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(Einspieldatum: 19.08.2003)

Jacques Herzog und Pierre de Meuron bauen in Cottbus eine Bibliothek

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Cottbus ist im Kommen, Cottbus arbeitet an seinem Ruf als Universitätsstadt und Cottbus hat Glück: Hier gibt es einen Leiter des Liegenschafts- und Bauamtes, der innovative Projekte unterstützt.
Eines der bemerkenswertesten neuen Häuser des Landes Brandenburg wird gerade in der Lausitzstadt errichtet: Das IKMZ der BTU. Hinter diesen Abkürzungen verbirgt sich das "Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum" der "Brandenburgischen Technischen Universität", einfacher ausgedrückt: die neue Bibliothek.
Die beiden Baseler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron stehen schon seit längerem an der Spitze der internationalen Architektenzunft. Und Spitze heißt in diesem Zusammenhang nicht irgendwo im oberen Drittel, sondern ganz klar Platz eins. Das Duo lässt sich für jedes Haus etwas Neues einfallen: In München verbaut es Lochbleche, die an Kettenhemden der Ritterzeit erinnern, in Kalifornien entstehen Mauern aus in Käfige gesperrten Steinen. Die beiden haben ganze Häuser mit Kupferbändern umwickelt oder edle Galerien in Sperrholz gekleidet. Erst jüngst wurde ihr Projekt für das neue Münchner Fußballstadion von den Feuilletons gefeiert. "Tradition existiert nicht mehr", erklärt Herzog diese Vielfalt und bezieht sich entschieden auf die einzelnen Orte, an denen seine Häuser entstehen. In Cottbus wird nun nicht die ursprünglich geplante "Kiste" mit Ecken und Kanten hochgezogen, sondern ein Haus, bei dem alles in Bewegung ist, das sich verbiegt und verbeult.

Jede Beule ist Programm: Die Bibliothek wird damit keine Vorder- oder Rückseite mehr aufweisen, sie soll sich nach allen Seiten öffnen und den Campus mit der Stadt verbinden, räumlich wie inhaltlich. Deshalb ist aus der Bibliothek auch ein "IKMZ" geworden, in dem sich Studenten mit Handwerkern und Wissenschaftler mit Hausfrauen treffen können, so jedenfalls ist es geplant. Informationen für alle - ein Konzept, das im Trend liegt. Auf dem diesjährigen "Weltkongress Bibliothek und Information" in Berlin wurden genau solche Forderungen laut.
Man diskutierte über "modernste Techniken", "Rundum-Öffnungszeiten" und "frei zugängliche, ästhetische Räumlichkeiten" , alles Aspekte, die in Cottbus erlebbar sein werden.
Auf 7700 Quadratmetern sollen mehr als 900 000 Bücher, Zeitschriften, CDs und CD-Roms Platz finden, außerdem 100 PC-Plätze und jede Menge Möglichkeiten, mit und ohne eigenen Computer zu arbeiten, alleine oder in Gruppen zu forschen. Es wird eine große Bandbreite der Nutzungen geben.
Der Verzicht auf trennende Wände gestattet auf allen zehn Etagen überraschende Sichtbeziehungen. Derlei Durch- und Ausblicke sind in einer Bibliothek bisher undenkbar gewesen. Denn die Feuerwehr fordert abgeschlossene Brandabschnitte in öffentlichen Gebäuden. Aber eine neue "Nebellöschanlage" und unkonventionell denkende Partner in den Genehmigungsbehörden erlaubten das Ungewöhnliche.
Nach dreijähriger Bauzeit ist die Fertigstellung des 32 Meter hohen Hauses für Ende 2004 angekündigt und die Baukosten werden sich bis dahin wahrscheinlich auf 22 Millionen Euro belaufen. Eine Investition von Land, Bund und EU, die sich schon jetzt als sinnvoll erweist. Denn einerseits wurden fast ausschließlich Firmen aus der Region beteiligt, anderseits ist schon jetzt ein Stimmungsumschwung zu verzeichnen, der sich bis in die Hauptstadt herumgesprochen hat: In Cottbus gibt es keine überfüllten Hörsäle, in Cottbus wird gut und fundiert ausgebildet, in Cottbus passiert etwas.
Momentan werden freilich erst mal die Fassadenelemente montiert. Ein Fünftel der Bausumme fließt in diese Gebäudehülle. Und damit auf jeden Fall alles so aussieht, wie Jacques Herzog und Pierre de Meuron es sich vorgestellt haben, ist in Calau eine Musterfassade errichtet worden. Über 6500 Glaselemente müssen in diesen Wochen angebracht werden. Diese Hülle ist der Glanzpunkt des Neubaus. Zweischalig und von innen mit einer an Buchstaben erinnernden Struktur bedruckt, ist sie der Maßstab, an dem sich das gesamte Gebäude wird messen lassen müssen. Doch die Vorzeichen stehen gut.

Stella Hoepner-Fillies

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