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ohne funktion – utopie

Tillmann Terbuyken



Tillmann Terbuyken, o.T. (2011-2014), Detail, Installationsansicht Anfang gut. Alles gut., KUB Arena / Kunsthaus Bregenz, 2011, Foto: Markus Tretter

Wir freuen uns, die zweite Einzelausstellung von Tillmann Terbuyken bei KM, Berlin ankündigen zu können. Der Künstler greift in seiner zentralen Rauminstallation auf ein Display zurück, das er 2011 für das Ausstellungsprojekt Anfang Gut. Alles Gut. schuf. Seitdem aktualisiert er diesen Körper stetig als Bühne seiner eigenen Werke.

"Eine Sperrholzplatte kann die Form eines Rechteckes bilden. Sie kann weiß lackiert sein oder mit Dispersionsfarbe bestrichen. Man kann sie abstellen. Vielleicht ist die Fläche auch grau oder taubenblau. Eine Fläche kann durch mehrere Farben in weitere Flächen unterteilt worden sein. Sie kann als Sperrholzplatte oder als mit Stoff bespannte Latten an der Wand hängen, oder auf einen Rahmen aus dünnen Dachlatten geschraubt sein. Die Fläche wiederum wird gerahmt oder auch nicht und vielleicht ist sie gar keine Fläche mehr, weil ein Loch oder ein Schnitt sie durchbricht. Oder ein Kreis ist auf die Fläche gemalt, die nur so tut, als hätte sie ein Loch.

Ein Rechteck mit gleicher Kantenlänge ist ein Quadrat. Wenn es an der Wand hängt und seine Fläche schwarz ist, könnte sein Urheber Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch gewesen sein. Ein Quadrat kann an der Wand hängen und eine Fläche oder eine Form geht über seine Ränder hinaus und gebraucht die Trägerwand. Eine Fläche muss kein Quadrat oder Rechteck sein. Sie kann abgerundet sein oder Bestandteil eines Polygons oder als Platte Teil sein einer Wand, die aufrecht steht durch eine Lattenkonstruktion, die stützt. Eine Fläche muss nicht bemalt sein und eine Platte nicht aus den verklebten Lagen dünn geschnittenen Holzes. Wenn ein kurzes Stück Latte unter einen mit Stoff bespannten Rahmen geschraubt und beides dunkelgrün getüncht wurde, könnte es sich um eine Schreibtafel handeln. Wenn dieses Element schief auf einer Wand hängt, diese bestehend aus vier unterschiedlich gestrichenen Sperrholzplatten, dann ist das eine Komposition. Eine der Platten lässt sich wie ein Fenster öffnen, ihre weiß gestrichene Rückseite ist in pastelligem Lila gesäumt. Das ist die Ausformung einer postkonzeptuellen Beschäftigung mit dem Bildträger. Dieser lilafarbene Frame um das unbefleckte oder zumindest grundierte Sperrholz. Allerdings ist diese Ausformung die Rückseite einer klappbaren Fläche neben einer schief angebrachten Schreibtafel über einer dreidimensionalen Extremität aus unbestrichenem Sperrholz, die das Klappmodul stützen muss.

Weil diese Wand-Bild-Komposition im Raum steht braucht sie einen Körper. Tillmann Terbuyken gibt ihr diesen Körper mit der Grundform eines ungleichseitigen Dreiecks mit rechtem Winkel, das auf die Seite gekippt wurde. Er gibt dem Volumen dieses Körpers ein Fenster in seiner Fassade und die Fassade ist eine Fassade, weil ihre Rückseite, das eigentliche Innenleben des Körpers nach oben hin aufgeklappt wurde und der große und mit Stoff bespannte Rahmen jetzt auf zwei aus zusammengesetzten und zum Teil lackierten Latten hält.

In seiner Arbeit versammelt Tillmann Terbuyken die Scharniere der Türen, die immer wieder aufgestoßen wurden, um das Medium der Malerei zu reflektieren. Das illusorische Bild hat einen Träger, hängt an einer Wand, ist eine Fläche, an sich Ikone, sein Träger ist Körper, hat einen Rand, ist ja an sich Ausschnitt, Horizont und Architektur und möbliert repräsentative Zustände der Auffassungen von dem, was ein Bild ist und was es instituiert. Wenn seine Institution klar ist, ist seine Grenze definierbar und dann kommt es zur vermeintlichen Revolution gegen diese. Ein Mal, dann ein zweites Mal ein bisschen anders und irgendwann steht die Überschreitung einer Grenze als sich leer gelaufene Behauptung im Raum. Den Verschleiß von Grenzüberschreitungen führt Terbuyken als ein ideales Medium für Handlungen vor, die sich wie eine Textur über die kunstimmanente Beschäftigung mit dem Bildträger legen."

Marcel Hiller

Tillmann Terbuyken (*1978) lebt und arbeitet in Hamburg. Seit 2011 Teil von Friends and Lovers in Underground. Ausstellungen (Auswahl): changing & growing, KM, Berlin (2012), Anfang gut, Alles gut, Basso, Berlin, KUB Arena, Kunsthaus Bregenz (2011), Straßengedanken Revisited, Kölnberg Kunstverein, Köln (2009), Schatten und Statuen, Kunstverein Harburger Bahnhof (2008), Folded Shadows, The Hex, London (2007). Vom 15. Juni - 13. Juli 2014 sind Werke von Tillmann Terbuyken im Rahmen der Einzelausstellung Wenn Du es gleich siehst, wird es schon anders sein in der Galerie der Wassermühle Trittau zu sehen.


Für weitere Informationen kontaktieren Sie

KM
Nina Köller und Jens Mentrup
Martin-Opitz-Str. 23
13357 Berlin

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