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STATES OF FLUX (Malerei, Installation, Skulptur, Video)

Gruppenausstellung




Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 04. Juni 2009, 19-22 Uhr
Dauer der Ausstellung: 05. Juni – 31. Juli 2009

Künstler: Mario Fois (I), Massimo Vitangeli (I), Giorgio Tentolini (I), Pierre Fischer (F), Willem Julius Müller (D), Jenny Brockmann (D)



In ihren Arbeiten erforscht Jenny Brockmann menschliche und gesellschaftliche Verhaltensmuster und Eigenschaften der menschlichen Psyche, wie diese sich zu dem von ihr entworfenen Raum stellen und ihn mitgestalten. Medien ihrer Auseinandersetzung mit Raum sind Installation, Skulptur, Zeichnung, Film und Fotografie. Die in der Ausstellung gezeigte Arbeit Die Umarmung, 2007, ist ein Instrument aus Holz, Schaumstoff und Textil, das von einem Menschen betätigt werden kann. Es greift die Aktion des Umarmens auf und wandelt sie ab in ein den Menschen auf Knopfdruck umschließendes Raumsystem. Angelehnt ist diese Raumskulptur an die „Hug-Box“ der amerikanischen Wissenschaftlerin und Autistin Temple Grandin, die sich durch den von ihr entworfenen Umarmungsapparat weitestgehend selbst geheilt hat. Eines der wichtigsten Elemente der Installation ist der Schalter, mit dem die in der Installation stehende Person die Mechanik selbstständig betätigt.



Ruinen, leer stehende Industriebauten, still gelegte Freizeitparks. Der öffentliche Raum, den der Maler Willem Julius Müller als Hauptmotiv für seine Leinwandarbeiten wählt, wurde seit längerer Zeit nicht mehr instand gehalten. Auf Asphalt und Beton verdichtet sich Unkraut, verwilderte Hecken okkupieren den Bildraum. Menschen sind in den Bildern nicht zu sehen, Hauptgeschehen ist allein der unaufhaltsame Prozess einer sich ausbreitenden Vegetation. Eine Natur, deren wildes Wachsen als Triumph über menschliche Ordnungssysteme verstanden werden kann, deren enorme Stilisierung aber über das Sinnbild der Vergänglichkeit hinaus weist, auf eine Dekonstruktion des Gegenständlichen und Beschäftigung mit Malerei. Die Verbildlichung von Verfallsprozessen erfolgt auf einer formalen Ebene. Weder Ausschnitt noch Perspektive lassen einen Bildmittelpunkt erkennen; in diesem von grell farbiger Vegetation dominierten Bildraum entstehen formale Bezüge zwischen den einzelnen aus dem Kontext heraus gelösten Fragmenten. Das hohe Maß an Künstlichkeit erklärt sich aus dem Fehlen einer natürlichen Lichtquelle und dem stark herunter gekühlten Kolorit, das in flachen, stark deckenden Tönen die Stimmung einer mit Flutlicht ausgeleuchteten Szenerie vermittelt. (Textauszüge, Elena Winkel)



Der Faktor Zeit spielt auch in Pierre Fischers Malerei eine wichtige Rolle: In seinem Werk hat sie mit Langsamkeit zu tun, mit Durchdachtheit und Dauer und vermag Geschichte und den Sinn von Bildern neu zu interpretieren, zu erfinden, zu umschreiben oder umzuwandeln. Dieses Verständnis von Zeit und Wandlung prägt Pierre Fischers Werk, der uns in diesem Sinne einlädt – auch auf die Gefahr eines Anachronismus hin –, seinem Blick auf die zeitgenössische(n)Geschichte(n) zu folgen. In seinen mehrschichtigen und collageartigen Arbeiten stellt er Figuren, Gegenstände, Szenen und Räume unterschiedlichen Ursprungs und aus unterschiedlichen Kontexten und Zeiträumen nebeneinander, setzt sie zueinander ins Verhältnis, lagert sie übereinander. So entsteht eine Bilderwelt, die nicht einfach nur darstellen will, sondern mit ihrer – im wahrsten Sinne des Wortes – Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit Raum bietet für eine Vielzahl von Interpretationen. (…) Die für seine Arbeiten verwendeten Techniken wie Acryl, Öl, Lack, Schablonen, Farbspray, Collage tragen dazu bei, die unterschiedlichen Szenen und Fragmente zu entwirren oder zu verbinden. (Textauszüge, Alain Orry. Übersetzung aus dem Französischen: Odile Kennel)



