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Galerie Z22

UN VOYAGE DANS PARIS - La poésie des vitrines Photographien

JEAN LOUIS BERTUCCELLI



Jean Louis Bertuccelli: Ohne Titel, 2012, C-Print, 50x80

GALERIE Z22
Zähringer Str. 22, 10707 Berlin
Eröffnung: Samstag, 9. Mai 2015, ab 19 Uhr
10. Mai – 7. Juni 2015
MI-SO 15 – 20 Uhr + nach Vereinbarung


„Eines Tages bin ich an einem Schaufenster eines Ladens vorbeigelaufen, der wegen Umbauarbeiten geschlossen war…ich hatte das Gefühl, vor einem abstrakten Bild zu stehen…“
J.L. Bertuccelli


Jeder hat schon mal auf einer verstaubten Kommode, einer verschneiten Motorhaube oder einer verdreckten Glasscheibe seinen Finger gleiten lassen und einen Schriftzug, ein Bild oder irgendetwas dazwischen zurück gelassen. Laienhafte Spontankunstwerke, die zum Schmunzeln verleiten. So, oder so ähnlich müssen bei Streifzügen durch die Stadt die Pariser Schaufenster auf J. L. Bertuccelli gewirkt haben. Immer wieder stand er vor Geschäften, die wegen Umbauarbeiten geschlossen waren und deren sonst so gefüllte und einladende Schaufenster jeglichen Blick auf das Innere verwehrten. In Farbe getünchte, von innen absichtlich verdreckte Scheiben fand er vor. Doch für ihn waren es mehr als bloße Schmierereien, er empfand sie als abstrakte Bilder.

Die meist mit Kreide und Schwamm bearbeiteten Glasscheiben variieren von wilden Kreisbewegungen, Zickzack-Linien, getupften Flächen bis hin zu schier noch herabfließender Farbe. Diese Grundflächen sind an sich bereits ein Spektakel in Form und erahnter Bewegung, kombiniert werden sie mit Smileys, bunten Farbklecksen, Gegenständen oder gar anthropomorph anmutenden Figuren. Bertuccelli hielt diese für ihn abstrakten Bilder in Fotografien fest und separierte das Schaufenster aus seinem ursprünglichen Rahmen. Was bleibt ist das abstrakte Bild.


Jean Louis Bertuccelli: Ohne Titel, 2011, C-Print, 80x50

Die Fotografie war für den 2014 verstorbenen Cineasten und Musiker nie Teil seiner Profession, indirekt betrachtet allerdings doch. Auf der Filmschule Vaugirard in Paris lernte er damals, dass ein Film stets aus einzelnen Momentaufnahmen besteht, exakt 24 Fotografien pro Sekunde. Bei seinen zwischen 2011 und 2013 entstandenen Fotografien von bemalten Schaufenstern wandte er genau dies an, indem er nicht die komplette Ladenzeile fotografierte, sondern nur den für ihn relevanten Ausschnitt der Malerei festhielt.
Nach der Ausstellungspremiere in Paris im Jahre 2013, auf der Fotografien seiner Reisen und vereinzelte Schaufenstermomente gezeigt wurden, folgt nun in der Galerie Z22 eine umfangreiche Werkschau seiner fotografisch festgehaltenen Schaufensterimpressionen.


Jean Louis Bertuccelli: Ohne Titel, 2009, C-Print, 40x60

„Wenn man bewegte Bilder sieht, ist man verpflichtet, sie zu beobachten, während sie laufen, während bei einem Foto man nicht der Zeit untersteht, ein Foto bleibt und stellt einen Moment dar, der zum Träumen einlädt. Vor einem Bild ist man freier…“
J.L Bertuccelli

Die Galerie Z22 konzentriert sich vor allem auf die Präsentation von zeitgenössischer Fotografie und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesem Medium. In ergänzenden Ausstellungen wird ein Bogen zu Video, Malerei, Skulptur und Installation gespannt. Ein Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms liegt auf französisch-deutschen Projekten und einem Austausch zwischen diesen beiden Ländern.

Weitere Informationen: galerie-z22.com


Jean Louis Bertuccelli: Ohne Titel, 2012, C-Print, 80x5

Galerie Z22






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