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B3 Biennale

(Einspieldatum: 17.02.2003)

Wettbewerbsergebnisse im Pergamon Museum

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Vor etwa 2 Jahren kaufte der Kurator und Kunstsammler Heiner Bastian dem Berliner Senat ein Grundstück mit Blick auf die Museumsinsel ab. Es soll nur um die 3 Millionen Euro gekostet haben, ist aber mit der Verpflichtung zur kulturellen Nutzung verbunden. "Stilwerk" wird das projektierte Galerieensemble wahrscheinlich heißen und die ersten Verhandlungen mit Miet-Interessent fanden schon statt.
Also schrieb der neue Besitzer einen geladenen Wettbewerb aus für das vergleichsweise kleine Grundstück, Hinter dem Gießhaus 1, und lud die Heroen der Architekturzunft dazu ein.
Hans Kollhoff, Peter Zumthor, David Chipperfield, Frank O. Gehry und einen befreundeten Architekten Ron Radziner aus den USA waren die fünf Auserwählten. Seit ein paar Tagen sind ihre Ergebnisse im Nordflügel des Pergamon Museums kostenlos zu besichtigen.



Die Vorgaben waren relativ gering, drei Galeriegeschosse sollten geplant werden und zwei Wohnbereiche auf dem Dach. Außerdem waren fünf Parkplätze vorzusehen und eine, dem Ort entsprechende, architektonische Aussage zu treffen. Der Preis fand im Ausschreibungstext keine Erwähnung.

Die eingereichten Arbeiten spiegeln - unabhängig von ihrer Qualität - eine gewisse Ratlosigkeit im Umgang mit dem Ort wider. Vielleicht liegt es an der geschichtsträchtigen Lage oder an der Grundstücksgröße, keine Arbeit mag wirklich zu überzeugen.
Gehry hat Schwierigkeiten alle Flächen ausreichend zu beleuchten. Zumthor mag durch seine Materialhaftigkeit begeistern, liegt aber an der geschichtsträchtigen Stelle mit seinem Marmor schwer in der Stadtlandschaft. Radziner vollbringt eine wunderbare Steinfassade, die leider viel zu stark an misslungene Beispiele aus den 60er Jahren denken lässt und Kollhoff, Kollhoff meint es wirklich ernst mit seinem Tempel.



Am 30. März 03 wird der Geldgeber die Entscheidung treffen und natürlich auch verkünden, die Ausstellung geht am selben Tag zu Ende.
Wenn Herr Bastian auf das Berliner Publikum hören würde, müsste er den Kollhoff Bau prämieren. 80% aller Besucher wären für den Tempel, verrät die Museumswächterin und ist mächtig stolz auf soviel Kunstverstand ihrer Mitbürger. Sie sieht schon antike Statuen in den grandiosen Räumlichkeiten weilen und gerät ins Schwärmen darüber wie "unsere antike Kunst" dort wirken könne. Dass die Galerien im neuen Haus eher moderne Kunst ausstellen werden, scheint sie nicht zu stören.

1. Foto / Entwurf: Chipperfield; 2. Radziner; 3. Kollhoff

Pergamon Museum
Di. -So. 10.00-18.00 Uhr | Do. 10.00-22.00 Uhr
Museumsinsel
Bodestrasse 1-3, 10178 Berlin
pergamonmuseum.de

Stella Hoepner-Fillies

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