Anzeige
Responsive image

Berlin Daily 20.11.2019
Talkin` ´bout my generation | Gesprächsrunde #5

20 Uhr: Kunst und künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum. Michaela Melián und Robert Patz, Mod.: Stefka Ammon. Im Rahmen der Ausst. Der Elefant im Raum. Seraphina Lenz. oqbo | raum für bild wort ton | Brunnenstr. 63 | 13355 Berlin

(Einspieldatum: 11.10.2011)

Conceptual Tendencies 1960s to today, Daimler Contemporary Berlin

Papierstapel, unbezahlte Rechnungen, Leitern mit fehlenden Sprossen, Wörter ohne Zusammenhang und große Steine - die vielen verschiedenen Gesichter der Konzeptkunst werden in der neuesten Ausstellung der Sammlung Daimler Contemporary „Conceptual Tendencies 1960s to today“ im Haus Huth am Potsdamer Platz sichtbar. Ausgestellt werden 80 Werke von 20 Künstlern von 1960 bis heute, davon einige Neuerwerbungen neben älteren Werken aus der Sammlung.

Eines der ersten Werke im Ausstellungsraum, die 16mm Film Projektion „Waiting Acting Waiting“ (2002), hinterfragt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Für diese Arbeit filmte die deutsche Künstlerin Isabell Heimerdinger einen Schauspieler der eine Warteszene spielt. Während er auf das Drehen dieser Szene wartet, wird er ohne sein Wissen weiter gefilmt. Beide Szenen werden unkommentiert nacheinander projiziert, was dazu führt, das Wirklichkeit und Gespieltes unerkennbar ineinander fließen.
Auch Ceal Floyers „Page 6860 of 6860“ (2010) ist ein klassisches Beispiel der Konzeptkunst. Die Arbeit besteht aus einem Stapel von 6860 weißen DIN-A4 Blättern, die dem Anschein nach nummeriert übereinander auf einem geordneten Stapel liegen. Hier wird die Idee nur scheinbar aus Versehen zur Skulptur.

Sprache und Text sind ein wichtiger und sich wiederholender Leitfaden der sich durch die Ausstellung zieht, so auch bei Joseph Kosuths Zitaten auf Glasscheiben („’490“ (1990)) oder Robert Barrys „Wandstück ohne Titel“ (2011), für welches in großen metallenen Lettern Wörter wie „Imply“, „Another“ und „Within“ in scheinbar zufälliger Reihenfolge an der Wand hängen.

Das Konzept von Systemen und Reproduzierbarkeit ist besonders in den fotografischen Arbeiten auffällig, wie in Dan Grahams unbetitelter Serie von neuen Wohnsiedlungen im New York der 1960er Jahre oder Lasse Schmidt-Hansens Fotografien „Piled Up Stuff (...)“ (2007), die, wie Zeugen eines schlechten Gewissens, Stapel von unbezahlten Rechnungen und unbeantworteten Briefen darstellen.

Fast spektakulär wirkt hingegen „Ouverture Interieure“ (2011) von Michel Verjux, eine Arbeit bestehend aus einem hellen Scheinwerfer, der einen großen runden Lichtkegel auf eine weiße Wand mit Türöffnung wirft. Durch diese Öffnung weitet sich das Werk weiter bis in den nächsten Raum aus, wo es sich zu einem kleineren Rechteck abgeschwächt hat. Der Besucher wird durch die beim Vorbeilaufen entstehenden Schatten selbst Teil des Werkes. Diese Arbeit war zusätzlich draußen auf dem Potsdamer Platz zu sehen, wo für fünf Tage (vom 6. bis 10. Oktober) nachts ein Halbkreis den Turm des DFS-Gebäudes erleuchtete.

Insgesamt sind unscheinbare Farben, Materialien wie Metall und Stein sowie klare Formen Hauptbestandteil der ausgestellten Werke. Der große Raum und die makellos weißen Wände schaffen den Werken den nötigen Platz sich zu entfalten. Einige von ihnen, wie Martin Boyces große geometrische Steine „No Reflections“ (2009) würden jedoch von noch größeren Räumlichkeiten profitieren. Diese Arbeit wird zusätzlich eingeengt durch Boyces weiteres Werk „Evaporated Pools (Verdunstete Teiche)“ (2009): Etwa hundert geometrische Formen, aus wachsbeschichtetem Krepppapier gefaltet, liegen um die anderen Skulpturen herum auf dem Boden zerstreut und scheinen jenen den Platz wegzunehmen.
Insgesamt ist die Ausstellung jedoch gut kuratiert, die ausgewählten Werke sind interessant und passen trotz verschiedener Generationen und Herkunftsorten der Künstler durch Konzept und Form sehr gut zusammen. Die Kunstwerke werden durch Erklärungen an den Wänden ergänzt, die, wenn auch teils etwas zu ausführlich, hilfreich sind, die Zusammenstellung der Werke nachzuvollziehen.

Abbildungen: Copyright Daimler Kunstsammlung: Ausstellungsraumansichten zu André Cadere, Daniel Buren, Michel Verjux / Isabell Heimerdinger, Joseph Kosuth / Robert Barry, Martin Boyce

Conceptual Tendencies 1960s to today
Werke der Daimler Kunstsammlung
Ausstellungsdauer: 07.10.2011 – 18.03.2012
Öffnungszeiten: täglich 11 – 18 Uhr
Daimler AG c/o Haus Huth
Alte Potsdamer Straße 5
10785 Berlin
daimler.com


Teresa Reichert

weitere Artikel von Teresa Reichert

Newsletter bestellen




top

Titel zum Thema Daimler Contemporary Berlin:

Conceptual Tendencies 1960s to today, Daimler Contemporary Berlin
Papierstapel, unbezahlte Rechnungen, Leitern mit fehlenden Sprossen, Wörter ohne Zusammenhang und große Steine - die vielen verschiedenen Gesichter der Konzeptkunst werden in der neuesten Ausstellung der Sammlung Daimler Contemporary „Conceptual Tendencies 1960s to today“ im Haus Huth am Potsdamer Platz sichtbar.

top

zur Startseite

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Stadtmuseum Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Galerie Parterre Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Galerie im Saalbau




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Galerie Parterre Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Deutsches Historisches Museum (DHM)




Copyright © 2014 - 18, art-in-berlin.de Kunstagentur Thomessen Hartlieb-Kühn GbR.