery and the artist.

Das China der 90er Jahre hingegen war von einer anderen Art Wechsel geprägt: vorsichtiger und strengstens kontrolliert. Die Öffnungspolitik Chinas erlaubte dem Einzelnen auf einmal eine ökonomische Freiheit, die in den Jahren davor schlicht undenkbar gewesen wäre. Aber während sich der Staat in den USA stark zurücknahm, war und ist die Gesamtentwicklung in China eng geführt und bewacht von einem alle Lebensbereiche durchdringenden Staatsapparat. Ökonomische Individualität ist erlaubt und erwünscht, soziale und politische Individualität nicht.

Der genauere Blick auf die Fotografien von Vivian Maier kann verstören, sind sie doch gesättigt mit blanken, rohen Emotionen. Es sind Momentaufnahmen, ganz nah dran am Leben, im Guten wie im Schlechten. Aber sie sind auch beruhigend in der Menschlichkeit, die sie teilen. Stil, Kulturelle Rahmenbedingungen und politische Realitäten, sie alle mögen verschieden voneinander sein, in diesen beiden so ungleichen Städten, aber der vertraute Ausdruck in den Gesichtern, die vertrauten Gesten; sie alle sind ermutigend, tröstlich. Das was uns Menschen verbindet ist immer (noch) stärker, als das was uns voneinander trennt.

Vivian Maier (1926 New York - 2009 Chicago)
Ähnlich den vielschichtigen Stadtkulissen und Akteuren in ihren Fotografien, ist auch das Leben von Vivian Maier umhüllt vom Geheimnisvollen, und lässt sie so zu einer der rätselhaftesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts werden. Vivian Maier, die bitterarme Immigrantin, machte die meisten Fotografien während sie als Kindermädchen für vermögende amerikanische Familien arbeitete. Ihre Kamera, eine Rolleiflex, war ihr stetiger Begleiter und so entstanden über die Jahre mehr als 100.000 Negative, grandiose Momentaufnahmen vom Leben und Treiben in den Straßen der amerikanischen Metropolen New York und Chicago; Bilder, die sie zu Lebzeiten mit niemandem teilte. Vivian Maier erlangte erst nach ihrem Tod Berühmtheit, als ihr fotografisches Werk durch Zufall von einem New Yorker Broker entdeckt wurde.

Lu Yuanmin (1950 Shanghai)
Wie viele andere Jugendliche aus den Städten Chinas auch wurde Lu Yuanmin zwangsweise aufs Land geschickt, um von „den Bauern zu lernen“; ganz so wie es Mao postuliert hatte. Während dieser Zeit arbeitete er in der Propagandabteilung seiner Arbeitseinheit und führte dem Arbeitskollektiv Filme auf. Durch diese Arbeit kam Lu Yuanmin das erste Mal mit dem Medium Fotografie in Berührung. Nach seiner Rückkehr nach Shanghai, wurde Lu Yuanmin dank seiner neuen, auf dem Land erworbenen Fähigkeiten die Arbeit eines Industriefotografens zugeteilt, ein Beruf, der es ihm ermöglichte, seiner Leidenschaft Fotografie eine professionelle Basis zu geben. Seit Mitte der 80er dokumentiert er mit seiner Kamera das alltägliche Leben auf den Straßen Shanghais. Eine Lebensreise, die ihren Ausdruck in seinen beiden bekannten Serien “Shanghainese” und „Suzhou River“ gefunden hat.

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Scharnhorststrasse 24, 10115 Berlin
T: 03091501409

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