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B3 Biennale

(Einspieldatum: 28.11.2002)

Fotograf André Kirchner in der Galerie Pernskopf

bilder

Berliner Meisterwerke - was fällt einem wohl dazu im Bereich der Architektur ein? Der Potsdamer Platz: nicht wirklich; Fosters Reichtagskuppel: schon eher; das Bundeskanzleramt - na, ich weiß nicht; der zwar fertiggestellte, aber wegen Geldmangel nicht angeschlossene U-Bahnhof Reichstag - beim jetzigen Stand der Dinge wohl das Passendste.
Sicherlich würde man jedoch nicht die Architektur erwarten, die uns der Fotograf André Kirchner auf seinen Werken in der Ausstellung mit dem Titel "Berliner Meisterwerke" präsentiert: Strassenecken, denen wir sonst keinen zweiten Blick gönnen, Baustellen, Toreinfahrten, Unterführungen. Erst jetzt sieht man genauer hin und entdeckt so die Schönheit und Skurillität mancher Details. Auf den scheinbar ganz unprätentiösen Bildern entwickeln sich schon fast grafische Kompositionen.


Über 50 schwarzweiß Fotografien (Format 24 x 30 cm, Auflage 12, Preis 375 Euro) aus den Jahren 1990 bis 2001 werden in der Galerie Pernskopf gezeigt. Sie sind (wie ein Kollege Kirchners bei der Eröffnung neidlos konstatierte) "sauber fotografiert" - die Großformatkamera sorgt hier für eine glasklare Schärfe bis in die hintersten Ecken. Wer Kirchner kennt, weiß, dass seine Werke meist in einer Serie zu sehen sind. Hier sind sie jedoch weder Chronologie noch Ort beachtend, ohne Rahmen in mehreren Reihen übereinander gehängt - rein nach ästhetischen Aspekten geordnet? Die Mehrzahl der Fotografien zeigt Objekte aus dem Ostteil der Stadt und vermittelt somit auch die Chronik einer Veränderung: Besonders großes Aufsehen erregte das Foto der Ecke Rosenthaler Straße am Hackeschen Markt - man hatte schon vergessen.

Kirchners Fotografien sind immer menschenleer und - fast - ohne Autos (Und man fragt sich im stillen, wie macht der das: lauert er wirklich stundenlang oder fotografiert er sonntagmorgens um sieben?); selbst die Litfasssäulen sind nicht beklebt: nichts soll den Blick von der Architektur ablenken, aber es entsteht der Eindruck einer unwirklichen Stadt - so haben wir Berlin noch nie gesehen.

Foto copyright: Galerie Pernkopf

Die Ausstellung läuft bis zum 4. Januar
Galerie Pernskopf, Pariser Str. 56, 10719 Berlin, Tel: 030-88 62 40 09.
Öffnungszeiten Di - Do 12- 18 Uhr, Fr 13 - 19 Uhr, Sa 11 - 16 Uhr.

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Eine Ausstellungsbesprechung von Christine Roth . . .
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