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Tschechisches Zentrum Berlin

Ausländer

David Böhm und Jiří Franta


Werkabbildung

Das erfolgreiche Künstlerduo David Böhm und Jiří Franta, dessen wichtigstes Kommunikationsmedium die Zeichnung ist, spielt mit Maßstäben, wechselt zwischen künstlerischen Medien und durchbricht damit unsere Vorstellungen vom Medium Zeichnung an sich. In der Sommerausstellung der Galerie TZB untersuchen die Künstler ironisch und spielerisch das Phänomen des Ausländerseins, sowohl im Hinblick auf das Leben im abgeschlossenen böhmischen Talkessel, als auch basierend auf eigenen Reiseerfahrungen.

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David Böhm und Jiří Franta: Ausländer, Copyright: Aleks Slota

In ihrer dritten Berliner Ausstellung geht das Künstlerduo Jiří Franta und David Böhm auf ein Ereignis ein, das zurzeit ein großes Thema in ihrem Heimatland ist, besonders bei den offiziellen Institutionen, zu denen übrigens auch das Netz der Tschechischen Zentren gehört: Das 100jährige Gründungsjubiläum des eigenständigen tschechoslowakischen Staates ist auch für die Künstler Anlass zum Nachdenken und Gegenstand für Analysen, auch wenn sie sich auf andere Weise darauf beziehen, aus einem anderen Blickwinkel und mit ihren eigenen besonderen Mitteln. Die spezifischen historischen Erfahrungen und Entwicklungen waren ausschlaggebend dafür, dass sich die tschechische Nation, im Gegensatz zu vielen ihrer Nachbarn, aus einer - ethnisch, sozial und kulturell gesehen - mehr oder weniger homogenen Masse zusammensetzt. Daraus entstehen eine Unsicherheit gegenüber allem was anders und fremd ist und eine Angst vor einer eingebildeten Gefahr, die überall außerhalb unseres malerischen Gartens auf uns lauert. Beide werden leider zu wichtigen Karten in der tschechischen Politik und im Rahmen der europäischen Gemeinschaft erzeugen sie eine gewisse Disharmonie und einen Missklang.

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David Böhm und Jiří Franta: Ausländer, Copyright: Aleks Slota

Franta und Böhm untersuchen und analysieren in ihrer Ausstellung Konzepte und Phänomene wie Staatlichkeit, nationale Identität oder die wachsende Tendenz zu Nationalismus, denen man zur Zeit kaum ausweichen kann, ebenso wie davon hervorgerufenen Gefühle und Frustrationen des einzelnen. Dabei offenbaren sie mit ihrem für sie typischen assoziativen und locker ironischen Verfahren deren absurde, irrationale, archaische und manchmal sogar unmenschliche Schichten. An das Motiv des „Ausländers“ nähern sie sich aber auch von der entgegengesetzten Seite an, nämlich über ihre eigenen Erfahrungen, die sie auf Reisen im Ausland gesammelt haben. In der Ausstellung treffen wir daher den Ausländer, werden aber auch immer wieder selber zum Ausländer.

Vernissage in Anwesenheit der Künstler: 12. 7. 2018, 19:00

Öffnungszeiten: 13. 7. – 20. 9. 2018, Di – Sa 14 – 18 Uhr

Eintritt frei

Wir danken der Galerie Nevan Contempo für die freundliche Unterstützung.

Tschechisches Zentrum Berlin
Wilhelmstr. 44, Eingang Mohrenstr.
10117 Berlin
T: +49 30 206 098 900

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Berlin Daily 17.11.2018
Gespräch: Kunst, Hegemonie und Spaltung
19 Uhr: mit Mit Imran Ayata (Autor, ehem. Kanak Attak), Christiane Mennicke (KunstHaus Dresden) und Britta Peters (Urbane Künste Ruhr) im Rahmen von "Kunst im Untergrund"
nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin

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