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Galerie Axel Obiger

Maja Rohwetter | Gabriele Worgitzki


Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellungseröffnung:

Maja Rohwetter | Gabriele Worgitzki

04. Dezember 2010 - 08. Januar 2011
Eröffnung am Freitag, den 03. Dezember 2010 um 19:00 Uhr

Die Galerie ist vom 24.12.2010 bis zum 04.01.2011 geschlossen

Die Ausstellung der Künstlerinnen Maja Rohwetter und Gabriele Worgitzki zeigen Bildwelten, die unsere Erfahrungen in und von Raum und Zeit erweitern. Die Wahrnehmung, die uns tagtäglich hilft durch diese Welt zu navigieren, basiert auf Ideen und Annahmen, die uns unsere Erfahrung vorgibt. Nun hat die Wissenschaft in all ihren Bereichen uns längst die Erkenntnis geschenkt, dass die meisten unsere Annahmen über Raum und Zeit leider falsch sind, sie sind nützliche Konstrukte damit wir alle im Ganzen klarkommen, aber nichts ist so, wie wir uns das denken. Zum Beispiel die gehörte Information dringt sehr viel schneller in das Gehirn als die gesehene Information, damit wir nicht durcheinander kommen, werden dort die Eindrücke synchronisiert, heisst interpretiert. Und das bei jedem Menschen anders. Was ist also allgemeingültig ein Moment? Wenn wir uns dem Raum annehmen geraten wir noch erheblicher ins Trudeln. Multiple Dimensionen tun sich auf, die sich ineinander spiegeln und verschränken. Der physikalische, emotionale, psychologische Raum, Erinnerungsorte, politische Hoheitsgebiete und nun noch der virtuelle Raum. Ort und Zeit sind also nicht etwa eindeutig gegeben sondern werden durch uns immer wieder neu konstruiert. Nur durch gemeinsame Absprachen erreichen wir überhaupt erst ein Miteinander. Unsere individuelle innere Uhr und unsere Lebensräume müssen wir jeden Tag mehrfach aneinander angleichen.



Gabriele Worgitzki entwickelt Bilder und Videos, die sich dem Phänomen Zeit nähern. Wir befinden uns in Räumen mit Menschen und irgendwie scheint die Zeit der Protagonisten und ihres Umfelds nicht synchron zu verlaufen. Der eine gehetzt, der andere ruhend, das Umfeld rasend. Zeitqualitäten, die sich überschneiden, an einem Ort zusammentreffen und nicht aneinander angeglichen wurden. Geschwindigkeiten werden abgebildet und Zeitläufe, die sich durchmischen und doch nicht berühren, dafür bedürfte es einer Frage oder einer Handlung. Entschuldigung, wie spät ist es? Gabriele Worgitzki zeigt uns Bilder von der Vereinzelung im Gemeinsamen. Sie macht uns auf eindringliche und nachhaltige Weise bewusst, dass es keine Gegenwart gibt, sondern nur Gegenwärtigkeiten, die sich an Orten überlagern, aber selten im Gleichtakt laufen. Die Differenz der Geschwindigkeiten ist gleich der Distanz zwischen mir und dir, der Stadt und uns. Alles was wir tun können, ist uns auf der Bühne der Geschwindigkeiten zu einer kurzen Reise zu verabreden. Einen Takt definieren, diesem zu folgen, für einen Moment oder eine Dauer. Dann wird aus rasen eine Reise und aus Stillstand eine Pause, aus einem Moment ein Monument.



Maja Rohwetter entwickelt Räume, oder bildet sie nur die nach, durch die wir streifen, oder räumt sie die Restfragmente unserer dekonstruierten Realität wieder ins Bild? Das Phänomen ist komplex. Unsere Körper bewegen sich seit der Erfindung moderner Verkehrsmittel und der virtuellen Welten immer schneller durch immer mehr Orte. Die Beschleunigung fordert als Tribut den Blick für den Zusammenhang. Wir sind Sammler von fragmentierten Raumhäppchen, die wir zu einem Weltbild zusammenbauen. Wie Touristen tendieren wir dazu Oberflächenstrukturen als Ort zu deuten. Computerspiele machen sich dies zunutze. Im konstruierten 3D Raum werden komplexe Bilder auf möglichst einfache Volumen gelegt. Im schnellen Vorbeifahren entwickeln wir den Raum im Gehirn so, wie wir aus 24 Bildern pro Sekunde im Kino eine flüssige Bewegung machen. Maja Rohwetter bewegt sich auch durch vielfältigste Räume, nur scheint sie dabei etwas unterschiedlich zu machen. Sie hält sich in den Randbereichen auf, in den Übergangszonen und Nebenschauplätzen. Sie kümmert sich um die Strukturen und Gebiete zwischen den Versatzstücken. Mit dem langsamsten der bildgebenden Medien, der Malerei widmet sie sich den beschleunigten Orten. Doch irgendwie scheinen hier Fehler aufzutauchen, die Oberflächen und Strukturen verschiedener Realitätsebenen verknoten sich oder fallen auseinander. Die Übergänge und Anschlüsse sind brüchig und verzerrt. Es sind die Sollbruchstellen unserer Realitätskonstruktion. Irgendwie hat unsere Erinnerung einen Fehler gemacht oder der Programmierer. Oder die Künstlerin alles richtig.