Massimo Vitangelis’ Arbeiten provozieren eine „semantische Desorientierung“; er modifiziert Realitäten, verändert die übliche Form der Wahrnehmung und stößt den Betrachter seiner Werke in eine komplett neuartige Bewusstseinsstruktur. Die ästhetische Schwingung, die in seinen Arbeiten fühl- und sichtbar wird, wird durch Schichtung von Geräuschen, sowie die Mischung von Fotografie, Video und Digitaltechniken mit malerischen Elementen erzeugt. Massimo Vitangeli strebt danach, tiefe Bedeutungsschichten zu ergründen. Die Bildzeichen und Symbole, die der Künstler kreiert, legen Zeugnis dafür ab: in steter Oszillation versetzen sie die Realität - letztlich ungreifbar bleibend - in Schwingungen.



Die abstrakten Arbeiten von Mario Fois erinnern in der Kraft und Farbigkeit an die Automatismen eines Jackson Pollock, mit dem Unterschied, dass seine Arbeiten die eines Wissenschaftlers, eines Statistikers zu sein scheinen: Er versteht die Leinwand als eine Art Tortengrafik mit farbigen Sektionen, die – bei Fehlkalkulation oder angesichts negativer Ergebnisse – zu zerschmelzen drohen: geschmolzene Materialien (Silicon, Glasfarben, ..) verlaufen mit schwarzem und weißem Hintergrund, streben vermeintlich nach Formwerdung.



Giorgio Tentolini, bekannt durch die Teilnahme an vorherigen Gruppenausstellungen, konzentriert sich in seinen Arbeiten (Nete, 2009, Il Giuba Esplorato, 2006) auf das Spiel von Lichten und Schatten: In Streifen geschnittene, senkrecht auf Holz aufgesteckte Photographien oder aus Drahtseide geknüpfte Netze lassen - in Interdependenz mit Licht - Motive erkennen. Der Künstler ist nicht vornehmlich an ästhetischen Resultaten interessiert, sondern vielmehr an dem Konzept und dem Sichtbarmachen von Körper, Seele und Geist seiner Motive und Themen.

Abbildungen:
- Mario Fois, Dripping Signs V
Fused silicon, plastic water and oil on canvas. 70 x 100 x 4 cm. 2008.
- Jenny Brockmann, Die Umarmung
Wood, textil, pneumatic cylinder. (H) 2,3 x (B) 1,8 x (T) 0,8 m. 2007.
- Massimo Vitangeli, Still from „Tell“
Video, 4‘20“. 2008
- Willem Julius Müller, Salon
Oil on Canvas. 160 x 200 cm. 2007.
- Giorgio Tentolini, Suppliciations
Laser print on vinyl acetate. 15 x 30 cm 5 piece Installation. 2004.
- Pierre Fischer, Force de l‘ordre III
Oil, acrylic and finish on Canvas. 180 x 140 cm. 2009.

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Tel 030. 224 9518 3
Fax 030. 224 9510 5
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STATES OF FLUX. Group Exhibition (Paintings, Installation, Sculpture, Video)

Opening: 04. June 2009, 7 to 10 pm.
(The exhibition runs from 05 June to 31 July 2009.)

Artists: Mario Fois (I), Massimo Vitangeli (I), Giorgio Tentolini (I), Pierre Fischer (F), Willem Julius Müller (D), Jenny Brockmann (D)

The main focal point of Jenny Brockmann’s art work is on social component as well as on psychological effects of rooms. In her works, e.g. Schutzraum, Rhythmus der Zelle, Umarmung and her last work Das Mal, she researches, what happens, when the qualities of human bodies are transferred to the space. In her projects, Jenny Brockmann is analyzing dynamic and spacious processes as well as developments in the nature. She studies human and social patterns and the characteristics of the human psyche, i.e. she will find out, how they react on her created spaces and how they participate in the construction of her (the artist’s) ambiance. The media of her artistic examination of spaces are installations, sculptures, drawings, films and photographies. She assembles all these media in different combinations in relation to the space, according to the subject of her analysis. The work of art Die Umarmung, 2007 (The embracement), exposed in the exhibition of S&G Arte Contemporanea, is an instrument in wood, cellular material/foam and textiles, which can be activated by the attendants. The instrument takes up the act of embracement and modifies it in a room-system, which encloses the man by a push of a botton. The interactive sculpture follows the equipment of the american scientist and authist Temple Grandin, healing herself by an equipment of embracement as far as possible. The most important element of the installation is the contacter, which people, standing in the structure and being embraced, can activate independently.

