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Galerie Villa Köppe

REMISSION 6

Hans Jürgen Simon



Hans Jürgen Simon, B-I-3-2012 | 2012, Magazine / Kunstharz, 110 x 140 cm (Ausschnitt)

Hans Jürgen Simons Kunst aus Printmedien (Zeitungen, Magazine) ist von ein-dringlicher physischer Präsenz. Die Verwandlung und Metamorphose des Alltagsmaterials in dreidimensionale Arbeiten – Wand-, Boden- oder Raumobjekte – sind das eigentliche Thema.

HANS JüRGEN SIMON – ARBEITEN MIT PRINTMEDIEN

Die Werke Hans Jürgen Simons stehen in einem Kontext, der die Kunst des 20. Jahrhunderts mitgeprägt hat: Die Benutzung von Printmedien in Kunstzusammenhängen. Als Massenware aus dem Alltag fanden Zeitungsseiten Einzug nicht nur in die kubistischen Collagen von Picasso und Braqué, sondern auch in die Montagebilder der Dadaisten. Künstler wie Kurt Schwitters bedienten sich der freien, collagierenden Bildgestaltung und klebten Zeitungen und Zeitschriften als Synonyme für die Lebensrealität in einer Informationsgesellschaft und das Daseinsgefühl in den Großstädten in ihre Kunstwerke.

Nach dem Weltkrieg lenkt die Kunst des Nouveau Réalisme sowie der Concept Art und der Pop-Bewegung mittels Einbeziehung von Printmedien den Blick auf Realität und Alltag. Zeitungen gaben etwa Warhols Kunstwerken den Nimbus eines unverbrüchlichen Zeugnisses der Realität.


Hans Jürgen Simon, A-4-10-2014-b | 2014, BAMS / Kunstharz / Bleiblech im weißen Kastenrahmen, 83 x 77 cm

Heute arbeiten allerdings wenige Künstler weltweit so dermaßen kontinuierlich und ausschließlich wie Hans Jürgen Simon mit dem Basismaterial Zeitung. Simon geht es nicht um Inhalte, es sind die Gestaltungsmerkmale und Farbqualitäten, die ihn als Künstler interessieren. Das bei industrieller Fertigung sich wiederholende, dass serielle, sind die eigentlichen Katalysatoren der Kunst von Hans Jürgen Simon. Die klare und reduzierte Formensprache des Künstlers bezieht sich ausschließlich auf dreidimensionale Arbeiten, wie Wand-, Boden oder Raumobjekte. Die Materialcharakteristik weißt subtile, tastbare Qualitäten auf. Dynamische und kraftvolle Passagen wechseln in seinem OEuvre mit anmutigen, zart-filigranen und schwingenden Linien. Bei Simon wird das Massenmedium Zeitung über Deformations- und Transformationsprozesse zum Metamedium Kunst.

Fantasie, Ausdruckskraft und visueller Ideenreichtum sind die wesentlichen Kriterien, die Simons Kunst hervorgebracht haben. Seine Arbeiten sprechen den Betrachter durch spannende Wechselwirkungen an. Ruhe und Bewegung kontrastieren spannungsvoll. In Tektonik und Strukturierung der Oberfläche nimmt Simons Werk auf die großen Metaphern der Natur Bezug – auf geologische Prozesse der Verwitterung, Erosion und Sedimentation, auf das Formenspiel im Rhythmus der Elemente von Wasser und Wind und auf das belebende Spiel von Licht und Schatten.


Hans Jürgen Simon, B-1-4-2010 | 2010, „Die Zeit“ / Kunstharz / Holzkasten mit Bleiblech, 40 x 30 x 13 cm

In dem sie in spannungsvoller Interaktion mit Licht, Schatten und Raum wirken, entfalten die Kunstwerke von Hans Jürgen Simon eine besondere atmosphärische Präsenz, sinnliche Wirkung und Strahlkraft, die nicht zuletzt auf die Verwandtschaft zu architektonischen Gestaltungsprinzipien und –formen zurückzuführen sind. Aus der Klarheit der Komposition von Simons Werken spricht auch eine präzise und moderne Architektursprache.
André Lindhorst, 2015

Vernissage
Do, 26. November 2015, 19–22 h

Einführende Worte
Dr. Heike Welzel-Philipp, (Kunsthistorikerin) – 19:45

Dauer der Ausstellung 27. November – 09. Januar 2016

KÖPPE CONTEMPORARY
Knausstraße 19 •14193 Berlin-Grunewald
Tel.: 030 / 825 54 43 • Mobil: 0176 / 23 37 92 78
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Di-Fr 16–19 h • Sa 11–17 h
sowie nach Vereinbarung

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