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Galerie Kuchling

The best of all possible worlds

Eduard Bigas


Werkabbildung
Eduard Bigas, Undivided, 2015

Midissage + Performance
29.4.2017 / 19-23 Uhr: im Rahmen der Ausstellung "Eduard Bigas - The best of all possible worlds" - 2 Performances mit der japanischen Violinistin und Komponistin Hoshiko Yamane.
Galerie Kuchling | Karl-Marx-Allee 123 | 10243 Berlin

„In was für einer Welt leben wir eigentlich?“ Diese Frage ist keineswegs neu und doch ungebrochen brisant. Die Antworten darauf sind entsprechend vielfältig. Leibniz´ Postulat „der besten aller möglichen Welten“ als ein Erklärungsversuch wurde nicht nur, aber besonders eindrücklich in Voltaires Candide als allzu naives Gott- und Weltvertrauen satirisch abgestraft. Denn es ist die Differenz zwischen unserer Lebenswelt mit all ihren politischen und menschlichen, kleinen und großen Unmöglichkeiten und der Idee von einer Welt, die tatsächlich die beste aller möglichen sein könnte, die nicht nur Voltaire, sondern vielleicht auch manchen anderen zum Zyniker werden lässt.

Werkabbildung
Eduard Bigas, Inferno, Purgatorio e Paradiso, 2016

Ganz ohne Bitterkeit hingegen und mit träumerischer Leichtigkeit kommen die Gemälde von Eduard Bigas daher, welche vom 23. März bis zum 06. Mai in der Galerie Kuchling eben unter jenem Titel „The best of all possible worlds“ zu sehen sind. Sobald man die grosszügigen Ausstellungsräume in der Karl-Marx-Allee betritt, lässt man die Welt der harten Kontraste vor der Tür zurück und begibt sich in einen Kosmos von surrealen Landschaften und Wesen, in dem Bigas mit einem unnachahmlichen Gespür für Farbklänge und Formsuggestionen mit Pinsel und Palette auf der spannungsreichen Linie zwischen gegenständlicher und abstrakter Bildwelt balanciert. Besonders eindrucksvoll ist hierbei seine dreireihige, aus insgesamt 24 quadratischen Einzelgemälden bestehende Komposition Sequences, die der Künstler in dieser Form eigens für die Ausstellung zusammengestellt hat. Monochrome Farbflächen bilden zusammen mit nahezu abstrakten, surrealen Motiven, von denen einige von einer schwarzen Kreisblende eingefasst sind, ein harmonisches Gesamtwerk, das bei längerer Betrachtung eine nahezu meditative Wirkung entfaltet. Mehr als 2 Jahre lang hat der gebürtige Katalane an den jetzt erstmals ausgestellten Werken gearbeitet und seine Formensprache weiterentwickelt: Die großen Graphit- und Kreidezeichnungen seines Triptychons Continuous Present, in denen sich malerische und zeichnerische Elemente auf reizvolle Weise überlagern, zeigen im Vergleich zu früheren grafischen Werken eine noch stärkere Abstraktion, die mit einer Befreiung der Linie und einer größeren Konzentration auf Farbstrukturen und Farbstimmungen einhergeht und sich im Medium der Malerei nochmals steigert. Wie schwerelos driften in Bigas´ Gemälden Farbflächen und -formen über die Leinwand, erinnern mal an einen Vogel, an einen Vulkan, an menschliche Körperformen oder an eine im Nebel liegende Landschaft.

Werkabbildung
Eduard Bigas, Ohne Titel, 2016

Doch wer beim Anblick von Regenbögen und aquarellierten Farbverläufen meint, Bigas sei ein unpolitischer Träumer, der unterschätzt den Katalanen. Bigas, der sich als Europäer fühlt und sich angesichts der derzeitigen politischen Entwicklungen um die europäische Freiheit sorgt, distanziert sich in seinen aktuellen Arbeiten bewusst von unserer alltäglichen Welt. So kann er die eigene innere Welt mit all ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Fantasien bewahren, ihre Grenzen gestalterisch erforschen, weiten und auf der Leinwand mit uns teilen. Denn irgendwo dort zwischen Linie und Fläche, zwischen Malgrund und Farbe, zwischen Verstand und Gefühl befindet sich Bigas‘ beste aller möglichen Welten und es wäre wohl ein Frevel, würden wir ihm nicht – zumindest für eine Weile – dahin folgen. Und wer sich dann noch fragt: „In was für einer Welt leben wir eigentlich?“ Dem sei, ganz ohne Zynismus, geantwortet: In einer Welt voller Farben, Klänge, Licht, Rhythmus, Fantasie und Formenvielfalt – man muss nur mutig genug sein, ihr auch Raum zur Entfaltung geben. Dann ist sie vielleicht sogar eine der besten.

Vernissage: 23. März 2017 von 19-23 Uhr
Ausstellung: 24. März – 6. Mai 2017

Galerie Kuchling
Inh. Robert Kuchling
Karl-Marx-Allee 123
10243 Berlin

Mobil: +49 176 726 077 21
Tel.: +49 30 120 852 65
e-mail: galerie@galerie-kuchling.de

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