(Einspieldatum: 26.06.2007)

Streetart off streets, die Dritte - Backjumps - The Live Issue #3


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Welche Ausstellungsform kann der Kunst von der Straße gerecht werden? Diese Frage wird vom Ausstellungskonzept Backjumps nun zum dritten Mal aufgeworfen. Die Türen im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien sind für alle Street Art-Begeisterte bis zum 19. August geöffnet. Wurde die Diskussion über Backjumps in den ersten Jahren dadurch bestimmt, Street Art als Kunstform überhaupt zu hinterfragen, so hat die "urbane Kalligraphie" (Adrian Nabi) im Jahr 2007 ihren festen Platz im Berliner Kulturkalender eingenommen.

2003 noch als Nischenkunst verschrien, gelang es dem Kurator Adrian Nabi, Street Art als das zu präsentieren, was es ist: Eine umfassende urbane Kommunikationsweise, die sich in vielfältigen Installationen, großflächigen Projektionen und einzelnen Zeichen ästhetisch ausdrückt.
Wurde Street Art früher auf Tagging und Graffiti reduziert, so zeigt BackJumps #3 einmal mehr, wie ausdifferenziert und vielschichtig die Ausdrucksweise der Straßenkunst ist – und wie sehr sie sich der multimedialen Möglichkeiten zeitgenössischer Kunst bedient. Gemeinsam ist den unterschiedlichen Darstellungsstilen der Street Art, dass sie im öffentlichen Raum stattfinden. Street Art prägt den urbanen Raum, die Stadtlandschaften weltweit. Gerade deshalb ist das Projekt, Straßenkunst in geschlossenen Räumen zugänglich zu machen, umstritten. Oft musste sich Kurator Adrian Nabi den Vorwurf der kommerziellen Vereinnahmung gefallen lassen.

Doch den Initiatoren geht es um viel mehr als Anerkennung. Auch treibt sie mehr als nur der künstlerische Aspekt von Street Art, mehr als die Entkriminalisierung der Kunstform: Sie wollen die kulturellen und gesellschaftlichen Aspekte der urbanen Kunst in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Thematisch geht es um Repression, um Sexismus, um Gewalt. Politisch relevant ist die Ausstellung zusätzlich durch die Diskussion kubanischer Street Art. Künstler von CUBABRASIL, einem brasilianisch-kubanisch-deutschem Künstlerkollektiv, oder die Zwillinge Os Gemeos (Brasilien) präsentieren ihre jüngsten Projekte aus Kuba - immer auf der Flucht vor der strengen politischen Zensur im real existierenden Sozialismus.

Dazu setzt Backjumps #3 noch stärker als in den Vorjahren auf die tatsächliche Vermittlung der Street Art, auf den Dialog zwischen KünstlerInnen und den verschiedenen Gruppen von BetrachterInnen. Es gibt Workshops, Stadtspaziergänge und Gesprächsgruppen, die jeweils an Kinder, Senioren oder Kunstinteressierte adressiert sind.

Doch der eindruckvollste Ort der Vermittlung von Street Art ist das "stille Örtchen" im Bethanien selbst. Da wird der Kunstraum zum Medium, die Klowand zum Kunstwerk. Den Waschbecken gegenüber klebt beiläufig ein Interview mit Nomad, eingerahmt von zahllosen Tags, und ein jeder Klobesucher versteht, was backjumps ist.

Der heiß ersehnte Katalog zur Ausstellung ist in Arbeit und wird voraussichtlich im August erscheinen.
Bis dahineine Leseempfehlung: Julia Reinecke: Street Art. Eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz, transcript Verlag 2007
KünstlerInnen und Projekte: Anti privé (Berlin), AKIM ONE NGUYEN (Berlin), ASH (Kopenhagen/Paris), Blu (Bologna), CEMNOZ (Berlin), CUBABRASIL - Berlin (Havanna/Pinar del Rio/São Paulo/Berlin/München), Dave the Chimp (London), Brad Downey (Ex-Patriot USA), Graffitimuseum (Berlin), HuskMitNavn (Kopenhagen), Jay "One" Ramier (Paris), Carlos Mare139 Rodriguez (New York), Mode 2 (Berlin), NOMAD (Berlin), Migratory Birds of the Solovei Republic (New York/Berlin), Reclaim your City (Berlin), SKKI (Paris), StudioAnti™ (Berlin), Study of Style (Berlin), Surrend (Berlin/Kopenhagen), Daniel Tagnoe (Berlin), Veysel Önder (Berlin), ZEVS (Paris), 77 (Berlin)

Backjumps - The Live Issue #3
Vom 23. Juni bis 19. August 2007

Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
Tel.: +49-(0)30-90298-1455

www.kunstraumkreuzberg.de und www.backjumps.org

Inga Haese

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