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Stadtmuseum Berlin

BİZİM BERLİN 89/90

Ergun Çağatay



Kreuzberg, Leuschnerdamm, 1990: türkische Berliner Frauen und Kinder an der von Graffiti-Künstler Indiano (Jürgen Große) bemalten Mauer. Im Hintergrund, teilweise von Bäumen verdeckt, die St.-Michael-Kirche in Ost-Berlin. © & Foto: Ergun Çağatay

Viel ist in den vergangenen Jahrzehnten darüber gesagt und geschrieben worden, wie die Menschen dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs den Mauerfall erlebten. Doch was bedeutete das epochale Ereignis eigentlich für die zweite Generation türkischer Einwanderer, die im Westteil der Stadt längst heimisch geworden war? Eine einzigartige Fotoausstellung eröffnet nun überraschende Einblicke.

In der Wendezeit bereiste der renommierte Istanbuler Fotograf Ergun Çağatay (1937 – 2018) Ost- und West-Berlin für eine Reportage. Er suchte die zweite Generation türkischer Einwandererinnen und Einwanderer und fand eine Stadt im Umbruch. Durch den Mauerfall eröffneten sich neue Möglichkeiten. Türkische Geschäftsleute begannen, in Ost-Berlin Fuß zu fassen. West-Berliner Türkinnen und Türken sahen sich aber auch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die türkische Minderheit musste einen neuen Platz in der Gesellschaft finden. Çağatays mittlerweile historische Fotografien zeigen Euphorie und Optimismus sowie die Folgen von Ausgrenzung und Rassismus.
Die Ausstellung lädt entlang der Bilder zu einer Spurensuche ein, bei der sich Menschen verschiedener Kulturen begegnen und gemeinsam fragen: Wen zeigen die Fotos? Wie hat sich das Leben türkischer Communitys durch die Veränderung Berlins nach dem Mauerfall entwickelt? Und gibt es Mauern in den Köpfen immer noch oder schon wieder?

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