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Galerie Axel Obiger
Brunnenstraße 29
D-10119 Berlin
+49 30 / 76 23 63 76

info@axelobiger.com
axelobiger.com

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We are pleased to invite you to the opening of the exhibition:

Maja Rohwetter | Gabriele Worgitzki

December 4th 2010 - January 8th 2011
Opening: Friday, December 3rd at 7 p.m.

The Gallery will be closen from December 24th to January 4th

The exhibition of the artists Maja Rohwetter and Gabriele Worgitzki showcases images of worlds that expand our experiences in and of time and space. Our perception, which helps us to navigate this world on a daily basis, is based on ideas and assumptions that we have gained from experience. However, science in all its facets has long since made us aware that most of our assumptions about time and space are unfortunately wrong. They are useful constructs that help us cope, but nothing is as we thought it to be. For instance, information that we hear reaches our brains much more quickly than information that we see; to avoid confusion, these impressions are synchronised, in other words, interpreted. And each person´s interpretation is different. What can be said to be universally true at any given moment? When we consider space, we end up with even greater confusion. Multiple dimensions open up that both reflect each other and are at the same time interwoven. Physical, emotional and psychological space, places of remembrance, political territories and now virtual space. Time and place are not clearly defined concepts but are something that we continually recreate. Only through consensus can we reach mutual understanding . Every day, we have to constantly adjust our individual inner clocks to match our living environment.

Gabriele Worgitzki creates images and videos that look at the phenomenon of time. We find ourselves in rooms with people where it somehow seems like the protagonists´ sense of time and that of their surroundings are out of synch. One is harassed, the other quiet, their surroundings racing on. Qualities of time that overlap, come together at a particular place and yet are not in harmony with each other. Different speeds are portrayed and passages of time that intermix and yet do not touch each other – to achieve that would require a question or a plot. Excuse me, what time is it? Gabriele Worgitzki shows us pictures of isolation within the collective group. In a haunting and enduring way she makes us aware that there is no one present, only multiple presents that can concur at the same location but seldom move at the same pace. The difference between these speeds is simultaneously the distance between me and you, the city and us. The only thing that we can do is arrange to meet for a short trip on the stage of multiple speeds. Determine a pace; follow it for a moment or for longer. In this way a race can become a journey, standstill can be turned into a pause, a moment into a monument.

Maja Rohwetter develops spaces – or does she depict only those spaces through which we pass, or bring the remaining fragments of our deconstructed reality back into the picture? The phenomenon is complex. Since the invention of modern transport and virtual worlds, our bodies move ever more quickly through more and more places. This acceleration takes its toll on our sense of the context. We are collectors of fragmented bits of space which we fit together into a world view. Like tourists, we tend to interpret surface structures as places. Computer games make use of this. In the design of 3D worlds, complex images are superimposed onto the simplest volumes possible. When we pass quickly by, we reconstruct the space in our brains much in the same way as we transform 24 frames per second in the cinema into a fluid movement. Maja Rohwetter moves between a wide variety of spaces too, yet she seems to do something different in the process. She remains at the periphery, in the transition zones and the side wings. She focuses on the structures and areas between the set pieces of scenery. Using the slowest of pictorial media, painting, she has dedicated herself to these accelerated places. Yet somehow errors seem to appear here, the surfaces and structures of different levels of reality become entangled or fall apart. The areas where they crossover and connect are brittle and distorted. They are the predetermined breaking points of our construction of reality. Somehow our memory has made a mistake or the programmer has. Or the artist has done everything right.
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