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Galerie J.J. Heckenhauer / keine Ausstellungen mehr in Berlin

"Zeitgenössische russische Fotografie und Videokunst"

Olga Chernycheva, Vladimir Kuprijanov, Nadja Kuznetsova, Marina Gertsovskaya, Anastasia Khoroshilova


Die Ausstellung "Zeitgenössische russische Fotografie und Videokunst" zeigt eine spannende Auswahl an Arbeiten von international bekannten Künstlern und Nachwuchstalenten aus Russland. Vertreten sind unter anderen Olga Chernysheva, Vladimir Kuprijanov, Nadja Kuznetsova, Marina Gertsovskaya und Anastasia Khoroshilova. Die Fotoarbeiten, die sowohl analog als auch digital aufgenommen sind und klassische Fotografien, Fotocollagen und -Assemblagen, Fotoobjekte sowie handbearbeitete Silbergelatinedrucke umfassen, geben zusammen mit den Videos einen profunden Einblick in das russische Alltagsleben und in die gesellschaftlichen Belange des Landes. Die Qualität der Arbeiten, die in zahlreichen internationalen Sammlungen gezeigt werden, ist auf Museumsniveau.

Olga Chernycheva (*1962) lebt und arbeitet in Moskau und hat sich als Künstlerin international etabliert. Sie arbeitet mit den Medien Video, Fotografie und Malerei und hat u.a. an solch wichtigen Ausstellungen wie der Venedig Biennale 1999, der Ausstellung "Russia" im Solomon Guggenheim Museum in New York (2005 ) und der Sydney Biennale 2006 teilgenommen. Ihre Arbeiten sind in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, wie z.B. im Victoria & Albert Museum in London oder in der Sammlung Hoffmann in Berlin. Die Arbeit "Sites" (2004/05), die die Galerie zeigen wird, ist eine Serie von Fotografien, präsentiert in Lichtboxen, die im Frühjahr in einer Gartenanlage in der Nähe von Moskau entstanden sind. Die vertikalen Metallstäbe unterteilen das Land in kleine, abgeschirmte Bereiche. Diese "eisernen Vorhänge" stellen unsere Eigenart dar, unüberwindbare Barrieren zum Schutz unserer kleinen Welt zu schaffen.
Das Video "March" (2005) filmte Olga Chernysheva spontan während einer Parade in der Nähe des Theaters der Sowjetarmee in Moskau. Das Video zeigt die traurige Seite dieser Festlichkeit - so charakteristisch für unsere Zeit -, bei der die Teilnehmer, geistesabwesend, ihre eigene Geschichte erzählen.
Olga Chernyshevas Video "Marmot" (2001) zeigt eine "Stalinistin" in Russland, die in eine Demonstration gegen Kapitalismus geraten ist. Auf eigentümliche Art konzentriert, sortiert sie einige undefinierbare, winzige Krümel in ihrer Handfläche, während Stalins Porträt unter ihrem Arm klemmt. Das Video wird von Beethovens "Marmot", das leicht verstimmt wiedergegeben wird, untermalt. "Marmot" wurde 2001 auf der Biennale in Venedig gezeigt.

Vladimir Kuprijanov (*1954) lebt und arbeitet seit 1995 als freischaffender Künstler in Moskau. 1999 war er auf der Biennale in Venedig vertreten, 2003/04 nahm er an der Ausstellung "Berlin/Moskau - Moskau/Berlin. 1950-2000" im Martin-Gropius-Bau in Berlin teil und 2006 an der Singapur Biennale. Sein Schwerpunkt liegt auf experimenteller Fotografie und Foto-Objekten. In seiner neuesten Glasarbeit (2006) präsentiert er ein multiples Porträt einer Kirche in Nigny Nowgorod, wodurch er Möglichkeiten schafft, Landschaft neu zu betrachten.

Nadja Kuznetsova (*1960) lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in St. Petersburg. Ihre Arbeiten sind charakteristisch für die Fotografie der Neunziger Jahre in St. Petersburg und beeinflusst von den sogenannten "Künstlerfotografen", wie zum Beispiel Aleksander Kitajev oder Borys Smielov, sowie von der regionalen Konzeptkunst. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Schwarz-Weiß-Fotografie und technischen Experimenten. Bei der Belichtung arbeitet sie oft mit Rastern, oder sie greift in den Entwicklungsprozess ein. Kuznetsovas neueste Serie "Cheshire Landscape" (2006) basiert auf Motiven aus Lewis Carrol's Buch "Alice im Wunderland".