Willem Julius Müller centers on ruins, abandoned industrial buildings and vacant leisure parks. These supposed romantic spaces, the artist focused on in his paintings, are neglected for a long time. Pest plants are growing out the asphalt, wild hedges border the image space. Except nature and ruins, there are no humans in his images. The subject is the never ending process of an extending vegetation. The nature seems to conquer human order systems. Regarding the formal aspects, neither details, nor perspectives reveal any central points. The colors are crude, cool and appear to have no source of light. In consequence the artist’s spaces seem to be very artificial. The plane, covering tones evoque an atmosphere of flood lighted artificial unreal scenes.

Mario Fois is a crazy maniac - but of color. He is a “serial killer of form”; an outrage to figure; an abstract painter, he is a sort of Pollock. He takes fragments of paintings by the American master and enlarges, stretches and exacerbates them. At the same time, he reduces the compositions but extends their technique. He plasticizes, mummifies, marbles, vitrifies, petrifies, crystallizes and amber-colors them. There is no reality, no light.
His work is that of a scientist, a kind of statistician; one of those who understands tables in the form of pie charts with colored sections that, by a strange error of calculation, or out of despair in the face of negative values, melt away. As if through lack of oxygen and shape, liquid color rises and falls in the black and white background, aspires to an improbable form that never materializes, and in desperation spreads out in search of an esthetic answer - salvation in painting, justification, a baptism. Painting intended as color in search of refuge in painting; painting that wants to be itself. (Crobu, March 2009)

In his works, reminding of collages, Pierre Fischer combines figures, subjects, scenes and spaces from different origins and contexts. As a result of his inventions, he reflects worlds of images, offering a multiplicity of interpretations. Instead of nothing but representing, Fischer sets value on complexity and ambiguity. According to the principle of association, the viewer is invited to combine and interpret the ranks - better the scenes – being represented. Pierre Fischer’s works emerge from the examination with visual documents (photos, films, digital images, …) or from reading texts, personal impressions and experiences. He creates places in transformation, places being just in modification. Elements like windows, doors, curtains, etc. … are symbols of these find of movement. Natural elements find their analogy in shifting. The topics of his works are generally current. The artist would like to find out, how these images can be recollected, when actuality becomes past. Sometimes, he combines updated topics with historical incidents and refers to the human eternalness. The comprehension of time and transformation impresses his work and invites the viewers to follow his contemporary histories. Provided, he is a fine observer, he will be able to find topics, techniques, the artist already treated in previous drawings, etchings, water colors, etc. .... .

Massimo Vitangeli works on a project situated between science and destiny, within a reality devoured by technology and with the idea of destiny, which has no directions and goes in all directions. Study the imaginary generated by science and observe the ineluctability of the destiny. The components of work provoke a semantic disorientation, that modifies reality, changes his way of seeing and perceiving the world, pushing him towards the configuration of a new consciousness. In his work, he aims towards a sort of aesthetic oscillation, caused by the layering of languages, hybriding and mixing photography, video and digital techniques with painting. He continues to seek the profound meaning of painting, its contemplative aspect, creating icons/images that oscillate and make oscillate the evasiveness of the world.

Giorgio Tentolini concentrates in his works of art on the act of light and shadow.
In the installation Supplications, 2004, the viewer is able to examine several photos in-line in detail, regarding from the side. Vis-à-vis, he views the overall picture, evoking radiographs. The artist renews this principle of sequence in the installation Il Giuba Esplorato, 2006. Instead of vinyl acetate, he uses transparent paper: He cuts photos, printed on transparent paper, in stripes. Then he arranges the stripes in single file. By the use of crosslight, the motive appeared on the ground, in this case on the wood. He has chosen to use the wood because of the elements of land and primordial. This project is a tribute to Vittorio Bottego who was born in the palace where Giorgio Tentolini exposed this work at the first time. It’s about a series of portraits of the natives, Bottego met during his exploration of the Giuba River along the Ethiopia-Somalia border.
In Nete, 2009, Giorgio Tentolini uses vinyl net. Due to special effects of light and shadow, the viewer can identify a human portrait, by-and-by. This work of art arises from a repetition of more or less complex modules that evoke decorations that can be found in the primary structures of archaic decorative forms. The two main themes are the interwining and interweaving of a mathematical object and the meeting of multiple nodes, and the human body as seen by some as an infinitely complex network of capillaries and nerve endings of the person as "neutral" added to a social network. These concepts are combined on central figure of a man lit from the ground, throwing a shadow over his face. The light travels in its entirety by going gradually to a fade. The subject then loses its individual recognition thus entering into a more neutral objectivity. “Modern man”. As soon as it fades the interweaving social characteristics confound the identification of his features.
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