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galerie OPEN

Neue Arbeiten / NEW Works - Malerei / Painting

Jens Heller




03rd Februar/ Febuary - 19th März/ March 2011
OPENing am Donnerstag / Thursday, 03. Februar / Febuary, 21-23 Uhr / 9 - 11pm

galerie OPEN by Alexandra Rockelmann freut sich, die erste Einzelausstellung mit Werken des Berliner Künstlers Jens Heller in der Galerie zu zeigen. In dieser Ausstellung wird Jens Heller eine Serie von „Archonten“ präsentieren. Die Bezeichnung „ Archont“ deutet auf eine Art Dämon hin, der in der Gnosis zum Statthalter der realen Welt eingesetzt wird. Allerdings könnte man die Gestalten nicht direkt als „böse“ interpretieren, sondern eher als gewissenlos, was oft auf dasselbe hinausläuft.

Bedingt durch die Accessoires, welche die Archonten im Werk umgeben, werden sie in die Gegenwart katapultiert. Die Bildtitel verweisen auf eine gewisse Fehlbarkeit und abstrakte Interpretation hin. Der Künstler fokussiert in den gezeigten Werken hauptsächlich auf den Faltenwurf der Roben der Archonten. Bedingt durch die Darstellung stellt sich die Frage, ob überhaupt etwas unter dem Stoff existiert.

Jens Heller arbeitet rein formal gesehen figurativ, sehr klassisch und mit Techniken, die sich zum Teil zurückführen lassen auf Barock- oder Renaissancemalerei. Die Reichhaltigkeit der Stoffe ist wieder findbar in den Werken des Renaissancemalers Lorenzo Motto. Dieser benutzte scharfe Konturen und satte Farben, um den Stoffen eine visuelle Realität zu verleihen. In der Gestaltung der Szenen durch die Hell-Dunkel-Malerei ist ein Einfluss Caravaggios zu erkennen, in die die Figuren mit ungewohnter Lebensähnlichkeit gesetzt werden. Diese scheinbare Technikverliebtheit, unökonomische Zeitvergeudung und Anstrengung dient nur einem Ziel: Einerseits die Oberfläche des Bildes so glatt und duktusfrei wie möglich zu halten, und sich gleichzeitig in eine klassische Tradition der Bildherstellung einzureihen.

Ich hingegen betone eine existentielle Bezugslosigkeit. Je glatter die Oberfläche ist, je ausformulierter, glänzender oder durchgestalteter, desto deutlicher wird das Vakuum dahinter. Eine Schwärze oder ein Nichtzusammenhängen der Dinge miteinander. Das ist für mich das Abstrakte.



Die Methoden, die Jens Heller benutzt, um die gewünschten Absichten in seinen Arbeiten wiederzugeben, sind die Darstellung von Szenerien voller „Dinge“, die sich nur widerwillig zusammenfügen. Obwohl auf einem Bild, wirken sie „collagiert“ oder zusammengezwungen. Man kann dies als Aufforderung lesen, sich eine eigene Geschichte auszudenken, die einen „Sinn“ ergibt und sich so selbst einen „Bezug“ bilden. Allerdings wird es nie ein Feedback geben, und das „Nichts“ zwischen den Gegenständen bleibt doch fühlbar.

Figurativ und abstrakt sind für mich sehr oberflächliche Kategorien - man kann mit Figuren ebenso abstrakt umgehen wie in abstrakter oder konkreter Methodik etwas illustrieren. Oder Malerei als konzeptuelle Haltung betreiben, und unfrei arbeiten und dabei anarchisch. Für mich fällt all das zusammen.

Abbildung: - Jens Heller, o.T., 2010
- Jens Heller, Archont I: Von Hummel Abgelenkt, Das Weltklo Zu Säubern, 2010, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm

galerie OPEN
Alexandra Rockelmann
Legiendamm 18-20 (Engelbecken)
10179 Berlin
Germany
t +49 30 27 58 28 10
f +49 30 30 87 58 91
cell 0178 52 30 833
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