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Berlin Daily 25.05.2019
DRUCK DRUCK DRUCK

16 Uhr: Hopscotch Reading Group / Bücherclub im Rahmen der Ausstellung: DRUCK DRUCK DRUCK
Galerie im Körnerpark | Schierker Str. 8 (im Park), 12051 Berlin

(Einspieldatum: 11.05.2006)

tamtam: farben berlin - Architektur färbt alles was wir hören

bilder

Der Futurist Luigi Russolo schreibt in seinem Manifest „ L' Árte dei Rumori“ von 1913:

„......Lassen Sie uns gemeinsam durch eine große, moderne Hauptstadt gehen, mit den Ohren aufmerksamer als mit den Augen, und wir werden die Freuden unserer Empfindsamkeit variieren, indem wir zwischen dem Gurgeln von Wasser, von Luft und Gas in Metallrohren, dem Rumpeln und Rattern von Maschinen, die mit offensichtlicher Vitalität atmen, dem Heben und Fallen von Kolben, dem grellen Laut von mechanischen Sägen, dem lauten Stoßen von Trambahnen auf ihren Schienen, dem Knallen von Peitschen und dem Knattern von Fahnen unterscheiden. Wir werden Spaß daran haben, uns die Orchestrierung von Kaufhausschiebetüren, von Eisengießereien, Webereien, Druckereien, Kraftwerken und Untergrundbahnen vorzustellen.........“

Knapp 100 Jahre später stellt sich die Hör-Situation in Großstädten wieder neu dar. Was Luigi Russolo als aufregend und vital beschreibt, löst sich in einem Meer von Rauschen, Brummen und Summen auf.

Im Vorfeld des Sonambiente Festivals, das am 31.05.06, 19.00 Uhr, eröffnet wird, ist nun in der offenen Ruine der Franziskanerkirche Zum Grauen Kloster die sound-art-installation "Farben" von tamtam [sam auinger & hannes strobl] zu erfahren.

"die installation farben ist ein subtiles wechselspiel mit den erscheinungen der uns umgebenen welt auf der ebene sinnlicher erfahrung. ihr ausgangspunkt ist der öffentliche raum mit seinen klängen und geräuschen, in seiner architektonischen, sozialen, funktionalen und rhythmischen struktur. dieses sind die farben bzw. charakteristika, aus denen sam auinger und hannes strobl die sprache ihrer komposition für den konkreten raum entwickeln. die akustischen ereignisse der umgebung und vor ort eingespielte musikalische sequenzen dienen als klangmaterial. sie bestimmen den zeitlichen verlauf und die räumliche gestalt der komposition. die strategie der installation ist es, einen stetigen dialog zwischen realität und imagination zu führen und eine offene interaktion zwischen der 'äußeren' welt und der welt 'innerer' vorstellungen und empfindungen zu ermöglichen. das klangliche geschehen der umwelt, das an jedem ort ganz bestimmte merkmale und eigenschaften hat -- es ist laut oder leise, hell oder dunkel, impulsiv oder verrauscht, klar oder diffus --, wird in der konzeption der installation farben zu einem instrument. der direkte kontakt, das einfangen seiner stimmungen und eigenheiten sowie eine genaue analyse offenbaren dessen spielarten. das pulsieren der stadt, der 'atem' des ortes wird in der installation in einen poetischen und musikalischen raum überführt, der die sinnliche wahrnehmung in den vordergrund rückt. der hier entstandene 'ästhetische' raum, 'intoniert' von intuition, emotion und dem leiblichen befinden, wird selbstverständlicher teil der klangumgebung. 'das soundenvironment wird zum instrument, das instrument zum soundenvironment', so tamtam.

die großen, scheinbar unvereinbaren gegensätze der städtischen metropole -- hier das nebeneinander des stetigen lärms vorüberfahrender autos, des rauschens der hoch frequentierten hauptverkehrsstraße am alexanderplatz einerseits und der ruine der franziskaner-klosterkirche andererseits, eines raums der kontemplation und des gedenkens -- werden dabei so miteinander verknüpft, dass sie in einer das individuelle subjekt betreffenden weise erfahrbar werden und dem gefühl von identität nicht im wege stehen. der ort selbst wird mit dem 'sich-befinden' in beziehung gesetzt. die stadt, ihre geschichte, ihre architektonische entwicklung, ihre gesellschaftliche funktion und ihre resultierenden 'verlautbarungen' werden als ein teil unserer selbst thematisiert. die 'farben' unserer umwelt sind nicht nur abstrakte zeichen und signale, die der orientierung dienen, sie sind kein system, dem wir uns bewusstlos fügen mögen. farben haben, wie die installation von sam auinger und hannes strobl, ein breites spektrum und sind an ein komplexes wechselspiel der wahrnehmung gebunden, an das licht, das sie erscheinen und verschwinden lässt."
[melanie uerlings]


Hörproben und Download "tamtam"

tamtam: stadtmusik
Kapitel 3 (00:06:33), Zurückbleibenbitte (00:07:35), Felsen m18 (00:17:53), Besenbahn (00:09:10)

sam auinger

geboren 1956 in linz, oesterreich.
ausbildung am bruckner -- konservatorium, linz [jazz division] und am mozarteum, salzburg [komposition und computer musik].
lebt und arbeitet seit 1997 in berlin.
seit den frühen 80ern intensive beschäftigung mit fragen der komposition, computer musik, des sounddesigns und der psychoakustik.

arbeiten für radio, tanz, theater, film und klanginstallationen, kollaboration mit bruce odland (o+a).


hannes strobl

geboren 1966;
bassist und komponist;
entwickelte eine neue musikalische sprache am bass,
zahlreiche konzerte in europa und den usa. arbeiten fuer radio, tanz, theater, film und klanginstallationen.
kollaborationen mit sam auinger [tamtam], hanno leichtmann [paloma], chris kondek u.a.


www.hannesstrobl.com
www.samauinger.de
o+a soundart
www.netzradio.de/tamtam

Ruine der Franziskanerkirche
zum grauen Kloster
Klosterstraße, 10179 Berlin
öffnungszeiten: do - so von 12-20 uhr




- ct

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Titel zum Thema sound art:

tamtam: farben berlin - Architektur färbt alles was wir hören
Die städtische Architektur ist eine Soundbox. Sie formt einen Raum, in dem die uns umgebende Klangwelt resoniert und reflektiert wird.(Sam Auinger)

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