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B3 Biennale

(Einspieldatum: 09.12.2011)

Fundstücke der Vergangenheit - Erik Smiths „Test Dig No. 1“

bilder

Nur durch Zufall stieß der Künstler Erik Smith wie ein Archäologe bei einem unerwarteten Fund auf die Wendeltreppe. Nach Gebäudefundamenten suchte er und fand nach wenigen Tagen des Grabens mit der Schaufel eine abgerundete Mauer. Sein Interesse war geweckt, er grub weiter und entdeckte bald auf eine fast komplett intakte metallene Wendeltreppe, die jedoch deutliche Brandspuren aufwies. Sie ist ein Überbleibsel eines der Häuser, die im 19. Jahrhundert erbaut und Anfang der 1960er Jahre abgerissen wurden, um Platz für den ehemaligen „Todestreifen” auf der Ostseite der Mauer zu schaffen.

„Unearthing history” – so beschreibt Smith sein Interessenfeld. Geschichte ausgraben, wortwörtlich. Seine Fundstücke, metallene Stäbe, eine Schokoladenlikörflasche, sowie ein großer Hügel ausgegrabener Erde und Steinen, wurden neben dem Loch liegen gelassen. Auch in früheren Werken beschäftigte sich der amerikanische Künstler, der seit 2003 in Berlin lebt mit den vergrabenen Erinnerungsstücken der Stadt. So fotografierte er die durch Bauarbeiten temporär freigelegten Fundamente Berlins, die, wenn auch nur zeitweilig, versteckte Spuren der Vergangenheit aufdeckten; oder reproduzierte ausgegrabene Löcher in negativer Form als Betonskulpturen. Die Spurensuche in der Vergangenheit ist ein sich wiederholdendes Konzept seiner Arbeiten, wobei der Zufall oft eine wichtige Rolle spielt. Diese Suche und die spätere Aufbewahrung der Erinnerungsstücke visualisiert Smith durch Fotografien, Skulpturen und Installationen. Seine Werke wurden unter anderem im Appel Center for Centemporary Art in Amsterdam, im New Yorker Sculpture Center und der Berliner Magnus Müller Galerie ausgestellt.

Mit Hilfe von Plänen und Dokumenten wird Smith nun versuchen, die unterirdischen Räume seiner neuesten Ausgrabungsstätte in der Neuen Grünstraße zu rekonstruieren. Eine weitere Idee ist, die kommenden Bauarbeiten zu dokumentieren, so wie er seine eigenen Ausgrabungsversuche dokumentiert hat. Die beiden so verschiedenen Prozesse, sein langsames, vorsichtiges, fast archäologisches Ausgraben mit der Schaufel, will er dem schnellen, unter Zeit- und Gelddruck stehenden kommerziellen und maschinellen Grabens gegenüber stellen. Zu sehen ist das Loch samt Wendeltreppe nur noch diesen Monat, da die Bauarbeiten für das neu entwickelte Baugrundstück ab Januar beginnen sollen. Der Grünstreifen ist eine der wenigen noch verbleibenden leeren Flächen der ehemaligen Grenze, und Teil des Skulpturenparks Berlin. Der Skulpturenpark ist ein Projekt der gemeinnützigen Organisation KUNSTrePUBLIC, die von sechs Künstlern 2006 gegründet wurde. Ortsspezifische Arbeiten, die das Publikum mit einbeziehen, sowie Vorlesungen und Workshops gehören zum Programm des Vereins.

Adresse: Neue Grünstraße, zwischen Kommandantenstraße und Seydelstraße
skulpturenpark.org
eriksmith.de

Foto: Teresa Reichert

Teresa Reichert

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