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ART LABORATORY BERLIN

Nonhuman Subjectivities The Other Selves. On the Phenomenon of the Microbiome

François-Joseph Lapointe, Saša Spacal mit Mirjan Švagelj und Anil Podgornik, Tarsh Bates, Joana Ricou



Links:François-Joseph Lapointe, Microbiome selfie, 2014 Mitte & rechts: Saša Spacal, Mirjan Švagelj, Anil Podgornik Mycophone Unison, Responsive Installation: Elektronic, Klang, und biologische Materialen, 2013; Petri dish, Installation Detail 2013

Vernissage: 26. Februar 2016, 20 Uhr
Künstler/innengespräch: 28 Februar 2016, 15Uhr
Ausstellung: 27. Februar – 30. April, 2016 || Fr-So 14-18 Uhr u.n.V. (von 25.- 27. März geschlossen)

Die Ausstellung, die erste unserer neuen Ausstellungsreihe Nonhuman Subjectivities, zeigt verschiedene künstlerische Positionen zum komplexen mikrobiellen Milieu am und im menschlichen Körper. Wissenschaftler behaupten, dass es genauso viele Bakterien wie menschliche Zellen in unserem Körper gibt. Das Phänomen des Mikrobioms wirft also eine Menge grundlegender Fragen über die menschliche Identität und unsere Beziehung zu unseren multiplen Entitäten auf.

François-Joseph Lapointe verbindet seine biologische Forschung mit Performancekunst. Seine jüngsten künstlerischen Arbeiten thematisieren das Mikrobiom in Verbindung mit unserem alltäglichen Leben und der physischen Beziehung zu anderen. Lapointe sequenziert sein eigenes Mikrobiom, um metagenomische Selbstportraits zu schaffen, sogenannte Microbiome Selfies, welche die Metamorphose seines bakteriellen Selbst illustrieren. In der Ausstellung werden neue Arbeiten seiner Performance 1000 Handshakes zu sehen sein, die er vor kurzem in der Eröffnungsnacht der transmediale 2016 realisierte. Die Bilder zeigen den mikrobiellen Verlauf während der Interaktion mit dem Mikrobiom anderer - so zum Beispiel beim Händeschütteln, einer grundlegenden und uralten Form der Beziehungspflege.

Saša Spacal zusammen mit Mirjan Švagelj und Anil Podgornik untersuchen die Dichotomie des Einsseins des menschlichen Körpers zwischen biologischer Einheit zum einen und Vielheit des menschlichen Mikrobioms zum anderen. In ihrer Installation Mycophone_unison entwickelte das Kunst-Wissenschaft-Design-Team eine auditive Landkarte der Interaktionen ihrer Mikrobiome und uns Rezipienten: Indem die Besucher ihren Fingerabdruck hinterlassen, senden sie ein Signal an die Karte, die dies durch die zentrale Himmelsplatte an die drei Mikrobiome weitergibt und verarbeitet. Die polymodale Sonifikation betont dabei die Vielfältigkeit der Macher/innen.


Tarsh Bates bei der Arbeit im Labor für künstlerische Produktion, School of Pathology and Laboratory Medicine, The University of Western Australia, 2015


Tarsh Bates untersucht künstlerisch, was es bedeutet, Mensch zu sein, wenn unser Körper mit mehr als einer Billion Zellen ausgestattet ist, von denen doch nur die Hälfte menschliche sind. Ihre neue Arbeit Surface dynamics of adhesion besteht aus einem beflockten Tapetenmodell. Auf der Grundlage des Bluts der Künstlerin und in Plexiglas-Rahmen dicht verschlossen entwickelt ein Candida bestimmte Muster, die in den Salons der viktorianischen Zeit populär waren. Die Arbeit ermöglicht ästhetische Erfahrungen über die Kontaktzonen zwischen den zwei völlig unterschiedlichen Organismen. Darüber hinaus thematisiert die Installation die unbewusste Beziehung, die wir zu Candida haben.


Joana Ricou, Other landscape no. 1, Mikrobiom der Künstlerin und Umgebung, C-print, 89 × 140 cm, 2014


Joana Ricous Fotografien, mikrobielle Gemälde und Performances verlaufen jenseits der traditionellen Grenze zwischen Organismus und Umgebung. Ricou sammelt Proben ihres eigenen Mikrobioms und das ihrer Umgebung, kultiviert diese im Labor, um sie anschließend zu visualisieren. Daraus sind zwei Portrait-Serien entstanden: Other-self Portraits, ein Gemisch von Kulturen ihres eigenen Körpers; und Non-self Portraits, ein Gemisch von umgebenden Kulturen.

Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)

Art Laboratory Berlin
Prinzenallee 34
13359 Berlin
+49/(0)152 0599 8318
info@artlaboratory-berlin.org

Während der laufenden Ausstellung Fr-So 14-18 Uhr geöffnet.

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