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Tchoban Foundation - Museum für Architekturzeichnung

Zentrifugale Tendenzen: Tallinn – Moskau – Nowosibirsk

Juri Awwakumow, Alexander Brodsky, Leonhard Lapin, Alexei Pestow


Werkabbildung
Leonhard Lapin. Das estnische Architekturjahrhundert auf einem Schachbrett, 1984, Tusche auf Papier, 44,5 × 41,8 cm © Estnisches Architekturmuseum

Ort: Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung
Adresse: Christinenstraße 18a, 10119 Berlin

Laufzeit: 7. Oktober 2017 – 18. Februar 2018
Öffnungszeiten: Mo – Fr 14–19 h, Sa – So 13–17 h
Tickets: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro
Führungen nach Voranmeldung, Infos unter tchoban-foundation.de/Ihr-Besuch/


Die Ausstellung Zentrifugale Tendenzen. Tallinn – Moskau – Nowosibirsk im Museum für Architekturzeichnung ist eine Fortsetzung der Ausstellungsreihe, die gesellschaftskritische, revolutionäre Denkansätze in der modernen Architektur zum Gegenstand hat. Nach den Ausstellungen der Werke US-amerikanischer und europäischer Künstler wie Lebbeus Woods, Peter Cook, Rem Koolhaas und OMA, Zaha Hadid und Frank Gehry richten wir unseren Blick in die ehemalige Sowjetunion.

In diesem Jahr ist es genau einhundert Jahre her, dass die russische Oktoberrevolution 1917 als historische Zäsur eine radikale Veränderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation auf der ganzen Welt bewirkte. Der revolutionäre Charakter des frühen sowjetischen Regimes und die Ausstrahlung solcher Protagonisten wie Konstantin Melnikow, Wladimir Tatlin, Alexander Rodtschenko und El Lissitzky prägten maßgeblich die Architektur der Avantgarde, die Generationen von Architekten nachhaltig beeinflusst und inspiriert hat.

Werkabbildung
Dmitri Iwanow. Zwei zukunftsweisende Hochhäuser, 1986, Mischtechnik auf Papier, 80,2 × 60,2 cm © Dmitri Iwanow

Mit der Diktatur Stalins erlosch die revolutionäre Aufbruchsstimmung: Nach einigen von oben verordneten Stilwechseln in der Architektur herrschten Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre in der Baukunst der Breschnew-Ära Stagnation und Planungsroutine. Das war die Geburtsstunde der sogenannten Papierarchitektur, einem vom Kurator dieser Ausstellung und dem bekanntesten Protagonisten der Bewegung, Juri Awwakumow, geprägten Begriff.

Entstanden aus Protest gegen die korrupte und unbewegliche Staatsarchitektur und als ein Zufluchtsort für neue Ideen, Methoden und Denkansätze breitete sich die Papierarchitektur schnell unter den jungen Studierenden und Absolventen, vor allem an der Moskauer Hochschule für Architektur MARCHI aus. In der Sowjetunion gehörte Papierarchitektur zweifellos zur nonkonformistischen Kultur, die in den 1980ern den Zusammenbruch des totalitären Systems und der Planwirtschaft einläutete und als einer der ersten Vorboten des kommenden gesellschaftlichen Wandelns diente.

Aufgrund des Ursprungsortes – die ehemalige Vchutemas – und der Tatsache, dass die Projekte der Papierarchitektur nur auf diesem Medium existierten, lassen sich gedanklich Parallelen zu den experimentellen Projekten von El Lissitzky, Iwan Leonidow und Jakow Tschernichow ziehen, deren Projekte zum großen Teil ebenfalls auf dem Papier blieben.
Es ist bemerkenswert, dass sich diese Tendenzen auch in anderen Städten und an anderen Architekturschulen zur gleichen Zeit entstanden sind. An dieser Stelle sollten vor allem die Tallinner Schule und die Architekturschule in Nowosibirsk hervorgehoben werden.
Obwohl die Künstler zu unterschiedlichen Gruppen gehören und aus drei verschiedenen Städten stammen, aus Tallinn, Nowosibirsk und Moskau, verbindet sie die Idee, aus der Routine der spätsowjetischen Planungsbüros auszubrechen, etwas Neues zu wagen, kühne Projekte zu entwickeln, die sich mit den Themen Umweltveränderung, Autorität und Technologie auseinandersetzen.

Werkabbildung
Alexei Pestow. Brücke der Zukunft, 1987, Bleistift, Aquarell, Tempera auf Papier, 79,3 × 55,3 cm © Alexei Pestow

Die gezeigten Werke präsentieren die ganze Vielfalt der Papierarchitektur: von den melancholischen philosophischen Radierungen von Alexander Brodsky, die eher an Buchillustrationen als an Architekturpräsentationen denken lassen, über fantasievolle Arbeiten von Juri Awwakumow und Alexei Pestow, die an das Architekturerbe der 1920er erinnern, bis zu den grafisch prägnanten Blättern von Leonhard Lapin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Kuratoren:
Juri Awwakumow, Andres Kurg

Kontakt:
Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung, Christinenstraße 18a, 10119 Berlin, Tel.: +49 (0)30 43 73 90 90, Fax: +49 (0)30 43 73 90 92, mail@tchoban-foundation.de
Tchoban Foundation - Museum für Architekturzeichnung




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