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Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen. Von Schiele bis Grosz.

Hans Baluschek, Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Carry Hauser, Raoul Hausmann, Hannah Höch, Ernst-Ludwig Kirchner, Erika Giovanna Klien, Gustav Klimt, u.v.m.



Ernst Ludwig Kirchner, Frauen auf der Straße, 1915, Von der Heydt-Museum, Wuppertal, © erloschen

Eine Kooperation der Berlinischen Galerie und der Österreichischen Galerie Belvedere
Berlinische Galerie, Berlin: 24.10.2013 – 27.01.2014
Belvedere, Wien: 14.02. – 15.06.2014

Die Berlinische Galerie und die Österreichische Galerie Belvedere präsentieren in einer großen Sonderausstellung erstmals gemeinsam zentrale Werke der Wiener und Berliner Moderne von den Sezessionen über den Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit. Meisterwerke beider Sammlungen und bislang weniger beachtete Positionen geben im Zusammenspiel einen umfassenden Einblick in den intensiven Austausch beider Metropolen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Während die künstlerischen Beziehungen in den Bereichen Literatur, Theater und Musik bereits weitgehend bekannt sind, widmet sich die Ausstellung mit rund 200 Exponaten dem bislang nicht aufgearbeiteten Dialog Wiener und Berliner Positionen der Klassischen Moderne in der Bildenden Kunst. Ausgangspunkt sind die Gründungen der Sezessionen, deren Protagonisten sich in Abkehr vom Akademismus zwischen Jugendstilkunst und Spätimpressionismus bewegen. Der Aufbruch in die Moderne zeigt sich auf beiden Seiten in der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln. Doch während sich die Berliner Sezessionisten um Max Liebermann zunehmend der Alltagswirklichkeit widmen und die Erfahrung der Großstadt thematisieren, dominiert bei den Wiener Stilkünstlern um Gustav Klimt und Koloman Moser die ornamentale Form, häufig in Verbindung mit einer symbolistischen Bildsprache. Zahlreiche Ausstellungen jener Zeit zeugen allerdings von stetem Austausch und gegenseitiger Kenntnisnahme.


Jeanne Mammen, Revuegirls, 1928/29, Berlinische Galerie, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

Mit der jüngeren Generation der Expressionisten, vertreten unter anderem durch Ernst Ludwig Kirchner verdrängt das aufstrebende Berlin im Verlauf der 1910er Jahre die Donaumetroplole Wien zusehends aus ihrer Rolle als führende Kunststadt. Junge österreichische Künstler wie Oskar Kokoschka und Egon Schiele treten aus dem Schatten Klimts und werden mit ihrer avantgardistischen Kunst in Berlin einem aufgeschlossenerem, aber auch kritischen Publikum bekannt gemacht. Kunsthändler und Publizisten wie Paul Cassirer, Herwarth Walden oder Karl Kraus sind in der Kunstwelt beider Städte gleichermaßen zuhause und knüpfen ein enges Netzwerk, über das vor allem nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Künstler nach Berlin kommen.

Der Untergang der Donaumonarchie nach dem Ersten Weltkrieg sowie der Tod wichtiger Künstler wie Egon Schiele und Gustav Klimt lassen die Wiener Kunstwelt in den 1920er und 1930er Jahren aus dem Fokus der internationalen Wahrnehmung verschwinden. Während sich Dada, Verismus und Neue Sachlichkeit in Berlin offensiv mit der neuen politischen und gesellschaftlichen Lage auseinandersetzen, geschieht dies in der österreichischen Metropole nur vereinzelt.

Zugleich entwickeln sich in Wien völlig eigenständige Phänomene wie der Kinetismus, der in utopischen Weltentwürfen eine avantgardistische Bildsprache zur Anwendung bringt. Bislang zu Unrecht wenig beachtet wurde außerdem die spezielle österreichische Interpretation der Neuen Sachlichkeit. Sie weist Verbindungen zu den Berliner Werken eines Otto Dix oder George Grosz auf, steht aber gleichermaßen in der Wiener Tradition psychologisierender Kunst.


Otto Friedrich: Elsa Galafrès, 1908, Belvedere Wien, © erloschen

Die von Friedrich Kiesler organisierte „Internationale Ausstellung neuer Theatertechnik“ lässt die Donaumetropole 1924 wieder zu einem Anziehungspunkt der Avantgarde werden. Mit dem Ausstellungsmacher und Kunsthistoriker Hans Tietze wird schließlich eine historische, hierzulande fast unbekannte Persönlichkeit gewürdigt, dessen Aufforderung zur „lebendigen Kunstwissenschaft“ die Schau „Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen“ inspiriert hat.

Künstler (Auswahl)
Hans Baluschek, Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Carry Hauser, Raoul Hausmann, Hannah Höch, Ernst-Ludwig Kirchner, Erika Giovanna Klien, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Broncia Koller-Pinell, Max Liebermann, Jeanne Mammen, Ludwig Meidner, Koloman Moser, Max Oppenheimer, Emil Orlik, Christian Schad, Egon Schiele, Max Slevogt.


Zur Ausstellung erscheint ein gebundener Katalog im Prestel Verlag. Der Katalog widmet sich den künstlerischen Umbrüchen in Wien und Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Zwischenkriegszeit. Er dokumentiert den Austausch und die gegenseitige Wahrnehmung der Künstler in den so unterschiedlichen Metropolen. 392 Seiten, 300 farbige Abbildungen, Euro 49,95

Ein zweisprachiger Multimediaguide (deutsch/englisch) bietet vielfältige akustische und visuelle Zusatzinformationen. Die Ausstellung wird zu einem Erlebnis mit allen Sinnen. Mit Hilfe von tastbaren Reliefs, Ausstellungsplänen in Groß- und Brailleschrift, Bodenleitlinien, die in den Rundgang integriert sind, ist sie auch für seheingeschränkte Besucher erfahrbar.

Rahmenprogramm zur Ausstellung
Lange Wien-Nächte:

Die Lange Wien-Nacht Film: 01.11.2013, 18-22 Uhr
Die Lange Wien-Nacht Literatur: 06.12.2013, 18-22 Uhr
Die Lange Wien-Nacht Musik: 10.01.2014, 18-22 Uhr
Familienfest in der Berlinischen Galerie am Sonntag: 03.11.2013
Interdisziplinäres wissenschaftliches Symposium „Wien Berlin“: 24./25.01.2014

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Berlinischen Galerie und der
Österreichischen Galerie Belvedere. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Klaus
Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, und erfolgt mit freundlicher Unterstützung
der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Kulturstiftung der Länder.

BERLINISCHE GALERIE
Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin
Tel +49 (0)30-789 02-600
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