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Schering Stiftung

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Haroon Mirza



Haroon Mirza, Tent Life, 2011, Courtesy the artist and Lisson Gallery

Die erste Einzelausstellung des britischen Künstlers Haroon Mirza in Deutschland trägt einen auffallend kryptischen Titel: --{}{}{} {}--{}{}{}{}--{}. Als typografische Entsprechung einer Wellenform verweist er auf die Übersetzung von Klang in eine zeichenhafte Repräsentation und damit auf das von Mirza neu entwickelte Werk für den Projektraum der Schering Stiftung. Der Künstler setzt sich mit den für Ausstellungsräume typischen Schattenfugen auseinander und schafft eine neue Licht- und Klang-Komposition.


Haroon Mirza, Electric Vacuum, 2011. Courtesy the artist and Lisson Gallery

Die künstlerischen Arbeiten Haroon Mirzas kreisen stets um das komplexe Verhältnis von Visualität und Akustik und entfalten sich in einem kontinuierlichen Loop als audio-visuelle Kompositionen im Raum. In seinen akustischen Assemblagen werden vorgefundene, kulturell kodierte Gegenstände ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und stattdessen zum Auslöser von Geräuschen, die sich zu einer präzisen, sich selbst generierenden Komposition zusammenfügen. Die Erfahrung der Klangwelt ist dabei unmittelbar mit der visuellen Wahrnehmung verknüpft. Für Mirza ist es entscheidend, „den visuellen und akustischen Raum als Einheit der Sinneswahrnehmung zu verstehen“ (Mirza, 2010).


Haroon Mirza, Backfade_5 (Dancing Queen), 2011. Courtesy the artist and Lisson Gallery

In „--{}{}{} {}--{}{}{}{}--{}“ wird der Projektraum Unter den Linden selbst zum vorgefundenen, zum okkupierten Objekt. In seiner Ausstattung den Bedürfnissen zeitgenössischer Kunstausstellungen angepasst, entspricht der Projektraum den Paradigmen eines typischen Ausstellungsraums des 20. und 21. Jahrhunderts, eines so genannten ‚White Cube’. Mirza lässt sich von den hierfür spezifischen Schattenfugen – einem Spalt zwischen Boden und Wand – inspirieren und okkupiert ihn durch einen subtilen Eingriff: LED-Bänder, die in den Fugen verlaufen, dienen der Sichtbarmachung eines architektonischen Nebenschauplatzes. Gleichzeitig lösen sie akustische Signale aus, die zur Grundstruktur einer Klangkomposition werden. Die Beschaffenheit des Raums wird auf diese Weise nicht nur in eine klangliche Komposition übersetzt, sondern gleichermaßen von dieser besetzt. So wie auch „--{}{}{} {}--{}{}{}{}--{}“ nicht nur auf Klang verweist, sondern zugleich eine typografische Transferierung von „occupied scheringstiftung“ ist.

Haroon Mirza (* 1977) lebt und arbeitet in Sheffield und London. 2010 wurde er mit dem Northern Art Prize Award ausgezeichnet. 2011 erhielt er auf der Venedig Biennale den Silbernen Löwen als „most promising artist“.

Laufzeit: 25.05. bis 21.07. 2012

Montag bis Samstag: 11 bis 18 Uhr - Eintritt frei

Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin

Schering Stiftung




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