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Die Menschen, die ich war

Nänzi


Nänzi (1962-2013) Gedächtnisausstellung
17. Mai – 28. Juni 2014
Eröffnung, am Freitag, dem 16. Mai 2014, um 19 Uhr
Einführung: Dr. Helen Adkins

secondhome projects – Oudenarder Straße 29 – 13347 Berlin Wedding

„Nänzi, Bildhauerin“, wie sich Sybille Reichert nannte, ist am 15. November 2013 mit 51 Jahren gestorben. Niemand hat geahnt, dass sie so unerwartet aus dem Leben gerissen würde, sie am allerwenigsten. Sie war die Inkarnation des Lebendigen, Selbstbestimmten; sie war eigensinnig und radikal, liebenswürdig und arbeitswütig und hat auch sich selbst als Kunstwerk immer neu erfunden. Nänzi hat Skulpturen von groß bis klein in Keramik, Acrystal, Gips und Bronze, Collagen, Künstlerbücher, Fotos, Zeichnungen, Übermalungen, und Drucke hinterlassen.



Rachefurie, Gips, 2010, 35 x 45 x 40 cm

Viele von Nänzis zumeist weiblichen Figuren scheinen verstörend existentiell bedroht zu sein, andere strotzen vor erotischer Weiblichkeit, wieder andere sind zarte Prinzessinnen; sie sind tragisch und verletzt, gewalttätig und gedemütigt, aber auch stark, humorvoll und bodenständig – seelische Zustände in menschlicher Gestalt. Sie handeln von Liebe und Hass und Ausgeliefertsein. Nänzi hat ihre Figuren wie nahestehende Freunde behandelt, mit Zuneigung und Respekt. Die klassisch nach Modell hergestellten Skulpturen wurden immer wieder neu geschminkt, bemalt und gekleidet. Nänzi hat sie zusammen fotografiert, wie sie sich in der Sonne wärmen oder sich miteinander „unterhalten“.



Odaliske, 2003-2011, Alabastergips, Hasenfell, Textilien, 60 x 40 x 30 cm

Ob armamputiert oder mit einem blutenden Schnitt, Nänzi hat ihre Wunden verbunden. Die Menschen, die ich war bezieht sich auf einen ausgeschnittenen Spruch, der an der
Wand von Nänzis Wohnung klebte. Die Frauengestalten verkörpern die Suche nach dem Selbst der Künstlerin.



I want you_Druck bearb.

„Mann, Frau, Sex, wirre Haare, nacktes Fleisch, Verletzlichkeit...
Indem ich modelliere, setze ich mich vornehmlich mit inneren Konflikten, mit der Kunstgeschichte, und mit Erfahrungen mit dem "anderen" Geschlecht auseinander. Es entsteht eine Mischung aus Skulptur und Puppe. Die Figuren sollen im Sinne eines Mediums mit dem Betrachter kommunizieren. Sie können aber auch als Spiegel zur Auseinandersetzung
mit der eigenen Person dienen.“ Nänzi, 2013

Diese Ausstellung präsentiert zum ersten Mal nach Nänzis Verschwinden, die gesamte Spannbreite des verbliebenen Werkes.
Der Erlös aus dem Verkauf der Werke wird für die Nachlasspflege, Ausstellungsprojekte sowie eine Publikation eingesetzt.



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