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SHAPING REALITIES

Marianne Lang und Borjana Ventzislavova



Eröffnung: 05. November 2015, 18:30 – 21 Uhr
Ausstellung: 06. November 2015 bis 09. Januar 2016


Marianne Lang, Serie Haus im Grünen, 2015, Mischtechnik auf Papier, 50x60 cm Courtesy bäckerstrasse-­berlin


Marianne Lang setzt sich zeichnerisch mit dem Raum auseinander und greift mit Hilfe von Kletterpflanzen behutsam in vorhandene Architektur ein. In ihrer Serie „Haus im Grünen“ fokussiert die Künstlerin den Blick auf den Moment, in dem die überwuchernde Pflanzengesellschaft einen scheinbar stabilen Endzustand erreicht, sobald sie das jeweilige Gebäude völlig erklommen bzw. umschlossen hat. Durch diese Form der Begrünung wird die vormals sichtbare Architektur eines Gebäudes aufgelöst und durch lebendige Materie ersetzt. Assoziationen werden wach, die vom Dschungel Südostasiens, dessen versunkener Paläste und von erloschenen Zivilisationen erzählen. Formales Hauptaugenmerk der Künstlerin gilt der Art und Weise, wie die Häuser von einer ungerührten Vegetation vereinnahmt werden.

Marianne Lang wurde 1979 in Graz, Österreich geboren und studierte an der Universität Mozarteum Salzburg Malerei und neue Medien. 2005 schloss sie ihr Diplom bei Prof. Dieter Kleinpeter ab. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien.


Borjana Ventzislavova, Work for Public Space, 2012, C-­Print, 60x90 cm, Courtesy bäckerstrasse-­berlin


In der dreiteiligen Arbeit “For the future because of the past – specters everywhere" (the curtain, behind the curtain, because the curtain) befasst sich Borjana Ventzislavova mit der Propaganda des „Ostens“ und der Verlockung des „Westens“. Der silberne Vorhang erinnert hierbei nicht an den „Eisernen Vorhang“, der für die schier unüberwindbaren Grenzen zwischen NATO und den Warschauer Pakt-Staaten stand, sondern in ihm liegt etwas verborgen Verführerisches: Sehnsucht? Das wirklich schöne Leben? Gleichzeitig verweist er auf sich selbst als fertige Pop Art, ein Produkt der Konsumwelt, in der die Verpackung wichtiger erscheint als der eigentliche Inhalt. Auf einer geradezu kitschigen Insel scheint in Neonfarben „The bright future is still coming“, überraschenderweise ein kommunistischer Schlachtruf, mit dem die Künstlerin als Jugendliche in ihrer bulgarischen Heimat konfrontiert wurde. Dieser Satz, der genauso gut einem Meditationshandbuch für gestresste Geschäftsleute entliehen sein könnte, sowie die Verdopplung und Verdreifachung des Motivs, stehen für die Verwandtschaft der Ideologien, die in dieser Arbeit ironisch aufgebrochen werden.

Borjana Ventzislavova wurde 1976 in Sofia, Bulgarien geboren und studierte Infomatik an den Universitäten in Sofia und Wien. Sie graduierte 2005 in der Studienrichtung „Visuelle Mediengestaltung / Digitale Kunst“ an der Universität für angewandte Kunst Wien, arbeitet im Bereich der Fotografie, Film, Video, Installation und neue Medien und wohnt in Wien und Sofia.

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