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Rumänisches Kulturinstitut Berlin

CONTEMPORARY INFINITE

Gregor Hildebrandt und Milen Till, kuratiert von Maria Nitulescu


Werkabbildung
Constantin - Cădere, Milen Till

Ausstellungsort: Rumänisches Kulturinstitut Berlin,
RKI Galerie, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin

Eröffnung: 02. Februar 2018, 19.00 – 22.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 03. Februar – 21. März 2018
Öffnungszeiten: Di – Fr 14.00 – 18.00 Uhr
Künstlergespräch: 20. Februar 2017, 19.00 Uhr

Eintritt frei

rki-berlin.de

Das Rumänische Kulturinstitut freut sich, Ihnen in der Ausstellung Contemporary Infinite eine Gegenüberstellung aktueller Werke der Künstler Gregor Hildebrandt und Milen Till präsentieren zu dürfen.

Die Ausstellung und die in ihr gezeigten Werke sind inspiriert vom radikalen Denken zweier rumänischer Künstler, deren künstlerisches Schaffen sich mit der Idee des Unendlichen auseinandersetzt: Constantin Brâncuși und Andrei Cădere.

Die Künstler Gregor Hildebrandt und Milen Till übersetzen diese Idee des Unendlichen in Skulpturen und Collagen und bringen damit Kunstgeschichte in einen zeitgenössischen Diskurs. Indem sie Elemente und Motive aus den Arbeiten von Brâncuși und Cădere kombinieren und sich so quasi semiotisch mit den beiden Künstlern auseinandersetzen, legen sie damit gleichzeitig den Schwerpunkt auf die Wechselwirkung zwischen Werk und Raum.

Constantin Brancuși (1876 -1957) wird oft als ein Vorreiter der Moderne bezeichnet und zählt zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. In Rumänien geboren, zog er 1904 nach Paris, wo seine Karriere als Bildhauer begann. Brancuși, den eine besondere Beziehung zu Raum und Materialität auszeichnet, ist bekannt dafür, mehrere Versionen eines bestimmten Werkes herzustellen.

Eins von Brâncușis bedeutendsten Werken ist die Endlose Säule (1938), die über die Jahre neben vielen anderen Künstlern auch Andrei Cădere, einen der Begründer der Konzeptkunst, inspirierte.

Andrei Cădere (1934 -1978), wurde in Polen geboren, wuchs in Rumänien auf und emigrierte 1967 nach Paris. Er ist bekannt für seine bunten barres de bois rond (1973). Diese Stäbe bestehen aus farbigen, hölzernen, zylindrischen Elementen, die in einem einfachen, alternierenden System angeordnet sind. Jeder der Stäbe enthält einen “Fehler”, der ihn einzigartig werden lässt. Cădere hinterfragte die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur und definierte seine praktischen Konzeptarbeiten als peinture sans fin - “unendliches Bild”.

Anlässlich dieser Ausstellung hat Gregor Hildebrandt im Rahmen einer Serie, die oft als Hommage verstanden wird eine weitere Säule geschaffen: In seinem Werk Brancuși, Cădere (2018) verwendet er zu Schalen geformte farbige Vinyl-Schallplatten, die er auf einen Mamorsockel arrangiert.
Die Arbeit strebt vertikal nach oben und besteht aus identisch geformten Vinyls, die in ihrer Farbigkeit variieren. Der Künstler erschafft durch einen Rhythmus der präzisen Formen und mit genau gewählter Farbkomposition den Eindruck eines Kontinuums. Er eröffnet Raum für zahlreiche Interpretationen und “begegnet dem Betrachter in Proportion und Oberfläche”, während er gleichzeitig Hinweise auf seine Inspirationsquelle im Titel seines Werks offenlegt.

Auch Milen Till hat seine Arbeit Constantin, Cădere gezielt für diese Ausstellung erschaffen, als Teil seiner Serie “Wie aus dem Gesicht geschnitten” (2017 - fortlaufend). Es handelt sich um eine spielerische Collage der Porträts von Brâncuși und Cădere mit ihren Werken “Endlose Säule” und “barres de bois rond”. Durch seine fokussierte Verspieltheit verbindet Till symbolisch die Schicksale der beiden Künstler in einem Werk. Die Idee der Unendlichkeit wird durch visuelle Elemente seiner Arbeit angedeutet, manifestiert sich allerdings auch im Konzept der zahllosen Kombinationsmöglichkeiten der Zitate innerhalb des Werks. Tills Werk kann auch als Anspielung auf die heutige digitale Welt mit ihrer Copy-und-Paste-Kultur verstanden werden.

Diese Ausstellung ist nicht nur eine Hommage an Constantin Brâncuși and Andrei Cădere, sondern auch eine Möglichkeit für den Besucher, anhand dreier Generationen von Künstlern über die Evolution der “Idee vom Unendlichen” nachzudenken.

Gregor Hildebrandt (*1974 in Bad Homburg) lebt und arbeitet in Berlin. Nachdem er von 1995-1999 an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert hatte, graduierte er 2002 an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit 2015 ist Hildebrandt Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Gregor Hildebrandts auf Minimalismus basierende Arbeit enthält Aspekte der Konzeptkunst, in welcher verschiedene künstlerische Sphären wie Musik, Film, Literatur und Kunstgeschichte kombiniert werden und interagieren. Er verwendet häufig überspielte Audiokassetten und Vinyl-Schallplatten als künstlerisches Medium.

Milen Till (*1984 in München) studiert an der Akademie der Bildenden Künste München.
In seiner Arbeit kombiniert Till oft zwei parallele Bilder oder Objekte, die eine surreale Symbiose eingehen. Dieses Thema behandelt er anhand verschiedener Medien wie Fotografien, Collagen und Konzept-Installationen. Tills Arbeit zeichnet sich durch eine strenge Ästhetik aus, sein spielerischer Zugriff impliziert aber auch, dass die Deutungsmöglichkeiten des finalen Bilds endlos sind. Seine Themen sind verwurzelt in seinem Alltagsleben, vermischt und überlappt mit Fragmenten historischer Künstlerpersönlichkeiten.



Rumänisches Kulturinstitut Berlin


Berlin Daily 17.08.2018
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17 Uhr: In ihrer neuen Performance setzt Amy Ball ihre Untersuchung geschlechtlicher Kodierungen von Räumen und Architekturen fort.
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