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Berlin Daily

(Einspieldatum: 16.09.2010)

Projekt und Ausstellung: Transient Spaces - The Tourist Syndrome

von Nicole Kwiatkowski


Die Ausstellung "Transient Spaces - The Tourist Syndrome", die parallel in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und im Ballhaus Naunynstraße zu sehen, zu hören und zu erleben ist, bildet den Abschluss eines zweijährigen Projektes. Initiert wurde das interdisziplinäre Projekt und die Ausstellung von den beiden Kulturproduzentinnen Marina Sorbello und Antje Weitzel, die damit eine Diskussion über aktuelle Fragen zu Mobilität, Tourismus und Migration anregen wollten.

Das Ziel war es aufzuzeigen, wie die verschiedenen migrantischen und touristischen Bewegungen zusammenhängen und sich wechselseitig bedingen und wie sich diese Räume überlagern und treffen.

Die ausgestellten künstlerischen Arbeiten, die sich in 25 verschiedene Positionen aus siebzehn Ländern gliedern, bieten einen vielschichtigen Einblick in die Thematik und lassen das Prozessorientierte und Dialogische des Projekts erkennen. Das Rahmenprogramm der Ausstellung beinhaltet Performances, Installationen, Videoarbeiten, Diskussionsrunden und ein umfangreiches Filmprogramm, welches durch diverse Bezüge in den Filmen die zeitgenössischen Formen der Mobilität erkennbar macht.

So zeigen beispielsweise Nicky Gogan und Paul Rowely in Seaview eine Ferienanlage in der Nähe von Dublin aus den 60er Jahren, welche heute als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende dient. Das Versprechen des Ortes nach Freizeit und Spaß steht im Kontrast zu dem Warten der Bewohner und deren Angst.

Aber auch Filmbeträge aus der Region Berlin machen die Identifikation mit der Thematik möglich. Marie Voignier konfrontiert die künstlich geschaffene Urlaubswelt Tropical Island mit ihrer konkreten Situation im strukturschwachen Brandenburg und zeigt das touristische Megaprojekt in einem andern Licht.
Künstler wie Isa Andreu und Timothy Moore begegnen der Thematik der touristischen und migrantischen Bewegung performativ. In Seeking Dieter kombinieren sie eine Stadtführung mit einer Performance. Dabei wird das Publikum auf eine mentale Reise durch Berlin mitgenommen. Über die Grenzen Berlins hinaus, präsentiert Thomas Kippler Lampedusa Diary. Hintergrund seiner Arbeit war die Nachricht über ständig wachsende Zahlen der Migranten auf Lampedusa, welche 2008 ihren Höchststand erreicht hatte. Die Idee seiner Arbeit ist so einfach wie provokativ: Ein Leuchtturm könnte vielen Migranten das Leben retten, indem er ihren Booten, die nicht mit Navigationsgeräten ausgestattet sind, entscheidende Orientierungshilfe auf dem Meer bieten würde. Um die Öffentlichkeit von seiner internationalen Kampagne zu überzeugen, hat Kippler verschiedene Orte bereist und die Leuchtturmmodelle erläutert.

Erweitert wird die Berliner Ausstellung, die bereits in Bukarest, Kaunas und Neapel stattfand, durch umfangreiche Forschungs- und Vermittlungsprogramme und den Versuch, eine Balance zwischen Recherche, Produktion und Präsentation des Projektes herzustellen.

Das Ergebnis des zweijährigen Projekts wirkt für Außenstehende erhellend und scheint einem "Leuchtturm" gleich in der Thematik des permanenten Unterwegsseins und des flexiblen Lebens.

Abbildungen:
- © Bettina Hutschek
- © Ives Maes

Ausstellungsdauer: 28. August – 10. Oktober 2010

Öffnungszeiten: Täglich 12 - 19 Uhr / Do - Sa bis 20 Uhr

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst
Oranienstrasse 25
10999 Berlin
ngbk.de

Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
kunstraumkreuzberg.de

Filmprogramm:
Ballhaus Naunynstrasse
Naunynstr. 27
10997 Berlin
ballhausnaunynstrasse.de

transientspaces.org

Nicole Kwiatkowski

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Titel zum Thema Transient Spaces - The Tourist Syndrome:

Projekt und Ausstellung: Transient Spaces - The Tourist Syndrome
Die Ausstellung "Transient Spaces - The Tourist Syndrome", die parallel in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und im Ballhaus Naunynstraße zu sehen, zu hören und zu erleben ist, bildet den Abschluss ...

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