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museum FLUXUS+

potsdam as a mad stop

Pavel Schmidt



Pavel Schmidt, “Product of Italy”, 2009, Foto Beatrice Schmidt


museum FLUXUS+
Schiffbauergasse 4f, 14467 Potsdam
Ausstellung 17. August bis 20. Oktober 2013
Vernissage Freitag, 16.08.13 um 19.00 Uhr

Der Titel der Ausstellung „potsdam as a mad stop“ ist ein Palindrom. Die Sprache spielt für Pavel Schmidt immer eine wichtige, begleitende Rolle und für Palindrome hat er eine charakteristische Vorliebe. So wie es ein „Wortspiel“ gibt, gibt es in seiner Kunst ein Objekt-Gegenstand-Spiel. Die Zusammenführung und Schaffung von Bedeutungen durch Aufhebung von ursprünglicher Funktionalität ergibt neue Anspielungsgründe (Jagdgründe). Ganze Textpassagen, handschriftlich oder in Form von Verbotstafeln und Gebrauchsanweisungen werden von Schmidt ins Bild, in seine Werke integriert.
Auch einige Künstler der Fluxus-Bewegung schufen um 1968 Palindrome, die in Form von Straßenschildern an der Außenwand des Düsseldorfer Restaurants des Schweizer Künstlers Daniel Spoerri, angebracht waren. In diesem Restaurant fanden zahlreiche Aktionen statt, zum Beispiel mit Joseph Beuys, Robert Filliou, Dieter Roth, Ben Vautier und Emmett Williams. Zwei Jahrzehnte später war Pavel Schmidt von 1986 bis ´89, nachdem er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München abgeschlossen hatte, Assistent von Prof. Daniel Spoerri am Lehrstuhl für Malerei und Grafik in München, welcher enge Verbindungen zur Fluxus-Bewegung hatte und heute als der bedeutendste Vertreter der Objektkunst angesehen wird. Diese Zusammenarbeit beeinflusste Pavel Schmidt weitgreifend und an dieser Stelle schließt sich der Kreis zwischen dem museum FLUXUS+ und den Werken des Schweizer Künstlers.
Regelmäßig stellt Schmidt seit 1980 in der Schweiz, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Belgien und Frankreich aus und ist dementsprechend häufig unterwegs. Die Schweiz bleibt jedoch stetiger Bezugspunkt. 1991–92 arbeitete er erneut mit Daniel Spoerri an seinem „eaten by“-Projekt für den Schweizer Pavillon der Weltausstellung in Sevilla mit. Für sein künstlerisches Schaffen gewann er mehrere Preise, seine Arbeiten wurden u.a. im Badischen Landesmuseum, Karlsruhe, im Museum Tinguely, Basel und im Jüdisches Museum Berlin ausgestellt.
Skulpturen sind neben der Malerei und Aktionen ein Schwerpunkt seines Oeuvres. Sie entstehen als surrealistische Kombination von Fundgegenständen. Artefakte, in denen man den kulturgeschichtlich-kritische Ansatz von Schmidts Schaffen erkennt. Venus und David als Leitfiguren der christlich-antiken Mythologie sind heute weltweit zu Dekorationsgegenständen mutiert. Der Gartenzwerg ist ihr nordeuropäisches Pendant. Durch die Zerstörung und Wiederzusammenfügung dieser Trivialobjekte schafft Schmidt Neues. Im Sinne Duchamps gibt ihnen der künstlerische Eingriff ihre Aura zurück. In seinen Werken versucht Schmidt die Grenzen von Wort-Zeichen-Schrift-Bild auszuloten. Insbesondere die Texte von Franz Kafka beschäftigen Schmidt seit langer Zeit.
Von August bis Oktober ist eine Auswahl aus der Vielfalt des Schaffens Pavel Schmidts der letzten fünf Jahre im atrium des museum FLUXUS+ zu sehen. Ausgestellt werden insbesondere Objekte, Skulpturen, Arbeiten auf Papier. Davidstandbilder, Venusstatuen, Gartenzwerge, Eisenbahnpuffer, Blitzableiter und andere alltägliche Gegenstände gehören zur Sinnbildvielfalt mit der Pavel Schmidt unsere Gesellschaft, einem Fleischwolf gleich, durchdreht. Es sind Begegnungen mit Gegenständen, die ihrer Ursprungsbedeutung entleert sind, sozusagen in ein anderes Dasein versetzt wurden.
Zur Finissage am Sonntag, dem 20. Oktober wird es eine „Abschlussleselesung“ mit Pavel Schmidt und Monsignore Dies geben. Pavel Schmidt begibt sich lesend auf die Suche nach sprachimmanenten Wort-Sinn-Spielen. Der Bieler Musiker Monsignore Dies wird die Lesung durch musikalische Interventionen mit Schlag- und Kinderspielzeug und Kassettengeräten (verstörend) begleiten.

Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen und der Ausstellung ist frei.
Informationen über Pavel Schmidt im Schweizerischen Künstlerlexikon www. Sikart.ch.

museum FLUXUS+
Schiffbauergasse 4f, 14467 Potsdam, Öffnungszeiten: Mi - So 13.00 – 18.00 Uhr
Telefon: 0331 / 60 10 89 - 0 Telefax: 0331 / 60 10 89 - 10
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