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Galerie Schuster Berlin

"Unheimliche Stille“ / "Leuchten“

Eva Grün / Rebekka Brunke


Eva Grün

Eva Grün (* 1975 in Wien) hatte bereits 2004 ihre ersten sehr erfolgreichen Einzelausstellungen in der Galerie Schuster. Durch zahlreiche Messepräsentationen im Inland, wie auch auf internationaler Ebene gehört Eva Grün nun innerhalb kürzester Zeit zu den Shootingstars der Szene. Ihre Arbeiten sind in großen Sammlungen, wie der Hort Collection oder auch der Rubell Family Collection, vertreten.

Ihre Bilder weisen als Programm und nicht aus Unentschiedenheit skizzenhaftes, figuratives und malerisches auf, deren Gegensätze sie bestehen lassen will.
Die medial vermittelte Realität ist ein Supermarkt, aus dem sich jeder bedient, wie er will.
Was kann ein Augenblick schon sehen?
Für ihre Tuschezeichnungen verwendete sie scheinbar wertlose Materialien wie Karton, Klopapier oder Zeitungspapier. Dinge, die immer und überall um uns herum sind. Die Malweise, u.a. das Experimentieren mit Techniken, räumt dem Zufall eine gewollte Rolle ein. Dabei geht es nicht darum, etwas neu zu erfinden, sondern aus den gefundenen Fragmenten eine neue Geschichte zusammen zu basteln; eine Geschichte, die man selbst bestimmt.

Ihre neuen Arbeiten von 2007, die in dieser Ausstellung gezeigt werden, gehen von der Collagetechnik weg. Es sind immer noch Momentaufnahmen, aber oft von einer eindringlicheren Brisanz. Unbemerkte Alltäglichkeiten, wie in einem Standbild, das in Bewegung gestoppt, den Betrachter Einzelheiten genauer erkennen und suchen lässt. Unauffälliges wird hervorgehoben, dem Zusammenhang entrissen und durch eine Momentaufnahme zu etwas Besonderem gemacht, was beachtet werden will - werden muss.
Mit der Farbwahl und der Art des Auftrags erzeugt sie intensive, hintergründig aufgeladene Stimmungen: hingetropftes Orange auf einen grauen Spätherbst-Garten mit Wäscheleine, vibrierendes Pink in einer Szene mit einem versunken spielenden Kind, von dunklen Schatten umgeben… die Farben bringen Sehnsüchte, Ängste, Bedrohliches und bearbeiten gnadenlos die Oberfläche. Wie eine Säure, die die äußeren Schichten langsam auflöst. Das Verschwommene und Fließende der Farbe gibt ihr zusätzlich ein Eigenleben, oft ein wenig morbid und irgendwie unkontrollierbar. Tabus werden gestreift, die einem, nebenbei wahrgenommen, aus den Tages-Nachrichten vielleicht bekannt vorkommen. "Bilder, die lügen"? - das gleichnamige Bild zeigt einen Blick über den Balkon eines typischen Mietblocks, neongrüne Pflanzen umranken ihn, der Putz blättert und die Fensterfront bleibt dunkel, unbewegt und undurchsichtig.



Eva Grün: "Atmen nicht vergessen", 2007, 40 x 30 cm, Mischtechnik auf Mollino


Rebekka Brunke

Rebekka Brunke ist Gewinnerin des Mannheimer Heinrich - Vetter Kunstpreises 2007.

Die mittelformatigen Bilder (Öl auf Leinwand) der Künstlerin Rebekka Brunke spiegeln Landschaftseindrücke, wie sie der Reisende erhält, wenn er aus dem Fenster seines Fahrzeuges in eine ihm fremde Gegend blickt. Rebekka Brunkes Motive sind unaufdringlich und wenig spektakulär: unterwegs von einem Punkt zum Nächsten zieht diese Landschaft an dem Reisenden vorbei. Aber auch in diesen scheinbar unauffälligen Bildern verbirgt sich jeweils ein Stück Leben, das die Übertragung in die Malerei erst sichtbar macht.

"Diese Malerei ist zurückhaltend, sowohl farblich als auch im Duktus. Grautöne herrschen vor, etwas Grün, Blau, zartes Rosa: damit beschwören Sie eine Erinnerung, die distanziert ist und aus dem Vergessen erst wieder hervorgeholt werden muss."
(Notizen zur Arbeit von Rebekka Brunke, Martin Stather - Mannheimer Kunstverein)

Ergänzt wird ihre Arbeit durch Malereien von Luftpostbriefumschlägen, Postkarten, Briefmarken und Zeichnungen, die als Zeugnisse der Reise verstanden werden können. Mit den feinen Linien der Plotterzeichnungen, die direkt auf Wänden angebracht werden, wird ihr Konzept unterstützt. Schemenhafte Umrisse, die auftauchen und verschwinden, greifen das Thema des "Auf-Reisen-seins" auf.
Die Fragmente scheinen wie Puzzleteilchen einer fiktiven Biographie. Es sind Reflektionen über die persönliche Aneignung von Orten, von Geschichte… Die schwarz-weiße Malweise von Rebekka Brunke geben den Ausschnitten etwas Historisches, scheinen wie ein Blick in eine jahrelang vergessene Kiste mit alten Fotos. "Nachbilder" - Brunkes Herangehensweise erinnert teilweise an die "grauen" Arbeiten von Gerhard Richter, nicht nur in Bezug auf die (Nicht-) Farbgebung. Häufig ist nur der Ausriss eines Bildes zu sehen, die obere Ecke, ein nüchterner Bild-Titel… solche Trennungen, Zerstörungen und Reduzierungen zeigen dann mehr, als sie auslassen.



Abbildung: Rebekka Brunke: "Hirsche", 2007

Galerie Schuster Berlin
Heidestraße 46
10557 Berlin
Tel. (030) 323042 – 00
Fax (030) 323042 - 01
Di-Sa 14-19 Uhr u. n. V.

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