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(Einspieldatum: 20.10.2003)

Klaus Block: Kirchenumbau in Müncheberg

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Klaus Block baut gerne Möbel. Er denkt sich kluge Schränke aus. An seinen Möbeln quietscht nichts, passt alles und hinter jeder Ecke verbirgt sich eine gute Idee.
Es gibt Menschen, die behaupten, Klaus Block sei tief in seinem Herzen ein Möbelbauer. Eigentlich ist er ja Architekt. Aber der Unterschied zwischen einem Schrank und einem Haus ist manchmal eben sehr klein.
Bei einem Besuch in der Kirche von Müncheberg kann sich jeder davon überzeugen.
Müncheberg liegt auf dem Weg von Berlin nach Frankfurt/Oder. Es hat 5 800 Einwohner und bietet ein durchaus beschauliches Panorama, jedenfalls vom Kirchturm aus
Besagte Kirche wagte sich an einen Umbau. Es sollte Platz für die städtische Bibliothek und ein Gemeindezentrum geschaffen werden. Jedoch, ohne den eindrucksvollen Kirchenraum zu zerstören. Ein schier unmögliches Unterfangen. Klaus Block jedoch gelang, was anderen unmöglich schien. Er baute einen Schrank in die Ecke des Langhauses und erfüllte beide Aufgaben mit Bravour.

Die Idee kam dem Architekten in einer Kirche, die gerade restauriert wurde. Am Rand stand ein Gerüst für die Restauratoren mit mehreren Etagen. Es störte nicht und erfüllte trotzdem seinen Zweck.
Der Schrank in Müncheberg ist größer. Er hat vier Stockwerke und einen Fahrstuhl, der sich nicht einfügen will. Im Erdgeschoss ist er etwas schmaler, dadurch bleibt mehr Platz im alten Kirchenraum erhalten. In den oberen Geschossen weitet sich der Einbau, als hole er tief Luft, die Bibliothek und der Sitzungssaal brauchen eben mehr Fläche.
Eine gute Idee in konsequenter Ausführung. Darüber hinaus sind an dieser Lösung zwei Aspekte besonders erwähnenswert: Erstens haben sich für den Bau drei Institutionen zusammengeschlossen: Kirche, Stadt und privater Förderverein wollten zusammen etwas erreichen. Eine gelungene Kooperation, die Neues schaffte.
Zweitens ist die Nutzung variabel geblieben, es werden Gottesdienste neben privaten Geburtstagsfeiern stattfinden. Das Jazzkonzert am Abend behindert nicht die Konferenz am nächsten Morgen.
Hier gibt es kein kleinliches Gezerre um Nutzungsvarianten oder homosexuelle Eheschließungen, die der Geldgeber nicht erlauben mag. Vielleicht ein gutes Vorbild für die Potsdamer Garnisonkirche und ihrer Rekonstruktion.
Doch zurück nach Müncheberg: Das Möbelstück hat noch viele gute Seiten: Die Fenster sind wunderbar in den Altbau integriert, der Fahrstuhl erinnert an den freistehenden Kirchturm von Karl Friedrich Schinkel und die Treppe steht als Abstandshalter zwischen Alt und Neu. Im unteren Bereich können Holzteile zu Dächern nach oben geklappt werden, dann entsteht fast ein kleiner Marktplatz. Dahinter verbirgt sich Küche oder auch Garderobe, je nachdem was gerade benötigt wird.
Natürlich ist ein Schrank etwas anderes als ein Haus, aber manchmal verschwimmen die Grenzen. Müncheberg hat eben beides bekommen.

Stella Hoepner-Fillies

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