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(Einspieldatum: 23.03.2012)

ArtandPress - Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit. im Martin-Gropius-Bau Berlin

ArtandPress. Die BILD Zeitung titelt in ihrer aktuellen Ausgabe "Sensationelle Kunstausstellung in Berlin. Wenn aus Zeitung Kunst wird." über die morgen im Martin-Gropius-Bau beginnende Ausstellung "ArtandPress - Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit.". Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit sind nicht unbedingt Begrifflichkeiten, die einem im Zusammenhang mit der Zeitung als erstes einfallen.

Aber BILD ist Medienpartner und wird in den nächsten Wochen die einzelne Ausstellungsräume sogar in einer Serie vorstellen. So versteht sich die Überschrift des Blattes sozusagen von selbst. Die Künstlerliste liest sich dementsprechend illuster: von Ai Weiwei über Damien Hirst oder Olaf Metzel bis hin zu Andy Warhol, insgesamt 56 internationale Künstler, fast alle von Rang und Namen. Viele Arbeiten sind bekannt, andere wurden eigens für die Ausstellung geschaffen.

Das Ausstellungskonzept sieht vor, unterschiedliche künstlerische Positionen und Herangehensweisen im Umgang mit dem Medium Zeitung in der Gegenwartskunst aufzugreifen. Mal steht das Material im Vordergrund, mal die inhaltliche Auseinandersetzung in all ihrem Variantenreichtum. Der digitale Wandel, der gerade auf dem Zeitungsmarkt eine einschneidende Rolle spielt und auch aus künstlerischer Sicht betrachtet spannend wäre, fand hingegen kaum die Aufmerksamkeit der Kuratoren. Stattdessen bilden Fragen, die so neu nicht sind, wie zum Beispiel: "Warum nutzen Künstler die Zeitung, das Medium, das die Welt reflektiert, wo sie doch selbst diejenigen sind, die uns den Spiegeln vor Augen halten?", eine Grundlage.

Beim Gang durch die Ausstellung wird man dann auch das Gefühl nicht los, dass es sich hier eher um eine Anhäufung von bekannten Künstlern handelt, als um ein klug durchdachtes Konzept.

Nicht ganz zu unrecht stellt der berufsverband bildende künstler berlin e.V. in einer Pressemitteilung, die unsere Redaktion heute erreichte, fest: "Das Werk international bekannter Künstlerinnen und Künstler wurde mit dem Ziel durchkämmt, die wirtschaftlichen Interessen des „Medienpartners“ bedienen zu können. Die gezeigten Werke verbindet provokant gesagt einzig und allein nur die Verwendung von Buchstabe, Wort oder Zeitungspapier, ob als Untergrund, Form oder inhaltlicher Ansatz. Was für eine schale kuratorische Idee, eine kunsthistorische Fleißarbeit, die von renommierten Künstlernamen getragen werden soll.

Ohne Frage gibt es Highlights, die in ihrer Komplexität überzeugen, wie beispielsweise die Arbeit von William Kentridge oder Barbara Kruger, das täuscht aber nicht über die insgesamt mittelmäßige Ausstellung hinweg.
Es scheint höchste Zeit, der Zeitung im Museum nochmals einen Platz einzuräumen.

Ausstellungsdauer: 23.3.-24.6.2012

Öffnungszeiten: Mo10.00-19.00 | Mi-So10.00-19.00 Uhr | Dienstags geschlossen

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
gropiusbau.de
artandpress.de

chk

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