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Kommunale Galerie Berlin

scheinbar | offensichtlich [4händig]

Yuni Kim (Fotografie/Installation) // Dagmar Weissinger (Skulpturen)



Eröffnung: Dienstag, 7. März 2017, 19 Uhr in der Kommunalen Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
Begrüßung: Heike Schmitt-Schmelz, Bezirksstadträtin
Rachel Kohn, Frauenmuseum Berlin e.V.
Einführende Worte: Barbara Höffer, Kunstwissenschaftlerin

Der Titel dieser Ausstellung thematisiert Dialektik als künstlerisches Prinzip. Beide Adjektive beziehen sich auf visuelle Wahrnehmungsvorgänge bzw. die darauffolgende intellektuelle Verarbeitung. Das offensichtlich Ersichtliche einerseits, der getäuschte Blick andererseits – es gilt, den Hintergrund zu entdecken, das Hintergründige aufzuspüren. Techniken des Gegenüberstellens, Assoziierens, Offenlegens und Verbergens sind den Werken von Yuni Kim und
Dagmar Weissinger gemeinsam.


Eins, Installation
(Feder, Plexiglas, Papier, Holz),
ca. 31 x 6 x 21,5 cm
2015 © Yuni Kim


Yuni Kims feinsinnige Installationen spielen häufig mit dem Gegensatz von Materialität und Immaterialität, mit Schatten und Reflektionen, die je nach Textur ihrer Projektionsflächen ein autonomes Eigenleben entwickeln. So entsteht ein Spiel zwischen negativ (Abdruck & Schatten) und positiv (reale Objekte), was die Anwesenheit der Abwesenheit sichtbar macht. Das eigentliche »Objekt« tritt dabei ganz in den Hintergrund.

Sie befragt Wirklichkeit, indem sie dem unmittelbar Sichtbaren, dem sogenannten Realen, eine andere Instanz des Existierenden im ›Un-fassbaren‹ (Virtuellen) gegenüberstellt [...] Eine unsichtbare Welt wird imaginär durch den Schatten eines abwesenden Objekts real spürbar. So, wie über Erinnerung mit der Kraft der Vorstellung in Gedanken eine Situation aus der Vergangenheit wieder erlebt – und für die Zukunft bewahrt werden kann.
(Joachim Becker in einem Text zum Diffring-Preis für Skulptur)


FINDLING_geschnitten, Osttiroler Serpentin Tauerngrün,
5 Spanten aus VG-Platten: jede 17.5/59.4/89.8 cm
auf Folien-beschichteter VG-Basisplatte: 59.4/89.8/3.2 cm
1991/2016
© Dagmar Weissinger


Dagmar Weissinger konfrontiert uns hingegen vorwiegend mit Skulpturen aus Stein, die in ihrer beeindruckenden Materialität wahrnehmbar sind. Sie arbeitet mit Steinfragmenten, durch Natureinflüsse und industrielle Bearbeitung geprägt. Mit skupturalen Eingriffen wie Spalten, Schneiden, Meißeln und anschließendem Positionieren durch Stapeln, Schichten und Reihen »seziert« sie ihre Steine gewissermaßen.

Das Material setzt in dem ihm eigenen Möglichkeiten die Ordnung der künstlerischen Aussage. Der gestaltende Eingriff ist minimal und muss minimal sein. Er besteht im Arrangieren. [...] [...] die Verfahren der Komposition: Proportionieren und Positionieren. Der künstlerisch hergestellte physische und geistige Zusammenhang der scheinbar autonomen Skulpturen tätigt sich in der Phantasie des Betrachters, der die Choreographie der Gemachtheit nachvollzieht.
(Ingrid Ostheeren in einem Katalogtext über Dagmar Weissingers Arbeit)

Am Sonntag, 9.4.2017 um 12 Uhr findet ein Künstlerinnengespräch statt.
Moderation: Dr. Birgit Möckel, Kunsthistorikerin

Frauenmuseum Berlin e.V. zu Gast
in der Kommunalen Galerie Berlin

Kommunale Galerie Berlin
Hohenzollerndamm 176
10713 Berlin
t 030 90 29 16704
kommunalegalerie-berlin.de
frauenmuseumberlin.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10 – 17 Uhr
Mittwoch 10 – 19 Uhr
Sonntag 11 – 17 Uhr

Eintritt frei
Kommunale Galerie Berlin




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