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Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Acht Stunden zählen - Soundinstallation

Ignacio Uriarte



Portrait Ignacio Uriarte

Ab 4. Mai 2014 erklingt im Windfang der Berlinischen Galerie die neue Soundinstallation des Künstlers Ignacio Uriarte (*1972 in Krefeld) „Acht Stunden zählen“.

Zu hören ist die monotone Stimme eines Mannes, der acht Stunden lang konstant zählt. Maßeinheit sind dabei Silben: Jeder Silbe wird eine Sekunde gewidmet, wodurch der deutsch sprechende Zähler im Laufe von acht Stunden bis zur Zahl 3599 gelangt. Uriartes Installation verweist so nicht nur auf jene Zeitspanne, die ein typischer Arbeitstag umfasst und die zugleich der täglichen Öffnungszeit des Museums entspricht. Sie reflektiert auch den Zusammenhang zwischen Zeit als abstrakter Größe und Sprache als Möglichkeit, diese zu gliedern und zu definieren.

In „Acht Stunden zählen“ führt Uriarte seine Auseinandersetzung mit den Themen Arbeit und Zeit fort, die sein bisheriges Schaffen prägt und sich auch aus seiner Biografie entwickelt hat: Er studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften und arbeitete bei verschiedenen großen Konzernen, bevor er sich der Kunst widmete. Die Routinen des Büroalltags sind ein zentrales Thema seiner Arbeit. Obwohl diese eigentlich zu einer größtmöglichen Effizienz führen sollen, bewirken sie allzu häufig das Gegenteil: Die Routine führt zu Langeweile und ermöglicht einen kleinen Freiraum für kreative Ausflüchte. Das bekannteste Beispiel hierfür sind Kritzeleien, die beispielsweise während Telefonaten entstehen und die Uriarte in seinen „Xonox scribblings“ (2008) aufgreift und in eine serielle Arbeit überführt. Er arbeitet häufig mit einfachen Büromaterialien wie Din A4-Kopierpapier, Druckerpatronen und Kugelschreibern und zitiert durch die klare Strukturierung seiner Arbeiten und den weitgehenden Verzicht auf einen subjektiven künstlerischen Gestus die Minimal Art der 1960er Jahre.

Ignacio Uriarte studierte von 1992 bis 1995 in Mannheim und Madrid Business Administration sowie von 1999 bis 2001 Audiovisuelle Kunst am Centro de Artes Audiovisuales in Guadalajara, Mexiko. Seine Arbeiten waren bisher unter anderem im Museum Ludwig, Köln, dem Utah Museum of Contemporary Art und The Drawing Center, New York zu sehen. Ignacio Uriarte lebt und arbeitet in Berlin.

Realisierung mit freundlicher Unterstützung der Ilse-Augustin-Stiftung.

ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch–Montag 10:00–18:00 Uhr
Dienstag geschlossen

BERLINISCHE GALERIE
Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts
Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin
bg(at)berlinischegalerie. de

Tel +49 (0)30-789 02-600
Fax +49 (0)30-789 02-700

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