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Kommunale Galerie Berlin

Übermaß

Katharina Moessinger – Skulptur / Elisabeth Matthewes – Video



Foto: Katharina Moessinger, Kuscheltier V, 2007

Überlebensgroße und doch freundlich dreinblickende Tiere aller Art bevölkern den Ausstellungsraum, finden sich zu Gruppen zusammen oder liegen wie gestrandet herum. Auf den Monitoren sehen wir einen menschlichen Körper in Haferbrei bzw. in Milch baden und ein sich durch einen Berg von Salat fressendes Wesen ist ebenfalls als Mensch zu identifizieren. Ist das die Rückkehr von Alice im Wunderland?

Fast märchenhaft klingt das Szenario dieser Schau – obwohl beide Künstlerinnen sehr »realistisch« zu Werke gehen. Nur: welche »Realität« ist ihre Ausgangsbasis?

Katharina Moessinger stellt Spielzeugtiere in der echten Lebensgröße ihrer tierischen Vorbilder aus echten Tierhäuten her. Durch das Beibehalten der Spielzeugproportionen, sie arbeitet mit akribisch vergrößerten Schnittmustern, kommt es so zu ambivalenten Gefühlen beim Betrachter: die großen Köpfe, »süßen« Gesicher und vermenschlichten Gesten wollen so gar nicht zur Größe der Objekte und zu deren Fell passen, das eben nicht kuschelweich ist, sondern sich als Tierpräparat entpuppt.

Elisabeth Matthewes Videoarbeiten sind zunächst völlig abstrakt. In einer ihrer »Performances für eine Kamera« bewegt sich eine fast goldene Masse, die von innen gerührt zu werden scheint. Ist das ein Blick in einen Kochtopf? Was schwimmt darin? Immer wieder taucht eine amorphe Form auf, die einem bekannt vorkommt – ein Ellenbogen, eine Hüfte, ein Fuß, immer allerdings mit diesem goldenen Überzug, der das Ganze wie ein animiertes Relief aus Lehm erscheinen lässt.

Es ist die Künstlerin selbst, die sich buchstäblich mit vollem Körpereinsatz in ihr Material begibt. Und auch hier ist es nicht leicht zu entscheiden, welche Gefühle das hervorrufen soll: Assoziationen an Schlaraffenland oder Übersättigung, verursacht durch ein Zuviel? Soviel ist sicher: Die im Haferschleim badende Künstlerin ist keine leichte Kost.

»Maß halten« ist nicht die Sache der beiden Künstlerinnen, die das Frauenmuseum Berlin in der Kommunalen Galerie Berlin am Hohenzollerndamm präsentiert. Beide sprengen, wenngleich auf ganz unterschiedliche Weise, nicht nur Maßstäbe, sondern auch Erwartungshaltungen. Es geht neben dem Verschieben von Proportionen vor allem um die veränderte Wahrnehmung, die die Auflösung von gewohnten Größen- und Mengenverhältnissen beim Betrachter mit sich bringt. Denkmuster geraten ins Wanken, Ratlosigkeit macht sich breit.

Verunsicherung mag Teil des Konzepts sein, sicher ist aber, dass wir in dieser Ausstellung Arbeiten von zwei Künstlerinnen sehen, die sich auf jeweils sehr eigenständige und konsequente Weise mit eigentlich ganz klassischen Themen auseinandersetzen und sich dabei wenig darum scheren, ob ihre Themen und Materialien »kunstwürdig« sind. »Übermaß« oder »Über Maß«? Formen, Proportionen, Wahrnehmung, Größenverhältnisse sind Themen in dieser Schau.

Weil beide Künstlerinnen mit Dingen und/oder Materialien umgehen, zu denen wir auch ein ganz alltägliches, kunstfernes Verhältnis haben, haben ihre Arbeiten auch eine sehr direkte und emotionale Wirkung. Und diese Wirkung können wir umgekehrt in unseren Alltag mitnehmen, wo sie immer wieder auftauchen (und irritieren) mag.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Finissage
Am Sonntag, den 6.1.2013 um 12 Uhr findet ein Gespräch mit den Künstlerinnen statt.
Der Eintritt ist frei.

Eröffnung
Sonntag, 25. November 2012 | 12 Uhr

Laufzeit
bis 6. Januar 2013

Kommunale Galerie Berlin
Hohenzollerndamm 176
10713 Berlin
Tel: 030 | 9029 16704 (Galerie)

Öffnungszeiten:
Di-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr
Eintritt frei
Kommunale Galerie Berlin






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