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Berlin Daily 22.05.2019
Gibt es Kunst gegen Rechts?

19 Uhr: mit Harald Welzer und Raimar Stange.
Im Rahmen der Ausst. GLOBAL NATIONAL - Kunst zum Rechtspopulismus. Haus am Lützowplatz (HaL) | Lützowplatz 9 | 10785 Berlin

(Einspieldatum: 22.01.2007)

DaimlerChrysler Contemporary präsentiert "Private / Corporate IV"

Immer auf der Suche nach dem "next big thing" hat sich der westliche Kunstmarkt in den letzten Jahren in Richtung Asien vorgearbeitet. Schossen erst die Preise für zeitgenössische Kunst aus China in die Höhe, so erlebt seit kurzem die indische Kunst einen Boom. Im vierten Teil einer Ausstellungsreihe, in der je eine Privatsammlung kombiniert mit eigenen Beständen vorgestellt wird, präsentiert DaimlerChrysler Contemporary bis Mai 2007 mehr als 60 Arbeiten überwiegend indischer Künstler. Im Haus Huth am Potsdamer Platz wird einem der Einblick in eine vielschichtige und abwechslungsreiche private Kunstsammlung gewährt, die viel mehr zeigt als die gängigen Klischees.

Die Kollektion von Lekkha und Anupam Poddar, Mutter und Sohn einer Industriellenfamilie, umfasst inzwischen mehr als 2000 Werke indischer Kunst, nur einen kleinen Bruchteil davon zeigt man in Berlin. Die Gegenüberstellung zwischen Objekten der Familie Poddar und der Sammlung DaimlerChrysler, der Dialog der Kulturen wird gleich im ersten Raum besonders deutlich: Das große Querformat "Gelbe Madonna mit dem Kopf nach rechts" der aus Georgien stammenden Tamara K.E. zitiert Motive westeuropäischer Kunstgeschichte und verbindet sie mit dem Typus des schlafenden Buddhas. Die Inderin Bharti Kher setzt sich dagegen ironisch mit gesellschaftlichen Tabus und der Rolle der Frau auseinander: Die Assemblage "Spit" (Abbildung) besteht aus Tausenden kleiner Bindis, farbigen Filzstücken, die eigentlich von verheirateten Inderinnen mitten auf der Stirn getragen werden. Allerdings haben sie hier die Form von Spermien.

Der direkte Vergleich zwischen Werken aus Ost und West lässt in den weiteren Ausstellungsräumen jedoch manch etablierten Künstler blass und einfallslos aussehen. Während die Inderin Anita Dube vorgefundene Objekte wie Knochen oder Abfälle in roten Samt einnäht, mit Perlen und Spitze besetzt, den Betrachter so auf falsche Fährten lockt und verunsichert, versammelt der Amerikaner David Salle in seinen platten Pop-Gemälden Motive wie Brandenburger Tor und Berliner Bär. Provokant zeigt sich dagegen Subodh Gupta, der von oben bis unten beschmiert mit Vaseline nackt auf einem Sessel posiert (Abbildung). Der grün bespannte Sessel wurde mehrfach aufgeschlitzt und zeigt sein rosa Polster - explizite und brisante Anspielungen in einem Land, wo noch heute ein Filmkuss ein Skandal ist.

In einem kleinen Kabinett werden nicht nur witzige und originelle Zeichnungen und Skulpturen ausgestellt, sondern man bekommt anhand von leider etwas zu tief hängenden Fotos, die das Haus der Sammler in Neu Delhi zeigen, auch einen Eindruck von ihrem Leben mit der Kunst. Die Ausstellung endet schließlich mit Kunstwerken, die sich mit politischen und historischen Themen, wie der britischen Kolonialzeit oder den Idealen Mahatma Gandhis auseinandersetzen. Nicht allein die Gemälde, sondern vor allem auch die zahlreichen Fotografien, Installationen und die Videokunst zeigen ein so breites und spannendes Spektrum an zeitgenössischer Kunst aus Indien, dass sich eine Beschäftigung lohnt - unabhängig von den Vorgaben des Kunstmarktes.

Abbildungen:

Bharti Kher: "Spit", 1998, Bindi (gefärbter Filz und Klebstoff), Bettlaken, 180 x 180 cm
Sammlung Lekha und Anupam Poddar

Subodh Gupta: "Vilas", 2000, C-Print, Vaseline, Chair
Sammlung Lekha und Anupam Poddar

"Private / Corporate IV" - Ein Dialog der Sammlung Lekha und Anupam Poddar und der Sammlung DaimlerChrysler
19.01.2007-20.05.2007

Öffnungzeiten: täglich 11 - 18 Uhr

DaimlerChrysler Contemporary
Haus Huth, Alte Potsdamer Straße 5
10785 Berlin

www.daimlerchrysler.com

Steffen Krautzig

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DaimlerChrysler Contemporary präsentiert "Private / Corporate IV"
Immer auf der Suche nach dem "next big thing" hat sich der westliche Kunstmarkt in den letzten Jahren in Richtung Asien vorgearbeitet. Schossen erst die Preise für zeitgenössische Kunst aus China in die Höhe, so erlebt seit kurzem die indische Kunst einen Boom.

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