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Berlin Daily 23.11.2019
Podiumsgespräch: Museen und die Islamdebatte

18 h: wie politisch sind Kulturinstitutionen? u.a. mit Massumeh Farhad (Arthur M. Sackler Gallery and Freer Gallery of Art, Washington), Lamya Kaddor (Universität Duisburg-Essen), Yannick Linz (Louvre Museum, Paris) und Stefan Weber (Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin)(engl.). Museumsinsel Berlin, James-Simon-Galerie | Bodestraße, 10178 Berlin

(Einspieldatum: 29.10.2003)

Mustergültiges Wohnen um 1923

In Weimar gibt es heute viele Musterhäuser, aber eines davon ist schon 1923 erbaut worden und sollte damals alle bekannten und unbekannten Ideen des Bauhauses in sich vereinigen.
Stefan Matz hat Ende 2001 ein kleines Buch über dieses erste Bauhaus-Haus veröffentlicht:
(UN) geliebtes Muster, Neue Einsichten zum Haus am Horn, herausgegeben vom VDG, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2001. Im Rahmen seiner Magisterarbeit entstanden, ist dieses Buch nicht nur nützlicher Begleiter für alle Weimar-Besucher, sondern auch eine Fundgrube für die unkonventionelle Bauhaus-Forschung.
Magisterarbeiten sind oft sprachlich recht dürftig und inhaltlich unspektakulär. Matz schreibt ansprechend und gut strukturiert.
Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte: Die Vorgeschichte des Projekts in Zusammenhang mit einer detaillierten Baubeschreibung befindet sich am Anfang. Im Hauptteil folgt die Auseinandersetzung mit sich widersprechenden Architekturkonzeptionen der damaligen Zeit und wie diese die Bauhausarchitektur beeinflusst haben. Das letzte und kleinste Kapitel befasst sich hauptsächlich mit der Frage nach der Urheberschaft des Entwurfs.
"Normalerweise geben wir kein Weimarbuch mehr heraus", sagt die Verlagsangestellte, aber dieses sei irgendwie anders gewesen. Nicht so, wie alle ständig wiederholten und sich wiederholenden Weimarführer. Umso mehr hätte es sie gereizt, ein Buch herauszugeben, das sich nicht an der gängigen Heiligsprechung der Bauhaus-Ikonen beteilige. "Die Häuser sind nachher alle wie in Kunstharz gegossen."
Das Haus selbst ist ein Konglomerat von architektonischen und verklärt romantischen Ideen über das ideale Wohnen. Einerseits geprägt von der idealisierten Herangehensweise Georg Muches, der ein Traumhaus für sich und seine Frau bauen wollte. Andererseits entscheidend beeinflusst von der stark prägenden Herangehensweise des Bauhausdirektors Walter Gropius, der nichts Geringeres wollte, als den Wohnungsbau zu revolutionieren.
Um einen zentralen etwas erhöhten Mittelraum, werden alle anderen Räume orthogonal angeordnet. Der quadratische Grundriss des Wohnraums wird eingerahmt von drei Schlafzimmern (der Dame, des Herren und für Kinder), einem Fremdenzimmer, Eingang, Küche und Bad. Zwei offene Nischen zum Essen und Arbeiten lockern den introvertierten Charakter auf. Fensterbänder im oberen Abschluss des Wohnzimmers sorgen für die Belichtung.
Anklänge und Abweichungen zur Villa Rotonda von Andrea Palladio sind sicherlich nicht zufällig und werden am Rande erwähnt. Leider sind die Grundrisse und Abbildungen vielfach schlecht zu lesen oder schwer zu deuten.

Dennoch: Es gibt sie noch die guten Dinge. Sie passen in die Jackentasche, kosten 10 EUR und schärfen den Blick.

(Un)geliebtes Muster. Neue Einsichten zum Haus Am Horn.
von Stefan Matz
Preis: EUR 10,00
Broschiert - 87 Seiten - VDG-Verlag
ISBN: 3897392240

Stella Hoepner-Fillies

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Mustergültiges Wohnen um 1923

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