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Galerie Villa Köppe

Dialog der Residuen

Jeewi Lee und Henri Haake



HENRI HAAKE | O.T. (FUSSBALLER II) – 2015, 75 x 100 cm, Öl und Sprühfarbe auf Leinwand

VERNISSAGE 21. APRIL 2016 | 19h
22.04.-21.05.2016

„Residuum“, dieser lateinische Begriff steht für Rückstände, Überreste oder auch für eine flüchtige Spur von etwas – von einem Gegenstand, einem Foto, einem Text zum Beispiel. Der Berliner Künstler Henri Haake und die Künstlerin Jeewi Lee, die in Berlin und Seoul / Südkorea lebt, beziehen sich in ihrer aktuellen Ausstellung „Dialog der Residuen“ auf Spuren und Rückstände des gelebten Alltags von Menschen sowie von ihren Lebensräumen.

Haake, 1989 in Lübeck geboren, wurde ausgebildet an der Universität der Künste, Berlin. In der Regel dienen Henri Haake Abbildungen aus Zeitungen und Bilder aus dem Internet sowie eigene Fotos als Inspirationsquelle für seine Sujets. Das malerische Ergebnis erinnert allerdings nur noch entfernt an die Fotovorlage. Der Betrachter seiner Bilder blickt auf Szenerien, die wie zufällig gewählt scheinen. Es sind Momentaufnahmen aus dem Alltag, aus unterschiedlichen, manchmal extremen Perspektiven heraus gesehen. Der Ort des Geschehens bleibt oft unklar. Auch bleibt ungewiss, ob das was sich abspielt, gerade erst geschehen ist oder weit zurückliegt. Alles bleibt in einem rätselhaften Zwischenzustand von Gegenwart und Vergangenheit. Eine poetische Entfernung von der Wirklichkeit scheint auf, ein Abgesunkensein in der Zeit. Haakes Gemälde vermitteln keine Wirklichkeit sondern sie evozieren Erinnerungen in unseren Köpfen. Es sind Szenerien, die ihre Positionierung in unserem Gedächtnis dadurch finden, dass wir sie selbst alle einmal auf ähnliche Weise im Alltag erlebt haben, auf der Straße, auf Jahrmärkten, beim Friseurbesuch, auf Reisen und im Urlaub oder in der flüchtigen Begegnung mit anderen Menschen. (André Lindhorst)



JEEWI LEE | REINIGUNGSBILD NR 11 – 2015, 123,5 x 155,5 cm, cleaned/bleached korean traditional paper floor with traces and stains

Jeewi Lee ist 1987 in Seoul, Südkorea, geboren und ausgebildet an der Universität der Künste, Berlin. Spuren, die wir hinterlassen, gehören zu unserem Alltag. Ob wir diese Spuren wahrnehmen oder nicht, sie sind ein allgegenwärtiger Begleiter unseres Lebens. Mit diesen Begleiterscheinungen unseres Seins beschäftigt sich Jeewi Lee in ihren Arbeiten. Sie verfolgt und macht Spuren sichtbar, die ansonsten an unserer Wahrnehmung vorbei gehen.



HENRI HAAKE | O.T. (LIEGEN) – 2015, 35 x 35 cm, Öl und Sprühfarbe auf Leinwand

Diese unscheinbaren Spuren besitzen meist eine abstrakte minimalistische Form, formen aber auch eine starke Narration, die beispielsweise künstlerische Interaktionen oder auch Zeit und somit Vergangenheit und Geschichte festhalten und belegen. So werden z.B. die traditionellen Papierböden aus koreanischen Wohnräumen zur Leinwand für Spuren, die aus dem Kontext genommen mit einem Mal eine Ästhetik aufweisen und Beachtung finden. Lee taucht durch ihre Arbeiten zum einen in die philosophische Untersuchung von Spuren ein, die bei jeder Interaktion hinterlassen werden. Zum anderen benutzt sie die metaphorische Verwendung dieser Spuren, um sich mit den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Sujets zu beschäftigen. (Textausschnitte n. Marie-Theresa Krauß)
2016, Galerie Köppe Contemporary

KÖPPE CONTEMPORARY
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