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Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg

Nackte Gewalt. Malerei

Sigurd Wendland




Eine Ausstellung der Kommunalen Galerie Berlin in Kooperation mit der Gipsformerei, Staatliche Museen zu Berlin.

Mit dem Maler Sigurd Wendland präsentiert die Kommunale Galerie Berlin großformatige Ölgemälde des politischen Realismus und eröffnet mit dieser Werkschau die diesjährige Sommersaison in der Kleinen Orangerie am Schloss Charlottenburg.
In der Ausstellung werden ca. 25 großformatige Ölgemälde und einige Aquarelle gezeigt. Ein Schwerpunkt sind dabei Arbeiten aus 2008 bis 2010, deren Themen Krise, Entertainment und Krieg ein gesellschaftskritisches Abbild der vergangenen Jahre darstellt. Überwiegend verwendet Wendland Motive aus dem Großstadtmilieu und legt mit einer heftigen, ungestümen, figurativen Malerei Machtstrukturen und Vorgänge in der modernen Gesellschaft offen, die undurchsichtig aber brutal in das Leben jedes einzelnen eingreifen.

Wendland malt mit breitem, schnellem Strich, die Farben expressiv aufgetragen und in Kontrasten auf die Leinwand gesetzt. Ein genaues Licht-Schatten-Spiel kennzeichnet seine Malerei ebenso wie das Fehlen des Hell-Dunkel zur Definition des Raumes. Wendland spielt hier mit der gesellschaftlichen Codierung von Farbe ebenso wie mit unseren Sehgewohnheiten. Einer detailreichen, malerischen Fülle steht kontrapunktisch die Skizze gegenüber. Sie entwickelt sich aus der satten Farbgebung heraus und wirkt im Bild gleichermaßen als Ruhepol und Unruhestifter.



Wendlands Gemälde sind zumeist Vielfiguren-Bilder. Die in Szene gesetzten Menschen schrauben sich aneinander hoch, stehen starr oder wild, verdrängen sich gegenseitig und kämpfen um Raum, der außerhalb des Bildes weiterzuwachsen scheint. So erreicht die Dynamik auch den Betrachter, der sich kaum zu entziehen vermag. In narrativer Verdichtung arrangiert Wendland rätselhafte Szenarien, die wie Traumlandschaften anmuten. Die Menschen sind schutzlos und nackt, rebellisch wirken die einen, verträumt und entrückt die anderen, inmitten von bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Wendland hat ein ausgeprägtes Interesse am Akt. Seinen Gemälden wird ein Gipsabguss des sogenannten „Rebellischen Sklaven“ von Michelangelo gegenüber gestellt – angefertigt von der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Darstellung des nackten, menschlichen Körpers ist ohne das Vorbild der antiken Kunst undenkbar, in äußerst produktiver Weise hat sich Michelangelo diese Bildsprache angeeignet. Der Sklave, ursprünglich für ein vielfiguriges Bildprogramm des Grabmals Julius II. konzipiert, steht, in der Figura serpentinata in sich gedreht, ebenso einsam wie die Figuren in Wendlands Bildern.

Michelangelos Konzept des Unfertigen, des non-finito, findet bei Wendland Widerhall, er lässt Skizzenhaftes stehen, das im Lauf der letzten Jahre deutlich mehr Raum eingenommen hat. Er scheint so den Betrachter dazu aufzufordern, im Rhythmus seiner eigenen Erzählung weiterzudenken, so, wie der ausgelassene Takt in der Musik als kleinste Größe im off-beat doch weiterschwingt, so multipliziert sich das Denken und Empfinden in einer gedanklichen Beteiligung an der Bildwerdung.

Wendland ist streitbar im Bild. Er provoziert, indem er Technisches mit Spirituellem, Profanes mit Elementen der christlichen Ikonografie fast blasphemisch verknüpft. Er hinterfragt in seinen Arbeiten die Parameter der Zivilgesellschaft ebenso wie die der Regierungsorganisationen einschließlich der Deutschen Bundeswehr. Damit liefert er eine überzeugende und erschreckende gesellschaftskritische Analyse des Status Quo: Jugendgewalt, Nationalismus, Konsumverhalten, Privatisierung, Militarismus und Korruption gehören zu seinen Themen. In diesem Panoptikum der menschlichen Abgründe finden sich neben Angst, Habgier und Verschwendung eine behutsame Andeutung von Verantwortung, Liebe und Vernunft. Wir können sie sehen.

Sigurd Wendland, geboren 1949 in Münster, studierte an der Kölner Werkschule sowie an der Hochschule der Künste Berlin und war Meisterschüler bei Fred Thieler. Er lebt und arbeitet mit Unterbrechungen in Berlin.

Zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog: Sigurd Wendland, Nackte Gewalt, Gemälde 2001 – 2010, mit Werkverzeichnis, Selbstverlag 2011

Einzelausstellungen (Auswahl 1982-2011)

Haus am Lützowplatz, Berlin
Villa Ichon, Bremen
Galerie de drijGratien, Amsterdam
Städtische Galerie Kaunas, Litauen
Werkladen, Köln
Stadtgarten Köln
Museum Ermelerspeicher, Schwedt
Galerie Art Constant, Lissabon
Galerie Romstedt, Potsdam
Galerie Giessler, Berlin
Galerie Ludwig Lange, Berlin
Die Villa, Leipzig
Kunstverein Lothringen, Bochum
Forum Kunst& Architektur, Essen
Realisme21, Amsterdam
Galerie Steinrötter, Münster

Abbildung:
- Sigurd Wendland, Kreuzzug, 2005, Öl auf Leinwand, 210x150cm
© Sigurd Wendland
- Sigurd Wendland, Panem et circenses, 2010, Öl auf Leinwand, 210x150cm
© Sigurd Wendland

Öffnungszeiten: Mi - Fr 14 - 18 Uhr, Sa und So 12 - 18 Uhr
Eintritt frei

Ausstellungsort: Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg / Spandauer Damm 22, 14059 Berlin

Weitere Informationen:

Elke von der Lieth
Leiterin Kommunale Galerie Berlin
Tel: 030. 9029 16704
info @ kommunalegalerie-berlin. de
Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin
charlottenburg-wilmersdorf.de
kommunalegalerie-berlin.de

Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg




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