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Haus am Lützowplatz / Studiogalerie

Beyond The Moon

Gruppenausstellung


Werkabbildung
Yudi Noor, Skynight without moonlight 2013 (installation view) Photocredit: Courtesy Yudi Noor

Ausstellung: 17. März – 29. April, 2018
Eröffnung: 16. März, 19 Uhr

Ort: Studiogalerie im Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, 10785 Berlin

Teilnehmende Künstler*innen: Dew Kim (Korea), Catherine Lorent (Luxemburg), Steve Nietz (Deutschland), Yudi Noor (Indonesia), Linnéa Sjöberg (Schweden), TcoET - The Church of Expanded Telepathy (Dew Kim & Luciano Zubillaga (Argentina / GB)

Kuratiert von GREEN|GONZALEZ

Bevor Galileo Galilei sein Teleskop auf den Mond richtete, galt dieser noch als Spiegel der Erde und dessen Rückseite als die Entsprechung der dunklen, verborgenen Seite der menschlichen Seele.Die Ausstellung BEYOND THE MOON wirft einen Blick auf die irrationalen, manchmal zerstörerischen, Züge des Ich-Seins. Durch den Blick der Künstler*innen werden die Besucher mit den verborgenen Facetten ihrer eigenen Existenz konfrontiert. Dabei findet eine kritische Gegenüberstellung von Traum und Alptraum, Theologie und Philosophie, Gegenwart und Zukunft statt.

Werkabbildung
The Church of Expanded Telepathy,THE EGG (Video) in der Installation Take Me To Church, 2016 Photocredit: Courtesy TcoET

Die dunkle Seite des Mondes, die wir aus der Perspektive der Erde nie zu Gesicht bekommen, steht für das Unbekannte, dass wir in uns selbst suchen und dem wir tagtäglich begegnen. Ob vor der eigenen Haustür oder aus den Weltnachrichten - das Echo von Kriegen, Wirtschaftskrisen und Entmenschlichung lässt uns an unser Vertrauen in ein aufgeklärtes, fortschrittliches Miteinander zweifeln. Die Ausstellung geht der Frage nach, ob die ausstellenden Künstler*innen allesamt skeptische Individualist*innen sind, die auf eine Gesellschaft und deren dunkelsten Geschehnisse mit dem Wunsch auf Selbstentfaltung reagieren oder ob sie diese Welt hochsensibel aufnehmen, so dass die äußeren Eindrücke nahezu ungefiltert ins Innere dringen, die dann ihre künstlerische Form finden. Unverkennbar zeigen sich Gemeinsamkeiten und Beziehungen zwischen den Werken der Künstler*innen. Obwohl diese aus verschiedenen Kontinenten stammen, noch nie zusammengearbeitet haben oder sich gegenseitig beeinflussten, erkennt man wiederkehrende Motive, die bereits in der Dunklen Romantik Ende des 18. Jahrhunderts auftauchen: Ob in den entrückten Fabelwesen, der Beschäftigung mit Parawissenschaften oder beim Aufspüren metaphysischer Phänomene in Naturerscheinungen.

Werkabbildung
Linnéa Sjöberg , Inälvornas Dans (The Inward Dance), Photocredit: Courtesy DITTRICH & SCHLECHTRIEM, Berlin

BEYOND THE MOON enthüllt eine versteckte Kartografie des menschlichen Seelenlebens, die sich idealerweise aus einer Idylle der Weltlichkeit heraus bewegt, um gesellschaftliche Entwicklungen aus einer normativ-befreiten, globalen Perspektive zu beleuchten.

Biographien
Dew Kim (*1985) ist ein südkoreanischer Künstler, er lebt und arbeitet in London und Seoul. Er hat unter anderem im Camden Arts Centre in London und im Ilmin Museum of Art in Seoul ausgestellt. Er studierte Metall- und Schmuckdesign am College of Art and Design Konkuk University in Chungju, Korea. Er absolvierte mit Auszeichnung 2016 seinen Master of Arts in Skulptur am Royal College of Art in London. Er arbeitet mit Skulptur, Installation, Bewegtbild, Design und Performance. Seine Ausstellungspraxis umfasst Religion, K-Pop und Körper als Träger von Wissen und Forschung.

The Church of Expanded Telepathy (TcoET) gründete er zusammen mit Luciano Zubillaga, einem argentinischen, seit 1993 in London lebenden, Künstler und Theoretiker. Seine Arbeit umfasst transdisziplinäre Forschung an den Schnittstellen von Philosophie, Wissenschaft und kollaborativer Kunstpraxis. Kürzlich stellte er Arbeiten in der Whitechapel Art Gallery London, im Museum of Modern Art in Buenos Aires und auf dem Oberhausener Filmfestival aus. Im Jahr 2008 erhielt er die London Artist Film und Video Awards (LAFVA) vom Arts Council. Seine Arbeiten werden von Filmarmalade über LUX und die British Artists Film and Video Study Collection (BAFVS) vertrieben.

Linnéa Sjöberg (*1983) ist eine schwedische Künstlerin mit Sitz in Berlin und Stockholm. Sie hat einen Master of Arts am Royal Institute of Art in Stockholm. Sjöberg arbeitet mit Performance und verkörpert das Thema ihres Interesses so weit, dass zwischen ihrer Arbeit und ihrer Persönlichkeit nicht unterschieden werden kann. Die Überreste ihrer Handlungen werden durch Texte, Fotos, Objekte und Textilarbeiten künstlerisch erfasst. Ihre Performance Salong Flyttkartong ist in dem gleichnamigen Buch von Nilledtions dokumentiert. Sjöberg wird von Belenius in Stockholm vertreten.

Steve Nietz Kunst bewegt sich am Rand etablierter Formen und Traditionen des kommerziellen Kunstmarkts. Ohne akademische Ausbildung und außerhalb einer bürgerlichen Existenz schafft Nietz mit einer ganz eigenständigen künstlerischen Sprache eine morbide, surreale und verstörende Welt. Die ausgestellten Kugelschreiberzeichnungen spiegeln eine erlebte Innerlichkeit wider und eine Reise zur dunklen Seite der eigenen Seele, welche mit voller Phantasiegewalt ungeschliffen auf Papier gebracht wird.

Die räumlichen Collagen oder Assemblagen des indonesischen Künstlers Yudi Noor (*1971, lebt und arbeitet in Berlin und Bandung/Indoensien) schaffen Räume, um Materialien und architektonische Fundstücke neu zu interpretieren. Sie liefern mal mystische, mal philosophische Erzählungen mit Elementen und Materialien unterschiedlicher Eigenschaften. Er wird von Orbital Dago in Bandung vertreten.

Das Oeuvre der luxemburgischen Künstlerin Catherine Lorent (*1977, lebt und arbeitet in Berlin) fordert etablierte Kategorien heraus, die Malerei, Zeichnung, Skulptur, Performance, Musik und Theater zu Installationen mit visuellen und akustischen Bezügen und Resten verbinden. Sie hat einen Doktortitel in Kunstgeschichte und vertrat Luxemburg auf der 55. Biennale von Venedig.

Haus am Lützowplatz / Studiogalerie


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