Anzeige
Responsive image

Berlin Daily 22.11.2019
Künstlerinnenführung

17.30 Uhr: Mia Florentine Weiss führt in das Konzept ein und verknüpft auf dem Weg durch das begehbare Kreuz die Reflexion der Geschichte mit Hoffnungen auf eine vereinte europäische Zukunft. Museum Nikolaikirche | Nikolaikirchplatz | 10178 Berlin

(Einspieldatum: 31.10.2006)

Beitrag: KUR - Kunst und Recht | Journal: Art-Napping in der aktuellen Rechtsprechung

Tim Kistenmacher

Am 28. Juli 1994 werden in den Abendstunden in der Frankfurter Kunsthalle Schirn drei weltberühmte Gemälde geraubt, Prunkstücke der Ausstellung Goethe und die Kunst: Schatten und Dunkelheit sowie Licht und Farbe des britischen Malers William Turner, Leihgaben der Londoner Tate Gallery, und Nebelschwaden des Romantikers Caspar David Friedrich aus dem Besitz der Hamburger Kunsthalle. Die drei Werke sind mit ungefähr 38 Mio. EUR versichert, doch der Verlust lässt sich nicht mit Geld aufwiegen. Die Frankfurter Ermittlungsbehörden stehen daher unter großem Erfolgszwang. Zwei der Kunsträuber werden schnell ermittelt und gefasst, die Hintermänner aber bleiben im Dunkeln. Sie werden im Umfeld einer als "Yugo-Mafia" bezeichneten kriminellen Vereinigung vermutet. Sowohl das Bundeskriminalamt als auch Scotland Yard versuchen in den darauf folgenden drei Jahren erfolglos, die Rückführung der Gemälde zu erreichen. Die Werke bleiben unauffindbar.

Erst nachdem die Tate Gallery Handlungsfreiheit durch den Rückkauf des Eigentums an den Turner-Gemälden von einer Londoner Versicherung erhalten hat, kommt wieder Bewegung in die stagnierenden Verhandlungen. Der Direktor der Tate Gallery lässt sich den Versuch des heimlichen Rückkaufs von seinem Verwaltungsrat und dem High Court Ihrer Majestät genehmigen. Die Begründung hierfür lautete: Die beiden Turner-Spätwerke hätten einen so unschätzbaren Wert für das Kulturerbe des Vereinigten Königreichs, dass auch unkonventionelle Methoden der Wiederbeschaffung gerechtfertigt seien. Scotland Yard soll das streng geheime Geschäft überwachen. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Erkenntnisse zum Verbleib der Nebelschwaden, alles konzentriert sich auf die Turner-Gemälde, die wertmäßig den Hauptanteil der Versicherungsleistung ausmachen.
Auf Empfehlung eines Scotland Yard-Beamten übernimmt Ende 1998/Anfang 1999 der Frankfurter Strafverteidiger Edgar Liebrucks, zu dessen Mandanten auch Führungskräfte der "Unterwelt" zählen, die Rolle eines Mittelsmanns zur Wiederbeschaffung der Londoner Bilder. Die Kanzlei von Edgar Liebrucks war bereits im Strafprozess gegen die zwei gefassten Kunsträuber beteiligt. Um sich nicht des Risikos der Hehlerei auszusetzen, vereinbart er mit der Frankfurter Staatsanwaltschaft, dass während seiner Verhandlungen zur Wiederbeschaffung keine weiteren polizeilichen Ermittlungen stattfinden und ihm ein umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht zugestanden wird. Nachdem diese Zusagen vorliegen, gelingt es Edgar Liebrucks in konspirativen Treffen und unter abenteuerlichen Umständen sowie durch Zahlung von Lösegeld, im Juli 2000 Schatten und Dunkelheit und im Dezember 2002 Licht und Farbe in hervorragendem konservatorischen Zustand an die Tate London zurückzugeben. Von den Nebelschwaden ist bis dahin keine Rede.
Dies änderte sich am 6. Januar 2003, als sich ein anonymer Anrufer mit der Hamburger Kunsthalle (in Person des Autors) in Verbindung setzt und ihr seine Dienste zur Wiederbeschaffung anbietet.
. . .

