Anzeige
B3 Biennale

sponsored by


Galerie Villa Köppe

RHINOCEROS DREAM

Emilia Neumann



EMILIA NEUMANN | KOOTS III – 2013, 65 X 45 X 30 CM, GIPS UND PIGMENT

Vernissage:
Donnerstag, 10. April 2014, 19 – 22 Uhr

Einführende Worte:
Dr. Sabine Hannesen, Kunsthistorikerin – 19:45 Uhr

Dauer der Ausstellung:
Freitag, 11. April – Freitag, 02. Mai 2014

Emilia Neumann zeigt, wie Kunst sein kann: wie kryptisch, wie klug, wie kritisch, wie poetisch. Wie sich selbst genügend – und wie dennoch mitten im Leben stehend.

All dies gelingt ihr mit Objekten - oder vielleicht besser, weil genauer: mit Objektinstallationen - aus Gips – und immer wieder Gips. Das ist Emilia Neumanns Welt: materialgebunden, minimalistisch und manchmal auch ein bisschen trashig.

Für ihren Gipsguss verwendet Emilia Neumann entweder selbst gebaute Formen oder reale Fundobjekte. Überwiegend handelt es sich um Bau- und Konstruktionsmaterialien, wie Armierungsgitter, die bislang selten eine künstlerische Zweckentfremdung erfahren haben, und ihr somit, inhaltlich nicht überfrachtet, eine freie Herangehensweise ermöglichen. In der Arbeit „jump and run“ verwendet sie bewusst Satellitenschüsseln, die aufgrund ihrer markanten Form auch als Schutzschilder verstanden werden können und eine kritische Lesbarkeit ermöglichen: z. B. unter dem Aspekt des Verbots von Schutzschildern bei Demonstrationen. Das Objekt „Jesus“ basiert hingegen auf einem zufällig gefundenen Holzarrangement; die durch die installierte Gipsform hervorgerufene Assoziation an den Corpus am Kruzifix ergibt sich fast wie von selbst.


EMILIA NEUMANN |JUMP AND RUN – 2013, 85 X 85 X 12 CM, GIPS, PIGMENT, ARMIERUNGSGITTER

In weiteren Arbeitsprozessen erfolgt ein wohl temperierter, nuancierter Farbauftrag und die Bearbeitung der Gipsoberfläche durch polieren, reiben, schleifen etc., wodurch nicht nur ein ästhetisch beeindruckendes Resultat erzielt, sondern auch eine bemerkenswerte Irritation provoziert wird. Denn: Gips glänzt plötzlich wie hochwertiger Marmor, schimmert wie Perlmutt, wirkt wie Felsgestein. Das Wesen, der Anspruch, der Wert von Material – als Teil der material world - wird somit klug und kunstvoll in Frage gestellt.

Durch das bewusste Belassen oder Akzentuieren von authentischen Spuren des Entstehungsprozesses spielt Emilia Neumann gekonnt mit dem Changieren zwischen geschlossenen und offenen Formen. Einerseits erscheint die Form begrenzt, sie steht für sich und besticht als künstlerisches Ganzes. Andererseits erlauben die Ränder, Bruchstellen, Gussnähte o. ä. gedachte Weiterführungen, Anfügungen, Fortsetzungen. Unter diesem Aspekt betrachtet erscheint die singuläre Arbeit als Teil eines Ganzen, sie fungiert als eine Art Verbindungsglied zu weiteren Formmöglichkeiten aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie präsentiert sich als Fragment, das seinem Wesen nach auf das unvermeidlich Unvollendete – auf das Non-Finito -, auf das ewig Werdende hinweist.

Das Fragment bildet sowohl formal als auch inhaltlich den Fokus in der Kunst von Emilia Neumann. Es geht nicht um die gewohnte, banale Darstellung eines konkreten Gegenstandes, sondern die implizierten unendlichen Wechselbeziehungen mit weiteren möglichen Gegenständen interessieren. Hier kommt eine philosophische Ebene zum Tragen, die dem Fragmentarischen eine Relevanz einräumt und somit den Anspruch des Ganzen, Gesamten, Totalen in Frage stellt.


EMILIA NEUMANN | MARYLIN – 2012, 70 X 55 X 20 CM, MIXED MEDIA

Dennoch ist die Kunst von Emilia Neumann alles andere als kopflastig. Im Gegenteil: sie basiert auf einer total intuitiven, sehr sinnlichen Herangehensweise, die Objekte von zurückhaltender Schönheit, leiser Poesie, und einem klitzekleinen Quäntchen Ironie entstehen lässt. Sehr schön umgesetzt in dem kleinen, mit Plastik und Schaumstoff herausgeputzten Objekt „Marilyn“, das wie seine Hollywood-Namenspatronin schlichtweg zum Anhimmeln verführt!
Dr. Heike Welzel-Philipp

GALERIE VILLA KÖPPE
Moderne und Zeitgenössische Kunst
Knausstraße 19
14193 Berlin-Grunewald
Tel.: 030 / 825 54 43 Mobil: 0176 / 23 37 92 78
galerie@villa-koeppe.de
villa-koeppe.de
facebook.com
Öffnungszeiten Di – Sa 16–19 Uhr

Galerie Villa Köppe




    Berlin Karte Galerie Ausstellungen

    Berlin Daily 17.12.2017
    Parapolitik: Kulturelle Freiheit und kalter Krieg
    15 Uhr: Gespräch (EN) A lot of Fuss about a Drawing: On Stalin by Picasso and other Cold War Battles, Nida Ghouse, Lene Berg
    Haus der Kulturen der Welt | John-Foster-Dulles-Allee 10 | 10557 Berlin

    Anzeige
    rundgang

    Anzeige
    Magdeburg

    Anzeige
    berlin

    Anzeige
    Ausstellung

    Anzeige
    Atelier


    Anzeige Galerie Berlin

    Werkabbildung
    ifa-Galerie Berlin




    Anzeige Galerie Berlin

    Werkabbildung
    Haus am Lützowplatz / Studiogalerie




    Anzeige Galerie Berlin

    Werkabbildung
    Alfred Ehrhardt Stiftung




    Anzeige Galerie Berlin

    Werkabbildung
    Akademie der Künste / Hanseatenweg




    Anzeige Galerie Berlin

    Werkabbildung
    museum FLUXUS+