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museum FLUXUS+

DADAUNDFLUXUS - Dokumente zweier Bewegungen

Themenausstellung


Werkabbildung
Wolf Vostell, Hommage à Otto Dix, 1993, © VG BILD-KUNST, Bonn 2017

DADAUNDFLUXUS - Dokumente zweier Bewegungen
Sonderthema in der Dauerausstellung im museum FLUXUS+
6. April bis zum 30. September 2017; Mi - So 13:00 – 18:00 Uhr
Veranstaltung DADA POTSDAM am 21. April 2017

Dada war wie Fluxus eine Revolte, die nicht auf die Konservierung in Museen abzielte. Die Auswirkungen beider Bewegungen auf die Entwicklung der Kunst des 20. Jahrhunderts wird aber heute zweifelsfrei von der Kunstgeschichte akzeptiert. „Dada – Dokumente einer Bewegung“ titelte eine Ausstellung des Düsseldorfer Kunstvereins 1958 und präsentierte Großfotos, Plakate, Handzettel, Manifeste und Broschüren, um die Dada-Bewegung in Erinnerung zu rufen. Gesehen, verinnerlicht und weiterentwickelt hat dies nicht zuletzt die junge Künstlergeneration der 50er/60er Jahre. DADAUNDFLUXUS zeigt ab dem 6. April 2017 „Dokumente zweier Bewegungen“ in einer Sonderschau in der Dauerausstellung im museum FLUXUS+ in Potsdam.
Am Freitag, dem 21. April 2017 findet die abendliche Veranstaltung DADA POTSDAM statt.

1917 kaufte Marcel Duchamp in einem Sanitärhandel ein Urinal und erklärte es zur Kunst, ein außerhalb der Kunst gefundenes Objekt, ein „Ready-made“, „La Fontaine“ der Titel, signiert mit dem Pseudonym „R. Mutt". Der bürgerliche „Mythos um den Künstler“, den Schaffensprozess und die Bedeutung des Werkes wurde durch diesen skandalösen Akt erschüttert. Seitdem versuchen Künstler_innen den Kunstbegriff neu zu definieren. Was in den letzten fünfzig Jahren als Fluxus verwirklicht wurde, hat seine Ursprünge bereits vor 100 Jahren. Dada kämpfte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gegen gesellschaftliche Konventionen.

Dada und Fluxus gleichen sich darin, dass zeitgleich, international Künstler_innen mit den Normen brachen. Musik, Sprache und Bildwerk wurden neu definiert und die Genre miteinander vermischt. Kunstschaffende als Spiegel ihrer Zeit, reflektieren gesellschaftliche Vorgänge jeglicher Art und reichen dies durch das Kunstwerk weiter. Bei vergleichbaren Situationen werden ähnliche Aktionen hervorgerufen. Dada und Fluxus finden in bzw. nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg ihre Anfänge. Nicht nur die Gräuel des Kampfes an sich, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse, die dazu führten, stehen in der künstlerischen Auseinandersetzung. Beiden Bewegungen liegen Provokation, Traditionsbruch, Protest und Widerstand gegen die bürgerliche Gesellschaft und ihre Werte und Normen zugrunde.

Ausgewählte Aspekte und Parallelen beider Kunstbewegungen werden durch dieses Sonderthema präsentiert. Dies lässt die Exponate der Fluxus-Akteure in der Sammlungspräsentation unter einem neuen Blickwinkel stehen. Bestimmte Werke der Dauerausstellung werden in den Vordergrund gerückt, wie beispielsweise die Hommage von Wolf Vostell an Otto Dix, eine Druckgrafik aus dem Jahr 1993. Vostell schuf sie als er in der Kunstgalerie Gera, in der Geburtsstadt Dix´, die Retrospektive "Leben = Kunst = Leben" hatte.

Dokumente, Kunstdrucke, Fotos, Manifeste sowie Filme werden zum Sonderthema gezeigt. Uwe Döbbekes Portrait „Hannah Höch“ und die Dokumentation „Was ist Dada?“ vom Schweizer NZZFormat ergänzen detailreich die Sonderschau. Der Film “Psst pp Piano“ von Gregor Zootzky verdeutlicht in besonderer Weise die Radikalität der Avantgarde und spannt den Bogen von Hugo Ball über John Cage zu Nam June Paik und Mary Bauermeister, deren Werke im Erdgeschoss des Museums gezeigt werden, und die von der Kriegs- und Wiederaufbauzeit in den 50er Jahren in Deutschland stark beeinflusst wurde.

museum FLUXUS+
Schiffbauergasse 4f, 14467 Potsdam
Telefon: 0331 / 60 10 89 - 0 Telefax: 0331 / 60 10 89 - 10

Öffnungszeiten: Mi - So 13.00 – 18.00 Uhr

Werkabbildung
(c) Duo "Klang-Zeichen" (Weimar)

Am Freitag, dem 21. April 2017 findet hierzu die abendliche Veranstaltung DADA POTSDAM statt.

Zwei Ereignisse rahmen diesen Veranstaltungsabend. Das Datum ist das neunjährige Jubiläum des museum FLUXUS+. Im Jahre 2008 eröffnete das private Museum am Standort Schiffbauergasse und brachte so Fluxus nach Potsdam. Aber auch Dada hat Wurzeln in der Landeshauptstadt. Kurt Schwitters hat 1925 seine (noch nicht vollendete) "Sonate in Urlauten" erstmals im Hause der Verlegerin Noa Kiepenheuer in Potsdam aufgeführt.

Wir laden herzlich zu der Abendveranstaltung DADA POTSDAM ein.
18.30 Uhr
Einlass – Eintritt frei

Programm:
19.00 Uhr Begrüßung durch Heinrich Liman, Geschäftsführer des museum FLUXUS+
anschließend Einführung Eckhard Siepmann „DADA UND FLUXUS UND WIR“

Eckhard Siepmann war von 1976 bis 1995 Geschäftsführer des Werkbund-Archivs. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum der Dinge. 1977 erschien in Berlin in der Elefanten Press sein Buch „Montage: John Heartfield. Vom Club Dada zur Arbeiter - Illustrierten Zeitung“.
Siepmann kuratierte 2015 in Berlin in der Marheineke Markthalle die Ausstellung „KreuzbergDada - 100 Jahre Grosz-Heartfield-Konzern. 1915-1920“.

19.30 Uhr Duo "Klang-Zeichen" (Weimar)
Daniel Hoffmann, Trompete/Flügelhorn/Röhrenradio/Stimme
Michael von Hintzenstern, Harmonium/Röhrenradio/Stimme

Das Duo „Klang-Zeichen“ ist aus dem „Ensemble für Intuitive Musik Weimar“ (EFIM) hervorgegangen, das eng mit Karlheinz Stockhausen zusammenarbeitete und bisher in 30 Ländern gastierte. Es knüpft an Traditionslinien des Dadaismus an und ist durch die musikalischen Positionen von Erik Satie und John Cage geprägt.
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