Marina Gertsovskaya wurde 1953 in St. Petersburg geboren und lebt seit 2002 in Berlin. Sie arbeitet in den Medien Fotografie und Performance, und ihre Arbeiten sind u.a. in der Sammlung des Puschkin-Museums in Moskau sowie im Staatlichen Museum in Novosibirsk vertreten. Die Galerie J. J. Heckenhauer zeigt u.a. Werke aus der Serie "Golem" (2005). Es handelt sich dabei um mit Acrylfarbe bemalte Fotocollagen, auf denen immer wieder die Figur des Golem erscheint. Der Golem wurde schon von den Dichtern der Romantik wie E.T.A. Hoffmann und Heinrich Heine als literarische Figur verwandt und ist spätestens seit dem berühmten Roman von Gustav Meyerink zu einem Archetypen in der Kunst geworden. "Der Golem überwand durch seine Kraft die Grenzen der Legenden und wurde zur Vorahnung der Eingriffe des Menschen in die Natur und der sozialen Katastrophen und Veränderungen."
In Gertsovskayas Arbeiten erhält der Golem die Charakterzüge von Pinocchio. Er repräsentiert die "Einsamkeit unserer modernen Welt der Biotechnologien, Genmanipulationen, Computerisierung und Massenmedien. Seine Willensfreiheit ist eingeschränkt, und er wird selbst zu einem, der die Fäden ziehen möchte. Der Golem des 21. Jahrhundert träumt ebenso von Freiheit wie seine literarischen Vorgänger und begibt sich in Konkurrenz zu seinem Schöpfer." (Marina Gertsovskaya)

Anastasia Khoroshilova wurde 1978 in Moskau geboren und studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Universität Duisburg-Essen. Sie wird von der Galerie Ernst Hilger in Wien vertreten und wurde 2006 auf der "watchlist" von "Monopol" als vielversprechende Nachwuchskünstlerin gepriesen.
Khoroshilova zeichnet sich durch einen subjetiv-dokumentarischen Stil mit einer einfachen Bildsprache aus. In ihren Fotografien erschafft sie sensible Menschenportraits, wobei sie sich speziell für Menschengruppen interessiert, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen sind, vor allem zwischen Deutschland und Russland. Von Bedeutung sind für Khoroshilova nicht nur die Physiognomie und die Haltung der Menschen, sondern auch kleine Details. Jedes Kleidungsstück und die Umgebung der Menschen bieten ihr nützliche Informationen für die Bildkomposition. Vor jeder Fotositzung findet eine gründliche Recherche statt. Danach unterhält sie sich mit dem Porträtierten, wodurch sie bereits einen anderen Blickwinkel auf den Menschen erhält. Doch erst wenn sie auf den Auslöser gedrückt hat, steht das Bildmotiv fest. Die Galerie J. J. Heckenhauer präsentiert ausgewählte Arbeiten aus der Serie "Bezhin Lug" von 2004, die bereits u.a. in der Galerie Ernst Hilger sowie in der Margulies Collection in Miami gezeigt wurden.

Neben den genannten russischen Künstlerin zeigen wir die westliche Sicht auf Russland anhand von Fotografien und künstlerischen Fotobüchern von Jens Liebchen (Berlin) und Philippe Herbet (Brüssel). Von Jens Liebchen (*1970), Künstler der Galerie, präsentieren wir Fotografien aus der Serie "Parameters of Movement" (2003) und das Fotobuch "Playing Fields" (2005). Philippe Herbet (*1964) wird unter anderem von der Galerie Camera Obscura in Paris vertreten und zeigt vor allem Aufnahmen aus Novosibirsk und Moskau.


Wir freuen uns auf Ihr Interesse! Vladimir Kuprijanov und Nadja Kuznetsova werden am Eröffnungstag anwesend sein.


Mit freundlichen Grüßen,

Roger Sonnewald
Constanze Korb
Galerie J.J. Heckenhauer / keine Ausstellungen mehr in Berlin






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