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Deutsches Historisches Museum DHM

Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses



Porträt des Pfarrers und Gelehrten Gustaf Fredrik Hjortberg mit seiner Familie, Jonas Dürchs, um 1770, Vallda, Släps Kyrka; © Swedish church in Vallda o Släp, Foto: Boel Ferm

Vom 25. Oktober 2013 bis 2. März 2014 präsentiert das Deutsche Historische Museum im Rahmen der Lutherdekade die Ausstellung „Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses“ in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Internationalen Martin Luther Stiftung (IMLS).

Ein Hort universeller Bildung und bürgerlichen Lebens, das Vorbild christlicher Lebensführung, Ursprung von Literatur, Philosophie und Wissenschaft: Das evangelische Pfarrhaus als Lebensform ist seit Jahrhunderten Projektionsfläche gesellschaftlicher und familiärer Ideale. Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums beleuchtet eine Institution des Protestantismus, die unsere Gesellschaft bis heute prägt.

In sechs Themenräumen verfolgt „Leben nach Luther“ mit vielfältigen Exponaten und Medienstationen die Entwicklungen des evangelischen Pfarrhauses von der Reformation bis zur Gegenwart. Porträts aus fünf Jahrhunderten, vom höfisch anmutenden barocken Gruppenbild bis zu biedermeierlich-familiären Darstellungen, sowie gemalten und gezeichneten Momentaufnahmen der geistlichen Amtshandlungen: Leihgaben aus Skandinavien, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz verdeutlichen den Wandel im Pfarrhaus über die Jahrhunderte. Alltagsgegenstände und persönliche Erinnerungsstücke werden ebenso präsentiert wie eine Vielfalt von Amtstrachten, unter denen um 1960 allmählich auch die Talare der ersten Pastorinnen zu finden sind. Kostbare illustrierte Bücher des 17. Jahrhunderts geben einen Eindruck vom Bildungshorizont einer typischen Pfarrhausbibliothek. „Ein feste Burg“ – so ließe sich das Pfarrhaus auch leicht missverstehen. Wie es vor allem im 20. Jahrhundert auf totalitäre Herausforderungen reagierte, oft versagte, aber eben nicht selten auch widerstand, stellt die Ausstellung mit Fotos, Ton- und Filmdokumenten zum „Kirchenkampf“ in der Zeit des Nationalsozialismus sowie zu Repression, Anpassung und kirchlicher Opposition in der DDR dar. Dabei wird die bedeutende Rolle des Pfarrhauses in der „Friedlichen Revolution“ 1989/90 beleuchtet, aber auch das politische Engagement der westdeutschen Kirchen in der Friedensbewegung der 1980er Jahre. Aufgaben und Herausforderungen, die mit dem gegenwärtigen Wandel der Institution Pfarrhaus verbunden sind, werden durch aktuelle Arbeiten der Berliner Fotoschulen „Ostkreuz“ und „BEST-Sabel“ dokumentiert.

Deutsches Historisches Museum
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10117 Berlin
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