- kur-journal.de

weitere Artikel von - kur-journal.de

Newsletter bestellen




top

Titel zum Thema KUR:

Die Ausgabe 3/4 | 11 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Mystifizierung und Entmystifizierung von Kulturgütern und das Recht (Kurt Siehr)
- Kein Zugang zur Art Basel. Eine kartellrechtliche Anmerkung (Friederike Gräfin von Brühl/ Lucas Elmenhorst)

Die aktuelle Ausgabe 2 | 11 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Zur Bilanzierung der Kultur- und Naturgüter (Heritage Assets) – Vereinheitlichung in Sicht? (Stephan Glanz)
- Private Leihgeber und Vergabeverfahren öffentlicher Leihnehmer (Robert Kirchmaier)

Die aktuelle Ausgabe 1 | 11 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Das Plagiat in der Literatur und in der Wissenschaft (Corina Caduff)
- Künstlerische Aneignungen und ihre rechtliche Beurteilung (Mischa Senn)

Die Ausgabe 6|10 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Planung und Vergabe von Restaurierungs­leist­ungen – Wiederaufbau Neues Museum Berlin (Wolfgang Frey/Joachim Schröder)
-Das neue Portal zum Kulturgutschutz in Deut­sch­land: www.kulturgutschutz-deutschland.de (Sabine Kramer)

Die Ausgabe 5|10 des KUR-Journals:

KUR-Journal: Editorial von Ulf Bischof

Die Ausgabe 5 | 10 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Versteckte Provenienzen (Jean-David Cahn)
- Die Bekämpfung des illegalen Handels mit archäologischen Kulturgütern auf Online-Auktionsplattformen (Guido Lassau)

Die Ausgabe 3/4 | 10 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Ein jüdisches Kunsthändlerschicksal (Markus H. Stötzel )
- Notwendige Angaben zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen bei verloren gegangenen Kunstwerken (OGH, Beschluss vom 18. Februar 2010 - 6 Ob 249/09z)

KUR-Journal: Editorial von Ulf Bischof
Antikenhandel und Kulturgüterschutz stehen sich unvereinbar gegenüber, wenn man Michael Müller-Karpe folgen will, jedenfalls, was die gegenwärtig geübte Praxis angeht.

KUR-Journal: Editorial von Ulf Bischof
Die deutschen Museen waren in den letzten Jahren erfolgreich, wenn es um die Wiedererlangung von in den USA auftauchender Diebesbeute aus ihren früheren Sammlungen ging.

Ausgabe 1 | 10 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Altes sammeln und handeln unter dem neuen Recht (Joachim Walser)
- Herausgabeanspruch bei NS-verfolgungsbedingt abhanden gekommenen Sachen (Kammergericht, Urteil vom 28. Januar 2010 ?– 8 U 56/09)

Ausgabe 6 | 09 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Kunstfreiheit, digitale Kunst und Urheberrecht - Überlegungen zur Stellung des „Werks“ in transmedialen Netzwerken (Karl-Heinz Ladeur)

Ausgabe 5 | 09 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Warum erfasst das Google Book Settlement Bücher aus Deutschland? (Tom Brägelmann)
- Beißen den Letzten die Hunde? Zur Rückgabe von Kulturgütern nach verfolgungsbedingter Entziehung (Wolfgang Eberl)

Die Ausgabe 2|10 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Die Entdeckung einer Monet-Fälschung! (Iris Schaefer, Katja Lewerentz (†), Caroline von Saint-George)
- Nachvertragliche Aufklärungspflicht des Kunsthändlers bei Fälschungsverdacht?(OGH, Urteil vom 16. November 2009 - 9Ob13/09s)

Ausgabe 3/4 | 09 des KUR-Journals u.a. mit folgenden Themen:
- Washingtoner Raubkunst-Richtlinien – Entstehung, Inhalt und Anwendung (Andrea F. G. Raschèr)
- Provenienzforschung in Deutschland (Uwe Hartmann)
- Raubkunst: Tatsächliche und rechtliche Probleme bei der anwaltlichen Beratung (Georg Naegeli)

KUR-Journal: Editorial von Ulf Bischof
In unserer letzten Ausgabe plädierte Jonathan Petropoulos für ein internationales Beutekunstmuseum, eine pragmatische Lösung, die die damit verbundenen Rechtsfragen - bewusst - ausblendet. Kurt Siehr widmet sich aktuell den verschiedenen Möglichkeiten, kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter juristisch im In- und Ausland zu verfolgen. Sein Resümee ist ernüchternd.

top

zur Startseite

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Schloss Biesdorf




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kommunale Galerie Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kunsthochschule Berlin-Weißensee




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Deutsches Historisches Museum (DHM)




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Haus am Lützowplatz / Studiogalerie




Copyright © 2014 - 18, art-in-berlin.de Kunstagentur Thomessen Hartlieb-Kühn GbR.