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ifa-Galerie Berlin

Afro-Brasil – Porträtfotografie in Brasilien 1869/2013

Luciana Gama, Eustáquio Neves, Alberto Henschel



Luciana Gama: Aus der Serie "Irmandade Nossa Senhora do Rosário dos Homens Pretos", 2013, © Luciana Gama

Brasilien, ein Einwanderungsland, das durch die europäische Kolonisation, aber ebenso stark durch die gewaltvolle Migration von afrikanischen Sklaven und durch die indigene Bevölkerung geprägt ist, ist Schauplatz der aktuellen Ausstellung „Afro-Brasil“ der ifa-Galerie Berlin. Mit drei Bildserien – Visitenkartenporträts von Alberto Henschel aus dem 19. Jahrhundert, Fotoarbeiten aus der Serie „Objektivierung des Körpers“ (1999/2000) von Eustáquio Neves und die Dokumentation einer Prozession (2012/2013) von Luciana Gama – wird die lange Geschichte des Bildes von Afrobrasilianern vorgestellt.


Eustáquio Neves: Aus der Serie "Objetização do Corpo", 2010, © Eustáquio Neves

Die in São Paulo lebende Fotografin Luciana Gama (*1969) untersucht in ihren Fotoserien Aneignung und Kulturtransfers im zeitgenössischen Brasilien. Der Afrobrasilianer Eustáquio Neves (*1955) steht zwar formal in der Tradition der Porträtfotografie, löst aber die Porträts in einem komplexen Entwicklungs- und Manipulationsverfahren in verschiedene visuelle und intellektuelle Ebenen auf.


Alberto Henschel: Studioporträts, ca. 1869, © Leibniz Institut für Länderkunde (IfL), Leipzig

Den beiden künstlerischen Positionen stellt der Kurator Marcelo Cardoso Gama die historischen Bildserien des in Berlin geborenen jüdischen Fotografen Alberto Henschel (*1827, Berlin, +1882, São Paulo) gegenüber. Als Einwanderer eröffnete er Mitte des 19. Jahrhunderts Fotostudios in Pernambuco, Bahia, Rio de Janeiro und Recife und wurde schließlich zum Hoffotografen des Kaisers Dom Pedro II. ernannt. In seiner Arbeit spiegelt sich die Gesellschaft Brasiliens – von der höfischen Inszenierung und der bürgerlichen Selbstpräsentation bis hin zur Darstellung von Sklaven aus der afrikanischen Diaspora. Henschels fotografische Darstellungen von Afrobrasilianern bilden das Zentrum der Ausstellung. Sie sind ein bisher kaum erforschter Bildschatz und erzählen von der Gründungsgeschichte Brasiliens, dessen koloniale Vergangenheit sich noch heute in der Vielfalt der Ethnien, Religionen und Kulturen spiegelt.
Weitere Informationen finden Sie hier. Zur Ausstellung erschien ein Katalog, mit zahlreichen Abbildungen, 84 S. zum Preis von 14,– €.

2013/2014 präsentiert sich Deutschland als Kulturnation im Rahmen eines Deutschlandjahres in Brasilien; das ifa trägt u. a. mit Ausstellungen deutscher Kunst in Brasilien und der Ausstellung „Afro-Brasil“ – der sechsten Ausstellung in der Reihe „Kulturtransfers“ – dazu bei, die vielfältigen kulturellen Beziehungen zu begleiten und zu intensivieren.


Ausstellungseröffnung: 16. Januar 2014, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 17. Januar – 30. März 2014
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag
14 – 18 Uhr; Eintritt frei


Veranstaltungen

Freitag, 17. Januar 2014, 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung
mit Marcelo Cardoso Gama, Kurator

Freitag, 17. Januar 2014, 18.30 Uhr
Buchpräsentation
German Art in São Paulo. Deutsche Kunst auf der Biennale 1951 - 2012
mit Irmgard Maria Fellner (Auswärtiges Amt), Ronald Grätz (ifa) und den Herausgebern und Autoren Dr. Ulrike Groos und Dr. Sebastian Preuss

Donnerstag, 20. Februar 2014, 19 Uhr
Präsentation
Das Maribor Projekt
mit Rebecca Horn und Gästen

Donnerstag, 13. März 2014, 19 Uhr
Vortrag
Street-Art in Brasilien: künstlerische Proteste zwischen Verbrechen, Kunstmarkt und Sozialarbeit
mit Constanze Musterer

Kunstvermittlungsprogramm
mit Annika Niemann

Donnerstag, 27. Februar 2014, 19 Uhr
Ausstellungsgespräch
Blickverhältnisse

Sonntag, 2. März 2014, 11–13 Uhr
KinderKunstProgramm
vis-á-vis #1: Visitenkartenwerkstatt
Offener Atelier-Workshop für Kinder ab 6 Jahren.

Sonntag, 16. März 2014, 14– 16.30 Uhr
JugendKunstProgramm
vis-á-vis #2: Stativ, Motiv, objektiv?
Offener Atelier-Workshop für Jugendliche ab 12 Jahren.

Das KunstVermittlungsProgramm ist auch für Schulklassen offen. Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Kontakt: Ev Fischer / Annika Niemann
kunstvermittlung@ifa.de / Tel.: 030 2844 9140

Stadtspaziergänge. fotos kieken
mit Elfi Müller

Sonntag, 02. Februar 2014, 12 Uhr
Sonntag, 23. Februar 2014, 12 Uhr
Sonntag, 02. März 2014, 12 Uhr
Zu den Veranstaltungen erfolgen noch gesonderte Informationen. Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: Dr. Barbara Barsch, barsch@ifa.de

Über das ifa
Das ifa engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.

Informationen zur Ausstellung:
ifa-Galerie Berlin, ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Linienstraße 139/140, 10115 Berlin
Dr. Barbara Barsch, Tel. 030.2844.91.11, barsch@ifa.de
Ev Fischer, Tel. 030.2844.91.40, fischer@ifa.de

ifa-Galerie Berlin


Berlin Daily 18.11.2018
In der Reihe „Literaturhaus der Fotografie“:
14.00 Uhr: Ein Sternbild der Philosophie. Wolfram Eilenbergers „Zeit der Zauberer“, Mod.: Thomas Böhm (radioeins: Die Literaturagenten) im Rahmen d. Ausst Yamamoto Masao – Microcosm Macrocosm
Alfred Ehrhardt Stiftung | Auguststr. 75 | 10117 B

Berlin Daily 18.11.2018
Finissage mit Gabriela Torres Ruiz
16 Uhr: Eine Ausstellung im Rahmen des Monats der Fotografie: Gabriela Torres Ruiz – Silence
GALERIE im TEMPELHOF MUSEUM | Alt-Mariendorf 43, 12107 Berlin, Eintritt frei | Mo bis Do 10–18 Uhr, Fr 10–14 Uhr, So 11–15 Uhr

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