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Beuth Hochschule für Technik Berlin /
FB IV Studiengang Architektur

Nekropole Berlin - Neukölln 1945


Werkabbildung
Copyright Susanne Junker

Nekropole Berlin - Neukölln 1945
ein multimediales Forschungsprojekt
mit Ausstellungen an 5 Orten in Neukölln, Karlshorst und Charlottenburg

Die Open-Air-Ausstellung "Nekropole Berlin-Neuölln 1945" auf dem Friedhof Buschkrugallee, Buschkrugallee 38, 12359 Berlin (U-Bahn-Station Grenzallee, U7) wird bis zum 30. Juni verlägert und erweitert.

Ausgestellt werden monochrome Fotografien, darunter eine 30 m lange Collage an der Friedhofsmauer.

Grussworte der Neuköllner Bezirksbürgermeisterin, Dr. Franziska Giffey,
und von Dr. Fritz Felgentreu, Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Landesverband Berlin:


»Wie konnte es soweit kommen? Es ist wichtig, dass wir uns an diese schlimme Zeit erinnern.«

»Dieses Projekt unternimmt einen sinnlichen Zugang zu Krieg und Kriegstod - nicht über Grabsteine, sondern über Fotografien.«


Vom 16. April bis zum 2. Mai 2017 jährt sich die »Schlacht um Berlin« zum 72. Mal.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, den Nazi-Deutschland angezettelt hatte und der 85 Millionen Opfer forderte, lag Berlin in Trümmern. Heute ist Aleppo eine solche Geisterstadt. Krieg ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart.

In Berlin befinden sich auf rund 220 Begräbnisstätten Einzel- und Massengräber, in denen die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft liegen - viele davon Unbekannte, Kinder, Zivilisten, Zwangsarbeiter, KZ-Opfer, Widerstandskämpfer, Opfer der sog. »Euthanasie«, Soldaten unterschiedlicher Nationalitäten.

Neukölln bündelt in kultureller, religiöser und sozialer Vielfalt alle Merkmale der Metropole Berlin. Auf 16 Neuköllner Friedhöfen, z.B. am Columbiadamm, in der Hermannstrasse, Buschkrugallee und Lilienthalstrasse, befinden sich knapp 16.000 einzelne Kriegsgräber und auf einer Fläche von 1.600 m2 Massengräber - eine urbane Schicht inmitten des täglichen Lebens. Diese Schicht ähnelt einer antiken Nekropole - jedoch über dem Boden. Diese Begräbnisstätten sind für die Öffentlichkeit zugänglich, doch werden nur sehr wenige wahrgenommen. Die meisten Opfer bleiben daher fast unsichtbar, unabhängig von Herkunft, Alter, Rolle, Schicksal.

»26 Jahre, der Mensch, der hier liegt, wurde so alt wie ich jetzt bin.
Viele, die hier liegen, wurden nicht einmal so alt.«


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»Hyba« © 2016 Tim van Beveren / tvbmedia productions - Berlin

Zwei Jahre lang fotografierten knapp 60 Master-Studenten aus der Architektur-Fakultät der Beuth Hochschule auf Neuköllner Friedhöfen. Mit einer legendären Leica M Monochrom 246, die von der Firma Leica zur Verfügung gestellt wurde, entstanden ausschliesslich monochrome, also klassisch schwarz-weisse Fotografien. Sie zeigen Licht und Schatten, Stillstand und Leere, Zeit und Vergänglichkeit. Im Studio, mit digitalen Collagen und in persönlichen Porträts, wurde diese »Malerei mit Licht« zum Thema Tod und Krieg als Memento mori gespiegelt - von Homer und dem trojanischen Krieg über Leo Tolstois »Krieg und Frieden« und die napoleonischen Befreiungskriege, der türkischen Nationalhymne bis zu heutigen Kriegen und Konflikten, die die meisten von uns nur mittelbar, über die Medien und das Internet erleben. Die tragischen Parallelen zwischem dem »Napalm-Mädchen« aus Vietnam und dem kleinen Jungen, der aus den Ruinen Aleppos gerettet fassungslos im Krankenwagen sitzt, werden so visuell vergegenwärtigt.

»Wir zeigen, wir spiegeln, wir erinnern.«
Zwei dieser Fotografien erhielten beim renommierten »Monochrome Awards - International Black&White Photography Contest« in den USA »Honorable Mentions« in der Kategorie »professionelles Porträt«.

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"Helena" © 2016 Tim van Beveren / tvbmedia productions - Berlin

Diese Fotografien, digitalen Graphiken und crossmedialen Installationen werden absichtlich nicht in einer Galerie ausgestellt, sondern an den authentischen Orten:

• In der Kapelle des Friedhofs Columbiadamm wird neben Fotografien und Installationen ein Triptychon gezeigt, wie ein mittelalterliches Altarbild, doch nun als digitale Bildergeschichte.

• Auf dem Friedhof Buschkrugallee hängen die Fotografien in der Nähe eines Massengrabs. Die dort begrabenen Menschen, darunter auch Kinder, mussten als »letztes Aufgebot« eine Brücke über den Teltowkanal verteidigen. Sie starben Ende April 1945, nur wenige Tage vor dem Frieden.

• Im Deutsch-Russischen Museum Karlhorst, dem Ort, an dem am 8. Mai 1945 die Kapitulation unterzeichnet wurde, zeigt ein Mega-Screen die Fotografien zusammen mit Interviews und historischem Filmmaterial.

• Die Berliner Landeszentrale für politische Bildung, im Amerikahaus in der Hardenbergstrasse, projiziert eine zeitbasierte Mediencollage in den öffentlichen Strassenraum.

• Der Schauspieler Günter Lamprecht, der die Schlacht um Berlin als Kind erlebte, unterstützt das Projekt als Zeitzeuge. Er hat bei der Vernissage am 25. April im Kulturstall Schloss Britz aus seinen Erinnerungen gelesen.

»Nekropole Berlin - Neukölln 1945« ist eine Kooperation von Masterklassen der Beuth Hochschule für Technik Berlin mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Landesverband Berlin und tvbmedia productions.

Das Projekt wird von Prof. Dr. Susanne Junker und Tim van Beveren geleitet.
Susanne Junker promovierte über den Bauhaus-Fotografen Walter Peterhans und hat einen Lehrstuhl für Entwerfen, Innenraumplanung und Visualisierung mittels virtueller Medien.
Tim van Beveren hat als Journalist jahrzehntelange eigene Erfahrungen aus Kriegs- und Konfliktgebieten. -sj

Kontakt für Rückfragen und weiteres Bildmaterial: suju@beuth-hochschule.de


Prof. Dr. Susanne Junker
FB IV Studiengang Architektur
Beuth Hochschule für Technik Berlin
13353 Berlin


weitere Informationen:
nekropolen-projekt.de
Beuth Hochschule für Technik Berlin /
FB IV Studiengang Architektur







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