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(re)construction of time

Karen Lebergott (USA), Joachim Seinfeld (F), Veronika Witte (D)


Abbildung: Veronika Witte: Videostill aus "Hybride Figures no. 0001-1235", 2006
3-Kanalvideoinstallation S/W , Pal ; 3 DVD's, je 3:45 min

"It's like the past, present, and future sitting in the same room together."
Todd Haynes

Die von Nicole Löser kuratierte Ausstellung (re)construction of time reflektiert vielfältige Methoden der künstlerischen Recherche. Im Fokus steht die (Re-)Konstruktion von Wirklichkeit mittels historischer Dokumentation von Lebensgeschichten, soziologischer Feldforschung sowie die Neuinterpretation und -kontextualisierung.

Rekonstruktion bezeichnet Vorgang des Zurückversetzens oder Wiederherstellens mittels historischer Fragmente in den ursprünglichen Zustand der Entstehungszeit. Diese Tätigkeit wurde früher "im Geiste" durchgeführt. Seit dem 16. Jh. ist jedoch eine verfremdete Interpretation erkennbar, die nicht einer historischen Realität entspringt, sondern dem Denken der eigenen Zeit entspricht.

Die gezeigten künstlerischen Positionen kreisen um die Vielschichtigkeit der Geschichtsschreibung, die es nicht nur in ihrer historischen Dimension zu erfassen gilt, sondern die jeweils aus subjektiver Sicht emotional, fiktional oder dokumentarisch auf unterschiedlichen Zeitebenen thematisiert wird. Die Arbeiten zeigen, wie bewusste oder unbewusste Ereignisse immer wieder (re)konstruiert und von einem gegenwärtigen Standpunkt ausgelegt werden.

Karen Lebergott (lebt und arbeitet in Chicago/ USA)
In ihrer Arbeit bezieht sich Karen Lebergott auf ein altes deutsches Tagebuch. Als Amerikanerin reizt sie die altdeutsche Schrift. Sie begibt sich auf die Suche, jemanden zu finden, mit dem sie dieses Buch entziffern kann. Während ihrer Sitzungen mit einer älteren deutschen Frau enthüllt sich der Inhalt des Buches, indem wiederum die Protagonistin auf einer Reise durch die Dolomiten ist. Diese entdeckt, dass sie schwanger ist und beginnt in den Bergen eine Reise für ihren Sohn in die Zukunft zu planen. Karen Lebergott lässt sich von der gefundenen Vergangenheit inspirieren und schreibt dabei ihre ganz eigene Geschichte.

Mittels zeichnerischer und filmischer Rekonstruktion projiziert sie das Geschehen in die heutige Zeit. Die Berge stehen hierbei stellvertretend für das tiefe und ursprüngliche Naturerlebnis des Menschen.

Karen Lebergott studierte Malerei und Skulptur an der School of the Art Institute Chicago und an der University of Wisconsin-Madison. Seit 1996 hat sie eine Professur am Lake Forest College in Chicago inne, außerdem ist sie seit 1998 als Kuratorin tätig.Für ihre Arbeiten wurde sie sehr oft ausgezeichnet und zu internationalen Ausstellungen in viele Länder Europas und der USA eingeladen.

Joachim Seinfeld (*1962 Paris, lebt und arbeitet in Berlin)
Joachim Seinfeld greift in seiner Arbeit die Themen Leben und Sterben auf. Seine Aufgabe sieht der Künstler darin, über die Kunst die Seele eines Ortes wieder zum Vorschein zu bringen. Indem er alte Fotografien aus Archiven zusammenträgt und mit Fotografien der Gegenwart auf Travertin-Steine aufbringt, zeigt er Bruchstücke und einzelne Fragmente einer Geschichte auf. Auf dem Travertin-Steinteppich sind einige Flächen heller, andere dunkler. In ihrer Gesamtheit bilden sie ein Muster, das sowohl an einen Mosaik als auch an ein Kaleidoskop erinnert. Gewisse Teile der Vergangenheit werden sichtbar gemacht, andere hingegen bleiben im Verborgenen. Der Betrachter ist aufgefordert, die fehlenden Teile hinzuzudenken. Joachim Seinfeld erzählt eine "offene Geschichte", die nur der Zuschauer selbst zu einem subjektiven Ende bringen kann.

Joachim Seinfeld studierte an der Academy of Arts in Florenz, Italien. Von der Jagiellonian University Krakow in Polen erhielt er einen Lehrauftrag. 1994 wurde er mit dem Heinrich-Heine-Preis ausgezeichnet.

Zahlreiche Ausstellungen führten ihn durch Europa. Seine Arbeiten sind in wichtigen internationalen Museen und privaten Sammlungen vertreten.

Veronika Witte (*1962 in Ahaus-Wessum/ Westfalen, lebt und arbeitet in Berlin und Saarbrücken)
Veronika Witte spürt den Grenzen des Körpers und dem Phänomen der Identität nach und schafft einen reflexiven Raum, der Identität als ein historisch vielschichtiges Konstrukt aufzeigt.

Die Videoinstallation 'hybride figures no.0001 - 1235' basiert auf Umfragen der Künstlerin zwischen den Jahren 2001 und 2005, die im Rahmen des Projektes 'Institut für sozio-ästhetische Feldforschung Berlin' an verschiedenen öffentlichen Orten durchgeführt wurden. Anhand vorgegebener Antwortmöglichkeiten und der Aufforderung zu eigenen Zeichnungen hinterfragte sie das Verhältnis zum eigenen und fremden Körper. Die Probanden zeichneten unter anderem ihre Vision einer möglichen zukünftigen Daseinsform, jedoch mit der Anordnung diese aus maximal drei Körperteilen zu erstellen.

In der gezeigten Arbeit mutieren die einzelnen Zeichnungen zu einem kollektiven, sich permanent wandelnden Wesen. Links erscheinen die Zeichnungen der männlichen Probanden, rechts die der weiblichen. In der Mitte erscheinen aleatorisch die Wünsche und Anforderungen, die die Befragten an das zukünftige Wesen stellen.

"Am Ende einer Untersuchung steht bei Veronika Witte eine eigenständige skulpturale Inszenierung mit Videos, Objekten oder auch raumgreifenden szenischen Installationen. Immer balanciert ihre Arbeit auf jenem schmalen Grat, auf dem Dinge und Identitäten ihre Eindeutigkeit verlieren."
Dr. Ralf F. Hartmann

Nächste Ausstellungen bei artMbassy / Rom:
10.04.2008 - 15.05.2008 artMbassy Rom in Zusammenarbeit mit Studio d´Arte Contemporanea, Rom: Werner Gasser (I) und Guini (I)

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