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B3 Biennale

(Einspieldatum: 05.12.2007)

Abschied und Neubeginn - Das Collegium Hungaricum Berlin weiht seinen Neubau ein

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Es war ein Wochenende voller bewegender Momente, aber vor allem kultureller (ungarischer) Highlights. Am Freitag, den 30.11., wurde der Neubau des Ungarischen Kulturinstituts in der Dorotheenstraße 12 feierlich eröffnet. Bisher befand sich das Collegium Hungaricum (CHB) in der Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz, das Grundstück an der Dorotheenstraße diente ihm allerdings bereits früher als Standort und war in den Neunziger Jahren zurück erworben worden. Damit findet sich das moderne Gebäude im "Neo-Bauhaus"-Stil in hervorragender Nachbarschaft: die Humboldt-Universität, die Museumsinsel sowie das Maxim Gorki Theater sind nur wenige Schritte entfernt.
Der Architekt Prof. Péter P. Schweger (Schweger Assoziierte, Hamburg) wählte als Grundlage für seinen Entwurf das Motto: "Klassische Moderne am historischen Ort". So ist die Referenz zu den ungarischen Bauhausmeistern wie Marcel Breuer oder László Moholy-Nagy offensichtlich, wurde aber zeitgemäß interpretiert.
Der CHB-Neubau hat fünf Geschosse, verbunden durch einen Foyer- und Freitreppenbereich. Der Haupteingang liegt zur Dorotheenstraße, das Erdgeschoss wird ein Restaurant beherbergen. Mit dem Ausstellungsraum, den Seminarräumen, der Mediathek und dem multifunktionalen, großen Saal bieten sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für das Kulturprogramm des CHB und seiner Partner. Im obersten Geschoss liegen die Büros des Instituts sowie Gästewohnungen. Die großzügige Raumaufteilung und die Verwendung von dunklem Holz für die Böden und Treppen strahlt eine konsequent moderne, aber dennoch warme, angenehme Atmosphäre aus.
Zur Eröffnung erschienen zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik und Kultur beider Länder. Die Ansprachen wurden im oberen Geschoss gehalten und live auf Leinwände in den unteren Etagen übertragen. Herr Dr. István Hiller, der ungarische Minister für Bildung und Kultur, erinnerte an die Geschichte der Deutsch-Ungarischen Beziehungen in der Zeit vor der politischen Wende und den besonderen Stellenwert des Instituts zur Vermittlung aktueller kultureller Inhalte. In ihrer Funktion als Bundesministerin für Forschung und Bildung, betonte Frau Dr. Annette Schavan vor allem die Wichtigkeit und den Gewinn von Hochschul- und anderen wissenschaftlichen Kooperationen.
Dann folgte, was die meisten Besucher bereits mit Spannung erwartet hatten: der Empfang des neuen Direktors, Herrn Can Togay durch den alten Direktor Prof. Dr. András Masát. Masát war 8 Jahre lang in dem Amt tätig und kehrt nun nach Budapest ins Hochschulwesen zurück. Seiner bewegenden Abschiedsrede schloss er die herzliche Begrüßung seines Nachfolgers an. Togay, Sohn türkischer Eltern, aufgewachsen in Budapest und Deutschland, war zuvor unter anderem als Drehbuchautor, Regisseur, Dichter, und Schauspieler tätig. Er berichtete von seinen Kindheitserfahrungen in Deutschland und skizzierte erste Ideen, z.B. zu einer Moholy-Nagy-Galerie oder einem Musikstudio.
Der Festakt bildete gleichzeitig den offiziellen Abschluss des ungarischen Kulturjahres. Im Rahmen dessen wurden in den vergangenen 14 Monaten 1500 ungarische Künstler bei rund 400 Veranstaltungen deutschlandweit präsentiert. Daraus entwickelten sich vielfältige Kooperationen, die auch in Zukunft weitergeführt werden. Spannend daran war vor allem auch die Umsetzung kleinere Projekte zur zeitgenössischen Kunst und Kultur, die in Deutschland sonst nicht hätten gezeigt werden können.
Am Samstag folgte dann ein Tag der offenen Tür, welchen mehr als 2000 Gäste zum Kennenlernen nutzten. Eingeladen zu einer Podiumsdiskussion waren u.a. Joschka Fischer und der ungarische Schriftsteller und Friedenspreisträger György Konrad. Außerdem gab es eine der seltenen Lesungen von Imre Kertész, eine Filmpremiere, Live-Musik, Führungen, Tanztheater und schließlich eine Open End Party.
Welches Programm genau für die nächste Zeit geplant ist, wurde noch nicht bekannt gegeben. Aber nach diesem in jeder Hinsicht gelungenen Eröffnungswochenende können wir mit Sicherheit viele interessante und anregende Veranstaltungen erwarten.

Abbildung: Fotografien CHB-Neubau, Copyright: © Tomek Kwiatosz, 2007

Collegium Hungaricum – Ungarisches Kulturinstitut Berlin
Neue Adresse! Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin
hungaricum.de






Katja Melzer

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