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Galerie Villa Köppe

“CHICAGO – CALIFORNIEN” – WERKE 1987 - 1988

Barbara Quandt



Under the bridge, 1987, Acryl / Leinwand, 170x224cm

DIE GALERIE VILLA KÖPPE (moderne und zeitgenössische Kunst) präsentiert

BARBARA QUANDT
“CHICAGO – CALIFORNIEN” – WERKE 1987 - 1988

12. Mai - 16. Juni 2012

Vernissage:
Samstag, den 12.05.2012 // 16 - 19 Uhr
Einführende Worte: Dr. Sabine Hannesen (16:45 Uhr)

Barbara Quandts Malerei ist äußerst gefühlsbetont, von direkter Körperlichkeit und starkem Ausdruck geprägt. Ihre vehemente Konfrontation mit stürmischen Widersprüchen moderner Arbeitserfahrung bereichert die internationale, wie auch die deutsche Kunsttradition.

Im Nachkriegs-Berlin geboren, wuchs B. Quandt voller Energie in der Treibhausatmosphäre der isolierten und geteilten Stadt auf. Nachdem sie die übliche Arbeit als technische Zeichnerin und die traditionelle Rolle als Ehefrau wieder abgestreift hatte, stürzte sich B. Quandt in den frühen Siebziger Jahren in die aufpeitschende Atmosphäre der Akademie, um bei den Professoren Hödicke und Kuhn Malerei zu studieren. Während sie einen sehr persönlichen Stil entwickelte, beteiligte sie sich an den schweren politischen Auseinandersetzungen dieser Zeit. Sie verschmolz ihre kunsthistorischen Hilfsquellen mit ihrer zeitgemäßen Erfahrung. Mit ihrer charakteristischen unermüdlichen Energie und mit ihrem künstlerischen Talent arbeitete B. Quandt mit den Leuten der Straße und mit Gefangenen. Diese Erfahrung von ständiger durchdringender Gewalt spiegelt sich in B. Quandts Arbeit in derber Beziehung zwischen Körper und Farbe wieder. Kraftvolle Körperlichkeit, Bewegung von Farbe und Pinsel führen zum frenetischen Tanz.

Ihrem Wunsche entsprechend, direkte Erfahrung zu erleben, reiste B. Quandt in der Blütezeit der Punk-Bewegung nach London, um die Wildheit dieser Musik und dieser Mode nach Berlin zu bringen. Sie verbrachte ein Jahr in New York als Stipendiatin von PS 1 und wurde dort tief von der schwarzen und städtischen Kultur beeindruckt. ln dieser Zeit malte sie Menschen, die in den Stadt-Innenbezirken eingeschlossen sind. Weiter ging sie nach Tanzania, in eine Kultur mit ganz verschiedenen Werten, wo Kommunikation unmittelbar ist und soziale Ungleichheiten offen zur Schau getragen werden. Eine zeitlang verschwand die Figürlichkeit aus ihren Bildern, als sie die Möglichkeit einer lyrischen Abstraktion als Ausdruck ihrer Gefühle versuchte. Die Figuren kamen aber bald wieder zum Vorschein, aber als Traumbilder und in eigenen Zwangsvorstellungen. Barbara Quandt kam dann nach Chicago. Hier machte sie weitere Schritte. Sie verfolgte die Kultur des mittleren Westens mit offenen Armen, sie beobachtete scharf alle Einzelheiten, sie genoß sein Recken und Strecken. Mit dem ausgeprägten Selbstvertrauen. das sie auf früheren Reisen erlangt hat, taucht sie in die Widersprüche Chicagos ein. Die strahlende, eindrucksvolle Architektur, erhebend und einschüchternd zugleich, das wohlhabende Gesellschaftsleben mit der offensichtlichen Verschwendung, das ganze Elend der Armut und der Unterdrückung haben es B. Quandt angetan. Sie malt frei und viel, ihre Stadteindrücke als Grundlage verarbeitend, in sich aufnehmend und wiedererfahrend in der Handlung des Malens.


Nice to meet you, 1988, Acryl / Stoff, 133x223cm

Es war der Augenblick für B. Quandt, als Traum und Wirklichkeit übereinstimmten. Ihr Verlangen zu malen und zu leben war vollkommen ungehemmt. Ihre Malerei. die früher verschlossen und beengt war, wurde räumlicher und umfassender. Figuren, Gebäude, Brücken, Autos, Hunde, Raum, Farbe, Strich sind nun voneinander abhängig. Es entstehen kraftvolle Bilder, überschwengliche Szenen mit tiefer Brennweite. Ihre Palette wurde vielfältig und intensiv, ihre Pinselstriche manchmal breit und überwältigend, manchmal zögernd und beunruhigend. B. Quandts enge Beziehung zur Farbe spiegelt sich in der Verwandtschaft zu den Elementen in ihren Bildern wieder. Diese Beziehung verwickelt den Betrachter in eine Farberfahrung. Der bewegt gefühlvolle Pinselstrich der Bilder ruft beim Betrachter Begeisterung hevor, ebenso auch Melancholie im Detail der dargestellten sozialen Wirklichkeit.

Die Stilkompliziertheit zugleich abstrakt, expressionistisch und figurativ, umschreibt genau die Doppeldeutigkeit von B. Quandts Erfahrung. Ihre Chicago-Bilder zeigen B. Quandt auf dem Höhepunkt ihrer besonderen Fähigkeit, ihre spezielle Erfahrung direkt durch ihre Malerei auszudrücken und auf das widersprüchliche Wesen der modernen Lebensweise hinzuweisen. Kathryn Hixson

GALERIE VILLA KÖPPE
Moderne und Zeitgenössische Kunst
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